Sanitäter-Vorwürfe

KFC-Geschäftsführer Weinhart greift Malteser an

Minutenlang lag der verletzte Christian Müller auf dem Boden.

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Minutenlang lag der verletzte Christian Müller auf dem Boden. Foto: imago

Wuppertal.  Nach dem Ärger um die Verletzung von Christian Müller haben sich die Malteser geäußert. Uerdingens Geschäftsführer bringt das auf die Palme.

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Der Streit um den Einsatz der Sanitäter am Samstag beim Spiel zwischen dem Wuppertaler SV und dem KFC Uerdingen zieht weitere Kreise. In der 13. Minute war Uerdingens Christian Müller nach einem Ellenbogenschlag zu Boden gegangen. Minutenlang blieb Müller am Boden liegen, weil die Rettungskräfte nicht eintrafen.

Malteser fordern Strafe für Wuppertals Daniel Grebe

"Die Vorwürfe gegen die Einsatzkräfte, die von Vereinsoffiziellen gegenüber der Presse geäußert wurden, weisen die Malteser in einer ersten Stellungnahme in aller Deutlichkeit zurück. Nach einer ersten Auswertung des Einsatzprotokolls und Gesprächen mit den Einsatzkräften steht die Ortsleitung der Malteser in Wuppertal, auch in der Diözesangeschäftsstelle in Köln, voll hinter den eingesetzten Helferinnen und Helfern und sieht sie ungerechtfertigt in der Rolle des Sündenbocks. Auch die Situation, als der hinzukommende Notarzt der Malteser von einem Spieler bewusst umgestoßen wurde, sei nicht hinnehmbar und müsse für den Spieler Konsequenzen haben", heißt es in einem Facebook-Post der Malteser NRW.

Zu viel des Guten für Nikolas Weinhart. Der Geschäftsführer und Sportliche Leiter des KFC Uerdingen empfindet diese Stellungnahme des Rettungsdienstes als eine "bodenlose Frechheit."

"Für mich war das unterlassene Hilfeleistung"

Weinhart: "Eigentlich wollten wir uns hier zurückhalten und nicht viel sagen. Jetzt reicht es aber: Bis jetzt haben wir kein Wort gehört, welches in Richtung Entschuldigung geht. Jetzt versuchen die Malteser Daniel Grebe als Sündenbock hinzustellen. Das ist eine bodenlose Frechheit. Plötzlich melden die sich nach zwei Tagen. Wahrscheinlich in der Hoffnung, dass das klein gehalten wird. Da fehlen mir echt die Worte. Christian Müller lag auf dem Boden, zitterte, spuckte Blut, alle Spieler haben sich große Sorgen gemacht und dann kommt der Malteser da angetrabt, ob jemand eine Erkältung hätte oder sowas.

Das geht schon in Richtung unterlassene Hilfeleistung und ist eine große Provokation. Ich will die Tat von Grebe nicht schönreden, aber ich kann das Vorgehen verstehen. Das ist doch menschlich. Er hat sich auch um Christian Müller Sorgen gemacht und wollte dem Mann einfach nur in den Hintern treten, damit er zügiger zu Müller läuft. Für mich war das, was die Malteser am Samstag abgeliefert haben, unterlassene Hilfeleistung. Da kommen wir nicht drum herum. Wir werden uns als Verein überlegen, welche Schritte wir einleiten werden. Denn das kann man so nicht stehen lassen und wieder zur Tagesordnug übergehen."

Weinhart erzählt weiter, dass sich die Hilfskräfte glücklich schätzen dürfen, dass Müller wieder auf dem Weg der Besserung sei und "nur" einen Nasenbeinbruch sowie eine Gehirnerschütterung davon getragen habe. Weinhart: "Nicht auszumalen, was wäre, wenn etwas Schlimmeres passiert wäre."

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