Interview

RWE-Legende Lippens hat Comeback noch nicht abgehakt

Willi Lippens (l., hier mit dem früheren Bundesliga-Schiedsrichter Walter Eschweiler) bekam zu seinem 70. Geburtstag einen Spielerpass ausgestellt.

Willi Lippens (l., hier mit dem früheren Bundesliga-Schiedsrichter Walter Eschweiler) bekam zu seinem 70. Geburtstag einen Spielerpass ausgestellt.

Essen.  Willi Lippens leidet mit Rot-Weiss Essen. Im Interview spricht der Ex-Profi über seinen Spielerpass und die Rolle von Präsident Michael Welling.

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Bayern-Star Arjen Robben hat am Samstag im Spitzenspiel beim 3:1-Sieg in Dortmund seinen 93. Bundesliga-Treffer erzielt. Eine ganz besondere Marke. Durch dieses Tor ist der 33-Jährige nunmehr alleiniger niederländischer Rekordtorschütze in der Bundesliga. Der Münchner überholte damit Willi "Ente" Lippens, langjähriger Linksaußen bei Rot-Weiss Essen und Borussia Dortmund. Darüber haben wir mit ihm gesprochen, aber auch über seinen Verein, Rot-Weiss Essen.

In dieser Saison schwächelt Ihr Herzensklub Rot-Weiss Essen mal wieder. Wie verfolgen Sie die Geschehnisse rund um RWE?

Willi Lippens: Ach, das tut mir immer sehr weh. Ich weiß nicht, wie lange ich noch lebe, aber ich wünsche mir so sehr, dass ich Rot-Weiss noch einmal in der Bundesliga oder zumindest der 2. Liga erlebe. Die Leute, und das sind ja auch viele junge Menschen, die immer noch zur Hafenstraße pilgern, tun mir leid. Sie stehen nach dem Spiel in der Kneipe oder am Montag auf der Arbeit und neben ihnen sind Blaue und Schwarz-Gelbe und lachen sich über Rot-Weiss kaputt. Die sprechen über Spiele gegen Gladbach, Bayern oder wen auch immer und der Essener? Er muss sich mit Wegberg-Beeck oder Westfalia Rhynern auseinandersetzen. Das ist sehr, sehr bitter für die Menschen. Vielleicht geht mein Traum in Erfüllung, dass wir gemeinsam durch Essen mit rot-weissen Fahnen spazieren und etwas zu feiern haben.

Wann gelingt denn RWE der Aufstieg aus der Regionalliga?

Willi Lippens: Das ist wirklich eine Schweineliga. In der 2. oder 3. Liga gibt es zwei feste Aufsteiger und noch einen Drittplatzierten, der in den Relegationsspielen den Sprung schaffen kann. Und in der Regionalliga? Da muss der Meister in die Relegation. Das hat nichts mit Sport zu tun. Deshalb kann man hier keinen Aufstieg planen oder prognostizieren. Man sieht aber mal wieder an der aktuellen Tabelle in der West-Staffel, wer denn überhaupt Hoffnung auf den Aufstieg haben kann. Das sind Klubs wie KFC Uerdingen oder Viktoria Köln, Vereine die Kohle haben. Ohne Moos geht es nicht. RWE hat für Viertliga-Verhältnisse wohl auch ein bisschen Geld. Aber da wurden in den letzten Jahren auch viele Euros in den Sand gesteckt - leider. Ich wünsche mit den Aufsteig lieber heute als morgen. Ich werde Rot-Weiss Essen immer die Daumen drücken.

Sie haben zum 70. Geburtstag einen offiziellen Spielerpass ausgestellt bekommen. Werden wir Sie noch einmal im RWE-Trikot auf Torejagd sehen?

Willi Lippens: Das wäre schön. Ich bin ja für diese Sache auch zu haben. Das habe ich mehrmals betont. Nur eins ist wichtig: Man darf den Gegner nicht lächerlich machen. Man muss Respekt vor dem Gegner haben und diesen am besten in diese Sache auch einweihen. Aber ob es wirklich noch einmal dazu kommen wird, weiß ich nicht. Das müssen ja die Verantwortlichen von Rot-Weiss planen und nicht ich.

Wie haben Sie den Rücktritt von Michael Welling erlebt?

Willi Lippens: Er hat sehr gute Jahre bei RWE gehabt. Michael Welling kam, als RWE am Boden lag. Welling hat es geschafft, RWE wieder zum Atmen zu bringen. Leider muss man aber auch sagen, dass es sportlich nicht vorwärts geht. Ich glaube, dass Rot-Weiss jetzt seit sechs Jahren in der Regionalliga spielt. Die Leute haben einfach keinen Bock mehr darauf. Und dann sucht man sich einen Schuldigen. Das ist überall so, nicht nur in Essen. Das weiß auch Michael Welling. Er hat einen guten Abschied verdient und dann werden wir sehen, wie es bei RWE ohne Welling weitergehen wird.

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