RWE-Kolumne

RWE-Coach Argirios Giannikis wird nicht „den Schulz“ machen

Foto: Michael Gohl

Essen.  Happo, Uralt-Fan der Rot-Weissen, macht sich Gedanken zum Rest-Rückrundenstart und dem anstehenden Wechsel auf der Trainerbank.

Eines vorweg: Eigentlich gibt es nichts großartig Neues über Rot-Weiss Essen zu berichten. Aber mein Auftrag lautet, Neugierde zu wecken, einen Spannungsbogen herzustellen. Vergleichbar mit einem Biss in den Berliner Ballen, wo man auch nie weiß, was einen erwartet. Außer den obligatorischen Flecken auf dem Shirt und Zucker um die Mundwinkel. Passt doch wunderbar zur fünften Jahreszeit, dem Karneval. Für die Jecken ist Aschermittwoch alles vorbei, Rot-Weiss-Spieler wie Fans müssen sich allerdings noch bis Freitag gedulden. Dann endet die Zeit der Testerei, es geht endlich wieder los mit den Punktespielen.

Kein Torfestival gegen Bonn ist zu erwarten

Keine Ahnung, mit und in welcher Form sich die Mannschaft präsentieren wird. Hängt schließlich auch vom Gegner, dem Bonner SC, ab. Nach den letzten Begegnungen erwarte ich allerdings kein Torfestival von Seiten der Rot-Weissen. Die letzten Ergebnisse untermauern diese Vermutung. Wobei ich damit nicht behaupten will, dass unter der Regie von Trainer Argirios Giannikis gemauert wird, aber mehr als zwei erzielte Tore in einem Match sucht man vergebens. Vieles deutet darauf hin, dass der Wechselwillige auch am Freitag an der Seitenlinie taktische Anweisungen auf das Spielfeld rufen wird. Obwohl er bei den meisten Fans außen vor ist.

RWE-Coach Argirios Giannikis wird nicht „den Schulz“ machen

Eine kluge Entscheidung oder aus der Not geboren, weiß ich wirklich nicht. Verfüge über kein Insiderwissen. Unmutsäußerungen und Pfiffe dürften „Agi“ sicher sein, weiterhelfen wird es der Mannschaft jedoch nicht, mal nüchtern und emotionslos betrachtet. Seine Aufgabe, die „Truppe“ gut vorbereitet in die Partie zu schicken, scheint er nach wie vor gewissenhaft zu erfüllen. Dafür wird er bezahlt, für nicht mehr oder weniger. Gewünscht und erhofft habe ich mir anderes, aber damit muss ich klarkommen.

Kevin Grund wirbt um Dauerkartenbesitzer

Den „Schulz“ wird er jedenfalls nicht machen, nur weil viele Anhänger sich das erhoffen. Bin da ganz Realo. Überhaupt, das Fixieren auf einzelne Personen, lenkt oft vom Eigentlichen, vom Wesentlichen ab. Hier geht es um Rot-Weiss Essen. Der Verein kränkelt insgesamt, das ist sicherlich kein Geheimnis. Gerade in Zeiten, wo Alltägliches, teils Banales, mit Hilfe reißerischer Schlagzeilen und Überschriften als Groß-Ereignisse verkauft werden, sollte man immer auch den Text darunter mitlesen. „RWE erneut finanziell am Ende?“

So oder so ähnlich könnte die Überschrift lauten, nur weil Kevin Grund derzeit nebenbei ein unbezahltes Praktikum auf der Geschäftsstelle absolviert, um u.a. ehemalige Dauerkartenbesitzer zurück zu gewinnen. Gute Idee an und Pfirsich, könnte man sich allerdings ersparen, wenn nur erfolgreicher und begeisternder Fußball geboten würde. Immerhin zeigt eine der zahlreichen Stadttöchter, die hiesigen Stadtwerke (warum heißt das eigentlich Tochter und nicht Sohn, von wegen Gleichberechtigung und so), Rot-Weiss Essen nicht mehr die kalte Schulter und übernimmt bei Bedarf sämtliche Kosten für die Inbetriebnahme der Rasenheizung.

Das Sportliche sollte im Vordergrund stehen

Es ist immer gut, die Bodenhaftung nicht zu verlieren. Viele Ausrutscher dürfen sich die Männer von der Hafenstraße auf und neben dem Platz eh nicht mehr erlauben – besser ist das. Gegen einen glatten Sieg hätte ich trotzdem keine Einwände.

Eine Zeitlang mögen die Nebengeräusche um unseren Verein ja noch interessant, diskussionswürdig sein, aber letztendlich ist RWE ein Fußballverein, das Sportliche sollte im Vordergrund stehen. Nicht nur Freitag kommt es auf die Einstellung an, auch von uns Fans. Stimmt diese, wird der Bonner SC keine Chance haben. Davon bin ich überzeugt. Überzeugt Euch selbst. Wir sehen uns dann im Stadion.

RWE-Tassen für den guten Zweck

Gilt auch für Leute, die nicht alle Tassen im Schrank haben, verkauft doch die Vereinigung „Westtribüne“ nochmals selbstgestaltete Tassen mit RWE-Motiven zu Gunsten von Raum 58, der Notschlafstelle wohnungsloser Jugendlicher. Wenn das nicht motiviert. Porzellan zerschlagen kann jede(r).

Helau und Alaaf!

der Happo

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