Wattenscheid 09

Wattenscheid: Neururer schließt Rückzug bei Abstieg nicht aus

Sportdirektor Peter Neururer stärkt 09-Trainer Farat Toku (links) den Rücken.

Sportdirektor Peter Neururer stärkt 09-Trainer Farat Toku (links) den Rücken.

Essen  Peter Neururer, sportlicher Leiter der SG Wattenscheid 09, kann sich vorstellen, unter Umständen seinen Rückzug anzubieten.

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Nach dem 2:3 (0:3) der SG Wattenscheid 09 beim Wuppertaler SV sieht Peter Neururer die Mannschaft in der Bringschuld. Im Gespräch mit RevierSport erklärte er zudem, warum der bekennende Schalker nun BVB-Fan ist und unter welchen Umständen er bei einem Abstieg in die Oberliga seinen Rückzug anbieten würde.

Peter Neururer, am Freitagabend hat die SG Wattenscheid 09 auf seiner Jahreshauptversammlung die Weichen für die Zukunft gestellt. Sind Sie zufrieden?

Peter Neururer: Die Weichen für die Zukunft werden auf dem Rasen gestellt.

Wie meinen Sie das?

Neururer: Wir müssen langsam punkten. Sonst nützen keine Konzepte, keine Medienaufmerksamkeit, kein Marketing und Merchandising. Keine Strukturen mit Sponsoring. Entscheidend ist das, was unten auf dem Platz los ist. Wenn das stimmt, kann man Sachen ins Leben rufen, die den Verein und die Mannschaft nach vorne bringen.

Die Gegenwart heißt aber Abstiegskampf. Wie optimistisch sind Sie nach dem Spiel in Wuppertal, dass die SG 09 die Klasse hält?

Neururer: Man sollte das mitnehmen, was wir in der zweiten Halbzeit gesehen haben, aber ohne zu vergessen, was wir in der ersten Halbzeit gesehen haben. Und das war vom Abwehrverhalten mehr als desolat. Alle drei Tore, die wir kassiert haben, konnte man verteidigen. Hat man aber nicht. Deswegen sind wir auch mit diesem Ergebnis in die Halbzeit gegangen. Und das wir vorne keinen gemacht haben, da kann man mir nicht mehr erzählen, das sei Pech. Nein, das ist kein Pech. Das ist eine Qualitätsfrage. Auch, wenn es in der zweiten Halbzeit besser war. Leider konnten wir uns nicht belohnen. Auch, wenn wir Chancen hatten und Latte und Pfosten dabei war: Auch das ist eine Frage der Qualität. Ich muss den Ball aus drei Metern nicht gegen die Latte befördern.

Wie können Sie Farat Toku und das Team jetzt unterstützen?

Neururer: Ich kann dem Team und dem Verein den Rücken stärken. Dieser Trainer ist imstande, jeden einzelnen Spieler an sein Optimum zu führen. Und das macht er. Ich bin manchmal beim Training dabei. Und ich sehe auch, wie Farat die Mannschaft vor dem Spiel auf den Gegner einstellt. Und ich bin bei der taktischen Ausrichtung dabei. Da kann man als Trainer nicht besser arbeiten, als er es macht. Solange das der Fall ist, gibt es keine Gründe, über irgendetwas in dieser Richtung nachzudenken.

Also steht die Mannschaft in der Bringschuld?

Neururer: Ja, dann muss man auch mal sagen: Okay, der Trainer macht alles richtig. Die Mannschaft muss die Qualität abrufen, die sie hat. Und in den Situationen, in denen sie die Qualität eindeutig nicht hat, muss ich die Situationen erzwingen. Damit müssen wir am nächsten Wochenende anfangen. Wir haben immer noch das Glück gehabt, dass wir noch nicht auf einem Abstiegsrang stehen. Aber warten wir mal das Spiel der Kölner U23 ab. Montag bin ich deshalb sogar Dortmund-Fan. Ich war ja bekanntlich immer schon Dortmund-Fan (lacht). Ich setze alles auf Dortmund gegen Köln. Wir sind immer noch über dem Strich. Spielerisch haben wir das Potenzial. Aber in dieser Liga wird eigenartiger Fußball gespielt. Und uns gehen die Spiele aus.

Wenn Sie den Abstieg vermeiden, wie geht es dann weiter?

Neururer: Wenn wir es vermeiden werden, brauchen wir darüber nicht zu reden.

Und wenn die SG Wattenscheid 09 ihn nicht vermeidet?

Neururer: Ich setzte mich grundsätzlich immer erst mit Problemen auseinander, wenn ich sie habe. Und nicht, wenn ich sie bekommen könnte.

Aber Sie werden doch Überlegungen über das Saisonende hinaus anstellen, oder?

Neururer: Ja klar. Aber umso länger wir nicht gerettet sind, umso schwerer wird das. Wie soll ich den Spielern, die wir halten möchten, sagen: Bitte bleibt bei uns. Wir haben das oder das Angebot. Weil ich es gar nicht kann und ich nicht weiß, wie es im Fall eines Abstiegs hier aussehen würde.

Und Sie selber?

Neururer: Ich habe bis 2022 unterschrieben. Ich wäre im Traum nicht auf den Gedanken kommen, irgendwann mal meine Kariere in der Regionalliga zu beenden. Aber ich habe es ja gemacht. Und wir haben es unabhängig von der Ligazugehörigkeit gemacht. Ich bin keiner, der seine Zusagen nicht einhält. Aber wenn der Worst Case eintrete sollte und mir Möglichkeiten genommen werden, bezüglich dessen, was ich mir für Wattenscheid 09 vorstelle und ich Dinge nicht machen kann, dann werde ich mit Sicherheit nicht derjenige sein, der sagt: Lieber Verein, jetzt liege ich euch auch noch auf der Tasche. Das werde ich mit Sicherheit nicht machen. Dann unterhält man sich. Aber jetzt kümmern wir uns erst einmal darum, dass wir die Liga halten.

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