Niederrheinpokal

Rot-Weiss Essen zieht mit Ach und Krach ins Halbfinale ein

Zum letzten Mal zückte die Faust heraus, dann war es geschafft: Torhüter Marcel Lenz hielt die Rot-Weissen im Pokalwettbewerb.

Foto: Thorsten Tillmann

Zum letzten Mal zückte die Faust heraus, dann war es geschafft: Torhüter Marcel Lenz hielt die Rot-Weissen im Pokalwettbewerb. Foto: Thorsten Tillmann

Essen.  Torhüter Marcel Lenz musste gleich drei Elfmeter parieren, um den 5:4-Erfolg sicherzustellen. Baier vergab Elfmeter in regulärer Spielzeit.

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Mit Ach und Krach hat sich Rot-Weiss Essen ins Halbfinale des Niederrheinpokals gequält. Der 5:4-Sieg beim Oberligisten TuRu Düsseldorf wurde zur Elfmeter-Lotterie, in der der Favorit eine Niete weniger zog als der Außenseiter. Immerhin bedurfte es drei gehaltener Elfmeter von RWE-Keeper Marcel Lenz, um das Weiterkommen sicherzustellen, weil auf Essener Seite auch Kai Pröger und Benjamin Baier Fahrkarten schossen.

Als die Partie am Flinger Broich begann, überraschte RWE-Trainer Argirios Giannikis mit nur einer Maßnahme: Auf der linken Abwehrseite erhielt Tolga Cokkosan den Vorzug gegenüber Hervenogi Unzola, offensichtlich haben sich da in den letzten Trainingswochen die Kräfteverhältnisse verschoben. Für Kamil Bednarski reichte es nach Verletzung noch nicht für einen Kaderplatz, Kevin Grund saß zumindest auf der Bank für Notfälle. Dieser schien zunächst nicht einzutreten: Der Tabellen-13. der Oberliga fügte sich von Beginn an in seiner Außenseiterrolle und zog sich weit zurück. So nahm die Partie schon nach neun Minuten ihren erwarteten Verlauf: Kapitän Benjamin Baier hatte eine zuckersüße Flanke auf Kai Pröger am rechten Strafraumeck geschlagen, dieser machte noch ein paar Schritte und donnerte die Kugel unter die Latte: 1:0.

Was zur Beruhigung des letztjährigen Finalisten beitragen sollte, geriet in der Folgezeit leider zum Ruhekissen. Rot-Weiss richtete es sich mit der Führung im Rücken gemütlich ein, die Offensivbemühungen bis zur Pause gerieten kläglich, der blinde Pass in die Spitze fand nur wenig Adressaten. Und nach hinten geriet vieles zu sorglos: Timo Brauers Rückpass auf Torhüter Marcel Lenz wurde zur ernsthaften Prüfung und munterte die bis dahin harmlosen Düsseldorfer auf, etwas mutiger zu werden. In der 35. Minute war es dann tatsächlich passiert: Sahin Ayas flankte von rechts nach innen, in der Mitte rutschte Timo Becker aus, und Saban Ferati, ein Stürmer mit Regionalligaerfahrung, traf mit Seitfallschuss herrlich aus der Drehung zum 1:1. Die Quittung zur Pause für ein phlegmatisches Rot-Weiss-Spiel.

Baier hätte RWE die Verlängerung ersparen können

Nach dem Wechsel verlagerte sich das Geschehen wieder in die Turu-Hälfte. Spielerisch war es dürftig, was die Gäste aus ihrem Ballbesitz machten, kein Vergleich mehr mit der Form zum Ende der Hinrunde. Als Baier einen Freistoß hereinbrachte, landete Platzeks Kopfball (67.) in den Armen von Torhüter Nowicki. Dennoch glaubten die Essener Fans nach 78 Minuten, doch noch einen Haken unter diese Pokalpartie machen zu können: Dennis Malura passte schön in den Lauf von Platzek, der im Strafraum von Lukas Reitz von den Beinen geholt wurde. Es passte zur Partie, dass Baier beim anschließenden Strafstoß an Torhüter Nowicki scheiterte und Platzek den Nachschuss ans Außennetz setzte. Jetzt bekam die Partie endgültig peinliche Züge. Und so ging es in die befürchtete Verlängerung.

Baiers Elfmeter kreist jetzt noch über Düsseldorf

In der hätte Pröger seinen Kollegen wenigstens das Elfmeterschießen ersparen können. Endlich einmal frei durch im Strafraum auf der linken Seite, scheiterte er aber mit seinem Versuch aufs kurze Eck am Turu-Keeper (97.). So ging es tatsächlich in die Elfmeter-Lotterie.

Alle Scheinwerfer auf Torhüter Lenz: Ersten gehalten, zweiten gehalten – was sollte da noch passieren? Nun ja, Prögers Schuss wurde pariert, Baiers Gewaltschuss kreist jetzt noch über Düsseldorf. Da musste Lenz noch einen dritten entschärfen. Und Malura endlich endlich den Deckel draufmachen.

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