Regionalliga

Ein Pflichtsieg für Rot-Weiss Essen zum Auftakt

Jetzt bester rot-weisser Torschütze: Enzo Wirtz (Mitte) erzielte seinen siebten Saisontreffer.

Jetzt bester rot-weisser Torschütze: Enzo Wirtz (Mitte) erzielte seinen siebten Saisontreffer.

Foto: Michael Gohl

Essen.   Rot-Weiss Essen startet gegen Schlusslicht TV Herkenrath mit einem 2:0 in die Restrunde. Enzo Wirtz und Max Wegner erlösen den Gastgeber.

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Es war nicht einfach für die Rot-Weissen. Auch nicht für den Fanbeauftragten Lothar Dohr, der die neue Anzeigetafel im Stadion Essen „bediente“. Er sollte gemäß Spielstand die entsprechenden Zahlentäfelchen aufhängen, doch es passierte lange, lange nichts. Die Null stand hüben wie drüben. Am Ende jedoch prangte dort doch noch ein 2:0 für Rot-Weiss Essen gegen den Tabellenletzten TV Herkenrath. Der Wiedereinstieg in die Regionalliga ist geglückt.

Die Gastgeber taten sich schwer gegen einen harmlosen, aber kompakten Gegner, der noch das Beste aus seinen Möglichkeiten machte. Oft wirkte es wie in einem Pokalspiel, in dem der Favorit nach einem Dosenöffner sucht.

Herkenrath begann munter und mutig

Die No-Name-Truppe aus Bergisch-Gladbach begann munter und mutig. Wegen finanzieller Probleme hatte Herkenrath in der Winterpause ein komplett neues Gesicht bekommen, 17 Mann verließen den Klub, 14 neue sind gekommen, zumeist Spieler, die sich in der 4. Liga erst noch beweisen wollen. Und das gelang ihnen anfangs ganz ordentlich. Auch, weil die Hausherren ihnen ganz generös viel Freiraum gewährten.

Das wäre beinahe ins Auge gegangen, denn der TVH hatte nach fünf Minuten eine Großchance, als Tchakoumi Essengue vor Keeper Robin Heller auftauchte, aber schwach abschloss. Die Essener übernahmen danach aber die Kontrolle, doch richtig Zug bekamen sie nicht in ihre Aktionen.

RWE-Trainer Karsten Neitzel bekannte später, dass er „wahnsinnigen Respekt“ vor dieser Aufgabe hatte, weil alle Welt sein Team (zurecht) als großen Favoriten eingestuft hatte. „Wir konnten heute nicht viel gewinnen. So sind wir dann auch ins Spiel gegangen.“ RWE bevorzugte Sicherheitsfußball. Nur sporadisch blitzte spielerische Klasse auf, der geduldige Aufbau blieb zumeist eine ziemlich zähe Angelegenheit. „Wir haben den Ball in der ersten Halbzeit zu langsam zirkulieren lassen und hatten auch zu viele Fehler im Passspiel“, analysierte Neitzel. „In der zweiten Halbzeit fand ich uns dann besser. Trotzdem wäre es natürlich schön gewesen, wenn wir noch zwei, drei Chancen mehr gehabt und vielleicht ein, zwei Tore mehr geschossen hätten, um mehr Power unter die Leute zu bekommen. Das ist nicht so gelungen, wie wir uns das vorgenommen haben.“

Bei RWE fehlten Tempo und Biss

Natürlich waren die Rot-Weissen überlegen. Doch was fehlte war Tempo und Biss, mal ein dreistes Dribbling oder ein furioser Flankenlauf. Halt richtig Dampf in den Aktionen. Doch so: keine Spannung, keine Tore – kein Wunder, dass es zur Pause Pfiffe gab.

Enzo Wirtz ist einer der Unermüdlichen. Er rennt und kämpft und schafft auch Räume. Als er in Hälfte eins einen Ball mit viel Einsatz an der Torauslinie sicherte, waren die Fans begeistert. Doch solche Aktionen gab es nur allzu selten. Genau mit dieser Szene wurde die erste RWE-Chance eingeleitet. Neuzugang Max Wegner verpasste den Flankenball knapp (17.). Der Neuzugang im Sturmzentrum bringt offenbar auch diese Mentalität mit, die sie sich an der Hafenstraße wünschen. Der Angreifer hatte in der ersten Hälfte zwei, drei gute Szenen vor dem Tor, verpasste aber jeweils das Ziel.

Letztlich waren es Wirtz und Wegner, die für Entscheidung sorgten. Wirtz nahm nach einer Scepanik-Flanke den Ball knapp über der Grasnarbe mit dem Kopf und zirkelte ihn gekonnt ins lange Eck zum 1:0 (66.). Mit nunmehr sieben Toren ist er damit Torjäger Nummer eins im Essener Aufgebot. Wegner spritzte in eine zu kurze und ungenaue Rückgabe und machte mit dem Treffer zum 2:0 den Deckel drauf.

Ein Pflichtsieg war es, mehr nicht. „Trotzdem sage ich: Jeder Sieg tut gut. Egal wann und egal gegen wen“, meinte Karsten Neitzel. „Deswegen fahre ich zufrieden nach Hause.“

Rot-Weiss Essen - TV Herkenrath 2:0 (0:0)

RWE: Heller - Heber, Zeiger, Becker, Scepanik - Baier, N.Lucas (80. Brauer) - Bichler (67. Remmo), Erwig-Drüppel, Wirtz (85. Urban) - Wegner.
Schiedsrichter: Pelzer (Tönisvorst)
Zuschauer: 5907.
Tore: 1:0 Wirtz (66.), 2:0 Wegner (82.).

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