RWE

Rot-Weiss Essen muss sich auf mutigen Außenseiter einstellen

Der ehemalige RWE-Spieler Tolga Cokkosan (l.) ist bei Wattenscheid 09 eine fest Größe.

Der ehemalige RWE-Spieler Tolga Cokkosan (l.) ist bei Wattenscheid 09 eine fest Größe.

Foto: Uwe Möller

Essen.  Rot-Weiss Essen empfängt am Freitag die Überlebenskünstler von der SG Wattenscheid. Beim Gast stehen zehn Spieler mit RWE-Vergangenheit im Kader.

Revierderby an der Hafenstraße. Rot-Weiss Essen knipst an diesem Freitagabend an der Hafenstraße wieder das Flutlicht an und erwartet gegen die SG Wattenscheid 09 bis zu 13.000 Zuschauer (Anstoß: 19.30 Uhr). Mannomann, der Erfolg hat die RWE-Fans längst in Euphorie versetzt. Aus den ersten vier Spielen haben die Essener zehn Punkte geholt. „Und da waren drei Gegner dabei, die auch oben mitspielen wollen“, sagt RWE-Trainer Christian Titz. Für Borussia Dortmund II (2:1) und SV Rödinghausen (1:1) steht das außer Frage.

09-Trainer Farat Toku hält sportlich den Laden zusammen

Aber die Wattenscheider? Da treffen Himmelsstürmer und Überlebenskünstler aufeinander. Die Rot-Weissen zählen wie so oft wieder zu den Liga-Favoriten, die Gäste wiederum haben - wie so oft - ganz andere Problem. Wirtschaftlich läuft es gar nicht an der Lohrheide. Der Saisonstart ist mit dem 2:0 beim SC Verl zwar geglückt, die Insolvenz konnte der ehemalige Bundesligist auch abwenden, doch vor knapp einer Woche machte schon wieder das Gerücht die Runde, dass es Geldprobleme gäbe.

Das alles scheint Trainer Farat Toku offenbar zu verdrängen. er trotzt seit Jahren tapfer den Misslichkeiten drumherum und ihm gelang es bisher immer, eine relativ schlagkräftige Mannschaft auf die Beine zu stellen. Und vor allem gegen RWE hatte er bisher immer ein glückliches Händchen. An der Hafenstraße hat er jedenfalls noch nie verloren. In der vergangenen Saison siegte die SG 09 dort mit 2:1, davor mit 3:2.

SG 09 holte vier Punkte aus vier Spielen

Mit vier Punkten aus vier Spielen ist Wattenscheid Tabellenelfter, aber der Gast kommt mit dem Mut des Außenseiters. Ohnehin wachsen die meisten Gegner der Rot-Weissen oft genug über sich hinaus, wenn sie ins Essener Rampenlicht rücken. Getreu dem Motto: „Denen werden wir es jetzt mal zeigen.“

Und wer, wie die Wattenscheider, zehn Spieler mit RWE-Vergangenheit in den Reihen hat, braucht sich um die Motivation ohnehin nicht zu sorgen. Als da wären Torhüter Florian Kraft, Güngör Kaya, Yannick Geisler, Emre Yesilova, Marwin Studtrucker, Richard Weber, Jeffrey Obst, Tolga Cokkosan, Boris Tomiak und Nicolas Hirschberger. Acht davon kamen zuletzt zum Einsatz, nur Weber war verletzt und der zuvor gesperrte Tomiak saß auf der Bank.

„Wir haben eh nichts zu verlieren“, übernimmt Toku bereitwillig die Rolle des Underdogs. „Aber wir haben einen Plan und wir wollen RWE ärgern. Wir wollen mutig auftreten und unser Spiel durchziehen. Wir werden mit Sicherheit nicht 90 Minuten lang mauern.“

Titz lobt Gäste: „Eine gute Mannschaft, die Fußball spielen will“

Das ahnt auch RWE-Coach Christian Titz, der den Gegner natürlich beobachtet und analysiert hat: „Das ist eine gute Mannschaft, die Fußball spielen will.“ Und die jüngste 0:1-Heimniederlage gegen Aufsteiger Bergisch-Gladbach verfälsche ein wenig den Spielverlauf: „Das kann man nicht werten, das Spiel hätte auch anders ausgehen können.“

Für Farat Toku ist RWE der klare Favorit auf die Meisterschaft: „Mit dem Kader kann das nicht anders sein, da gibt es auch keine Ausreden.“ Aber Herausreden wollen sich die Rot-Weissen auch gar nicht.

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