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Rot-Weiss Essen: Stürmer kündigt Karriereende an

David Jansen.

David Jansen.

Foto: Thorsten Tillmann

Essen  Am Rande der 0:2-Niederlage gegen Uerdingen sprachen wir in den Katakomben des Stadions mit einem fast schon in Vergessenheit geratenen Stürmer.

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Die Rede ist von David Jansen. Der 31-Jährige kam im Sommer 2017 nach Essen, unterschrieb einen Zweijahresvertrag und sollte RWE in die 3. Liga schießen. Leider entpuppte sich Jansen, der für Rot-Weiß Oberhausen in 106 Regionalligaspielen 42 Tore erzielte, nicht als die erhoffte Verstärkung.

In Essen macht der 1,92 Meter große Stürmer eine unfassbare Leidenszeit durch. Zum zweiten Mal erlitt er einen Teilabriss der Achillessehne. Im RevierSport-Gespräch kündigt der gebürtige Würselener, der für Rot-Weiss in 34 Pflichtspiel-Einsätzen nur ein Tor erzielen konnte, sein Karriereende an.

David Jansen, wie geht es Ihnen gesundheitlich aktuell?

David Jansen: Ich bin auf dem Weg der Besserung und befinde mich in der Reha. Ich habe leider nach meinem Achillessehnen-Teilabriss links im Sommer 2018, im November letzten Jahres auch rechts einen Achillessehnen-Teilabriss erlitten.

Werden wir Sie noch einmal im RWE-Trikot sehen?

Jansen: Es ist natürlich ein heftiger Nackenschlag, wenn man solche Verletzungen erleidet. Ich denke aktuell nicht mehr ans Fußball spielen. Ich möchte einfach wieder gesund werden und nicht jeden Morgen mit Schmerzen aufstehen. Ich will mit meinem kleinen Sohn auch mal irgendwann ein bisschen kicken können.

Ihr Vertrag läuft am Saisonende aus. Heißt das, dass Sie ihre Karriere beenden werden?

Jansen: Ich bin jetzt 31 Jahre alt und arbeite an einem Plan B. Es sieht nach dem Karriereende aus. Ich werde mit meiner Familie Deutschland Richtung Schweiz verlassen. Was wir da machen werden, ist noch offen.

Zwei Jahre bei RWE neigen sich dem Ende zu. Wie fällt Ihre persönliche RWE-Bilanz aus?

Jansen: Beide Seiten haben sich das anders vorgestellt. Ich wurde als Top-Transfer geholt, habe aber nicht die Einsatzzeiten bekommen, die ich mir erhofft habe. In dieser Saison wollte ich es nochmal wissen und angreifen. Da habe ich mich aber im zweiten Training im Sommer sofort verletzt. Es hätte nicht bitterer laufen können. Aber ich würde die Entscheidung immer wieder so treffen, ich bereue nichts. Für die Verletzungen kann ja niemand etwas. Vor allem Jürgen Lucas hat mir hier immer geholfen und hat mir auch das eine oder andere ermöglicht. Ihm bin ich sehr dankbar.

Wo haben Sie ihre beste Zeit erlebt? Welche Momente werden Sie in Erinnerung behalten?

Jansen: Wenn man mal in der 2. Bundesliga vor 70.000 Zuschauern in Berlin gespielt hat, dann ist das schon etwas Geiles. Die Zweitligaspiele mit dem SC Paderborn werden sicherlich in Erinnerung bleiben. Aber auch die Station bei Rot-Weiß Oberhausen werde ich nicht vergessen. Da sind mir viele Tore gelungen. Bei der Viktoria lief es auch gut. Leider haben gab es dort auch einen schwarzen Moment, als wir in der Aufstiegsrelegation gegen Jena nur aufgrund der Auswärts-Torregel scheiterten. Hier aus Essen nehme ich sicherlich mein 50-Meter-Tor im Testspiel gegen Bielefeld mit.

Was wünschen Sie Rot-Weiss Essen für die Zukunft?

Jansen: Rot-Weiss Essen muss Ruhe in den Laden bekommen. Hier wird mir zu sehr alles schwarz oder weiß gesehen. Die nächsten zwei Jahre sind finanziell gesichert. Ich hoffe, dass RWE eine gute Mannschaft zusammenstellt und lange oben mitspielen kann. Die Fans müssen RWE wieder bedingungslos unterstützen. Der Verein muss dahin kommen, dass niemand gerne mehr an die Hafenstraße kommt. Beim Betreten des Stadions muss der Gegner ein bisschen Angst verspüren. Dieses Stadion muss eine Festung werden, wenn man die Ziele, die man sich steckt ,erreichen will. Aktuell geben wir Zuhause die Punkte viel zu leichtfertig her. Die Gegner kommen gerne hierher. Das muss sich unbedingt ändern.

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