Wuppertal - Uerdingen

Sanitäter-Ärger in der Regionalliga: Malteser wehren sich

Die Diskussionen um den verspäteten Sanitäter-Einsatz beim Spiel zwischen dem Wuppertaler SV und dem KFC Uerdingen reißen nicht ab.

Foto: Stefan Rittershaus

Die Diskussionen um den verspäteten Sanitäter-Einsatz beim Spiel zwischen dem Wuppertaler SV und dem KFC Uerdingen reißen nicht ab. Foto: Stefan Rittershaus

Wuppertal.  Die Malteser weisen die Vorwürfe zur Verletzung von Uerdingens Christian Müller von sich. Eine Betreuung des Innenraums war nicht vorgesehen.

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Die Vorwürfe sind klar: Die Sanitäter sollen zu langsam und zu spät auf die Verletzung von Uerdingens Christian Müller reagiert haben. Der Ex-Profi lag im Spiel zwischen dem Wuppertaler SV und dem KFC Uerdingen minutenlang am Boden, in dieser Phase musste man noch von einer schlimmeren Kopfverletzung ausgehen.

Später gab es Entwarnung. Müller hat sich zwar einen Nasenbeinbruch und eine Gehirnerschütterung zugezogen, doch ihm geht es zwei Tage nach dem Zusammenprall den Umständen entsprechend gut.

Parteien schieben sich gegenseitig die Schuld zu

Bedeutet: Im Hintergrund kann der Vorfall analysiert und aufgearbeitet werden. Zunächst gab es das Statement von Wuppertals Sportvorstand Manuel Bölstler, der sehr verwundert war, wieso die Sanitäter so lange gebraucht haben, um Müller zu behandeln. Er betonte: "Ich habe auf meinem Platz auf der Tribüne gesessen und die Szene beobachtet. Nach ein, zwei Minuten habe ich mich auch gefragt: 'Wo sind denn die 16 Sanitäter, die wir für das Risikospiel geordert haben?'"

Am Montag gab es zunächst einen Facebook-Post der Malteser NRW, in dem die Hilfsorganisation jede Schuld von sich gewiesen hat und zeitgleich Konsequenzen für Wuppertals Daniel Grebe forderte, der einen Sanitäter auf dem Platz schubste, weil es Grebe nicht schnell genug ging. Die Reaktion der Malteser brachte Uerdingens Sportlichen Leiter Nikolas Weinhart auf die Palme. Er lederte gegen die Malteser: "Eigentlich wollten wir uns hier zurückhalten und nicht viel sagen. Jetzt reicht es aber: Bis jetzt haben wir kein Wort gehört, welches in Richtung Entschuldigung geht. Jetzt versuchen die Malteser Daniel Grebe als Sündenbock hinzustellen. Das ist eine bodenlose Frechheit. Plötzlich melden die sich nach zwei Tagen. Wahrscheinlich in der Hoffnung, dass das klein gehalten wird. Da fehlen mir echt die Worte. Christian Müller lag auf dem Boden, zitterte, spuckte Blut, alle Spieler haben sich große Sorgen gemacht und dann kommt der Malteser da angetrabt, ob jemand eine Erkältung hätte oder sowas. Das geht schon in Richtung unterlassene Hilfeleistung und ist eine große Provokation."

Am Montagmittag gab es nun eine offizielle Pressemitteilung, in der die Malteser klarstellten, dass sie im Innenraum nach ihrer Auffassung gar nichts zu suchen hatten. In der Pressemitteilung heißt es unter anderem: "Das Spiel war als Risikospiel klassifiziert worden. Für den Sanitätsdienst war in diesem Fall eine Stärke von 16 Sanitätshelfern, zwei Krankenwagen, ein Rettungswagen, ein Notarzt sowie eine Einsatzleitung angeordnet. Dieses Personal war für die Betreuung der Fans und Besucher vorgesehen. Eine Betreuung / Besetzung des Spielfeldes bzw. des Innenraumes war - wie schon die ganze Saison über und auch schon in den vergangenen Jahren - bei den Ligaspielen nicht gefordert und nicht bestellt."

Schnellere Hilfe war nicht möglich

Daher war es laut den Maltesern auch nicht möglich, viel schneller auf dem Platz bei Müller zu sein, zumal ein weiteres Hindernis auftauchte. Ein Polizeiwagen soll den Krankenwagen so blockiert haben, dass die Sanitäter die Trage nicht aus dem Wagen bekamen. Erst nachdem die Polizei den Wagen umgestellt hatte, konnte man an die Trage gelangen.

Das Fazit der Malteser: Sanitäter wurden nicht für den Innenraum bestellt, waren deshalb auch dort nicht zugegen. Die dementsprechenden Wege in den Innenraum sind beträchtlich. Das eingesetzte Fahrzeug kam nicht an die Trage. Und der eingesetzte Notarzt wurde körperlich angegangen, stürzte dabei und verletzte sich an der Schulter. Daher konnte eine Hilfe nicht schneller bei Müller ankommen."

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