RWE

Rot-Weiss Essen vergibt in Bergisch Gladbach viele Chancen

Florian Bichler hat zum 2:0 getroffen, Marcel Platzek ist der Erste, der gratuliert.

Florian Bichler hat zum 2:0 getroffen, Marcel Platzek ist der Erste, der gratuliert.

Foto: Thorsten Tillmann

Bergisch Gladbach.  Regionalligist Rot-Weiss Essen hat seine Pflicht beim Schlusslicht mit dem 2:1 erfüllt, muss aber am Ende zittern. Trainer Titz verändert Team.

Rot-Weiss Essen atmete nach dem Schlusspfiff erleichtert auf: Pflicht erfüllt, drei Punkte im Sack. Hauptsache. Mit dem 2:1-Sieg über Schlusslicht SV Bergisch Gladbach hatten die Rot-Weissen nach drei Niederlagen in Folge endlich wieder ein Erfolgserlebnis und dazu in der Tabelle Boden gutgemacht auf den SV Rödinghausen, der nach einer 0:1-Pleite in Oberhausen den Thron für den SC Verl räumen musste. Es war ein verdienter Erfolg der Essener, darin waren sich alle einig. Aber schön war’s insgesamt nicht, was die beiden Mannschaften auf den Rasen brachten.

Einige einschneidende Umstellung im Team

Es gab einige einschneidende Umstellungen im Essener Team. Die überraschendste war sicherlich der Wechsel zwischen den Pfosten, wo Jakob Golz seinen Kollegen Marcel Lenz ablöste. Es sei immer schon ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen beiden gewesen, erklärte Titz und begründete: „Nachdem wir ein paar Tore mehr bekommen haben und Jakob es gut gemacht hat im Training, haben wir den Versuch gestartet, uns auf der Position zu verändern.“

Auch Marcel Platzek, der zuletzt nur auf der Tribüne gesessen hatte, durfte von Beginn an spielen. Wie Ayodele Adetula, der auf der linken Außenbahn startete. Dafür rückte Oguzhan Kefkir in die Mitte, ein Experiment, das misslang, denn Adetula erwischte einen schwachen Tag und wurde noch vor der Pause durch Lucas Dorow ersetzt. Kefkir blieb in Hälfte eins ebenfalls unauffällig.

„Riesenbock“ von Routinier Dennis Grote führt zum Anschlusstreffer

RWE übernahm von Beginn an die Kontrolle, hatte gegen die harmlosen Gastgeber soweit alles im Griff und führte mit 2:0, als sich kurz vor Schluss mit einem Schlag die Verhältnisse in der Pelkaw Arena änderten. Der eingewechselte Dennis Grote erlaubte sich einen Ballverlust in der eigenen Hälfte, was Trainer Christian Titz später als „Riesenbock“ bezeichnete. Der Gladbacher Patrick Hill hielt einfach mal drauf aus 30 Metern und setzte den Ball unglaublich glücklich und unhaltbar für RWE-Keeper Jakob Golz in den Winkel zum 1:2 Anschlusstreffer (86.).

Plötzlich war’s vorbei mit der rot-weissen Dominanz und es wurde erstmals richtig spannend. Nun rächte sich, dass die Essener die Partie nicht vorzeitig für sich entschieden hatten, obwohl sie reichlich Gelegenheit dazu hatten. Bergisch Gladbach war am Drücker. Der Favorit geriet unter Druck und stellte sich bei den Befreiungsversuchen wenig clever an. Es gelang ihm nicht, den Ball in den eigenen Reihen zu halten. RWE musste zittern, was man zuvor nicht für möglich gehalten hatte.

Torhüter Jakob Golz sichert RWE den Auswärtssieg

Als der Gladbacher Baris Sarikaya direkte an der Essener Strafraumlinie fiel (86.), wurde es den RWE-Fans auf den Rängen richtig mulmig. „Hätte er noch ein, zwei Schritte gemacht, wäre es ein Elfmeter gewesen“, sagte später 09-Trainer Helge Hohl. Aber auch so wurde es brenzlig genug. Metin Kizil setzte den Ball präzise an der Mauer vorbei ins Eck, doch RWE-Keeper Jakob Golz tauchte reaktionsschnell ab und sicherte den Dreier. Rot-Weiss im Glück, das man zuvor nicht unbedingt hatte bei den Abschlüssen.

Für den Favoriten war es zunächst nach Plan gelaufen. Nach der zweiten Ecke bekam Daniel Heber am langen Pfosten den Ball und erzielte das 1:0 (6.). Das hätte eigentlich weiteren Schub verleihen können, doch es sprang so gut nichts heraus in der ersten Hälfte. „Das Spiel plätscherte dahin“, fand auch Titz, dessen verzweifelte Gesten kurz vor dem Pausenpfiff eindeutig waren. Seinem Team mangelte es an Ideen, Tempo und Entschlossenheit.

Florian Bichler erhöht auf 2:0 für den Favoriten

Doch kaum war die zweite Halbzeit angepfiffen, erhöhte der Favorit durch Florian Bichler, der ebenfalls in der Startelf stand, auf 2:0 (54.). Damit war praktisch alles gerichtet für einen entspannten Nachmittag, der dann doch noch wider Erwarten aufregend endete.

SV Bergisch Gladbach - Rot-Weiss Essen 1:2 (0:1).

RWE: Golz - Sauerland, Heber, Hahn (59. Grote), Grund - Kehl-Gomez - Bichler (76. Erwig-Drüppel), Condé, Kefkir, Adetula (39. Dorow) - Platzek (86. Wirtz).

Schiedsrichter: Braun.

Zuschauer: 2160.

Tore: 0:1 Heber (5.), 0:2 Bichler (53.), 1:2 Hill (86.).

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