Kommentar

Rot-Weiss Essen ist für Jürgen Lucas eine Herzensangelegenheit

Nur noch bis zum Saisonende RWE-Sportdirektor: Jürgen Lucas.

Nur noch bis zum Saisonende RWE-Sportdirektor: Jürgen Lucas.

Foto: Thorsten Tillmann

Essen  Sportdirektor Jürgen Lucas verlässt Rot-Weiss Essen am Saisonende. Die Entscheidung wird ihm nicht leicht gefallen sein. Ein Kommentar.

Der Begriff „Herzensangelegenheit“ wird im Fußball mittlerweile inflationär gebraucht. Fußballprofis, die auch gerne das Emblem auf dem Trikot küssen, faseln davon, ehe sie kurze Zeit später ihr noch größeres Herz für einen anderen Klub entdecken.

Wenn einer von Herzensangelegenheit reden darf, dann ist das Jürgen Lucas. Der 49-Jährige ist ein Rot-Weisser durch und durch, ein Soldat im besten Sinne, der für seinen Verein zu jedem Zeitpunkt nur das Beste und ihm dienen will. Sein Abgang im Sommer ist deswegen nur logisch.

Rot-Weiss hat zur neuen Saison offensichtlich Großes vor, und der 49-Jährige erkennt anscheinend auch zeitliche Grenzen, an die er immer wieder stößt. Und da Jürgen Lucas kein Freund von halben Sachen ist, war dieser Schritt wohl unvermeidlich.

Dennoch wird ihm die Entscheidung nicht leicht gefallen sein, auch wenn er im Verein bei einigen unfairen Zeitgenossen nicht mehr unumstritten war. Der Gipfel der Geschmacklosigkeit: Der Herr Papa persönlich sorgt schon dafür, dass Sohnemann Nico immer wieder eine Einsatzgarantie erhält. Eine abstruse Vorstellung, und so ganz nebenbei beschädigt er auch das Image des Trainers. Oder glaubt einer im Ernst, ein Karsten Neitzel hätte so wenig Autorität, um dies nicht selbst für sich zu entscheiden?

Jürgen Lucas, der seinen RWE-Job allen Behauptungen zum Trotz für „ein Taschengeld“ ausübte, ließen diese Unterstellungen nach außen hin immer kalt. Wohl auch, weil er es besser wusste. Nun geht der Herr Papa.

Bleibt zu hoffen, dass Jürgen Lucas mit seinem Herzblut seinem Klub in irgendeiner Position erhalten bleibt. Als bloßer Kurvensteher wäre er verschenkt.

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