RWE-Analyse

RWE-Operation unter Neutrainer Giannikis ist gelungen

Volltreffer: Kamil Bednarski (Mitte) füllte die Position im Sturmzentrum mit seinen beiden Kopfballtoren mehr als  aus.

Foto: T.Tillmann

Volltreffer: Kamil Bednarski (Mitte) füllte die Position im Sturmzentrum mit seinen beiden Kopfballtoren mehr als aus. Foto: T.Tillmann

Essen.  Beim 2:0-Auswärtssieg in Erndtebrück setzt die Mannschaft die Vorgaben von Trainer Giannikis fast eins zu eins um. Bednarski trifft doppelt.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Fußball-Regionalligist Rot-Weiss Essen versteht es wieder zu siegen: Unter Neutrainer Argirios Giannikis gelang mit dem 2:0 (2:0) beim heißen Abstiegskandidaten TuS Erndtebrück der zweite Auswärtserfolg in Folge. Wie wichtig das Punkten in den letzten drei Spielen war, verdeutlicht der Blick auf die Tabelle: Noch immer ist die Abstiegszone nur drei Punkte entfernt. Mit dem Selbstvertrauen und den Erfolgserlebnissen sollte dieses Thema aber schon bald nicht mehr auf der Agenda stehen.

Auf der schmucken Kunstrasenanlage in Erndtebrück, wirklich ganz weit ab vom Fußball-Schuss, wird es für keine Mannschaft dieser Liga darum gehen, Schönheitspreise zu gewinnen. Aber man kann sich penibel vorbereiten und am Ende das Drei-Punkte-Ziel erreichen: „Das Spiel hat sich so entwickelt, wie wir es geahnt haben: Erndtebrück hatte viel Ballbesitz und eine gute Struktur, wir mussten kompakt verteidigen und auf die Momente warten, wo wir zuschlagen müssen. Das haben wir eiskalt gemacht”, analysierte Trainer Giannikis die 90 Minuten wie nach einer gelungenen Operation.

Kein Leckerchen für Fußball-Enthusiasten

Für Fußball-Enthusiasten war es sicherlich kein Leckerchen, was da im Pulverwaldstadion kredenzt wurde. Wer sich die erste halbe Stunde irgendwo zwischen den Tälern des Siegerlandes verfranst hatte, der hatte nicht wirklich was verpasst. Abgesehen von einem haarsträubenden Pass von Torhüter Heller nach 14 Minuten, der auf dem stumpfen Boden hängen blieb und fast Xhuljo Tabaku eine astreine Führungschance geboten hätte. Ansonsten verdichteten die Gäste dermaßen das enge Spielfeld, dass „hinten” kaum noch ein Fußballspiel herauskommen konnte.

Vorne hatte der RWE-Coach alle überrascht: Nicht David Jansen und Roussel Ngankam rückten für die Gesperrten ins Team, sondern Hervenogi Unzola rutschte in die Pröger-Position und Kamil Bednarskibesetzte den Platzek-Posten. Ergebnistechnisch gelang dies 200prozentig: Beide Male brachte Kevin Grund bei Freistößen die Kugel punktgenau in die gefährliche Zone, beide Male war Bednarski per Kopf zur Stelle. Das 2:0 direkt vor der Pause war quasi der Abpfiff für das Spiel. „Gegen eine Mannschaft wie RWE, die so kompakt steht und so brutal gegen den Ball arbeitet, war es fast unmöglich, nach der Pause zurückzukommen”, bekannte TuS-Trainer Florian Schnorrenberg.

Die Gastgeber wurden nach dem Wechsel zwar etwas forscher, ein, zwei Bälle im RWE-Dickicht rutschten schon mal durch, aber dann war Torhüter Heller mit großen Paraden aus kurzer Distanz zur Stelle. „Wir haben zweimal Glück gehabt, aber dafür ist ein Torhüter auch da, dass er auch mal einen Ball hält”, so der RWE-Coach. Sein Team ließ sich in Halbzeit zwei noch weiter zurückfallen, worauf Giannikis nach 57 Minuten mit der Einwechselung von Jansen reagierte, dafür rückte Bednarski wieder auf seinen linken „Wohfühl”-Flügel. „Wir wollten vorne mehr die Bälle halten, damit wir Zeit haben, nachzurücken”, so der Plan, der aber dann nur noch sporadisch aufging.

Mannschaft hat den nächsten Step gemacht

Sei’s drum, über den verdienten Sieg gab es keine zwei Meinungen, die Mannschaft habe, so Giannikis, wieder den nächsten Step gemacht: „Es war wieder ein Schritt von der mentalen Einstellung her. Die Spieler wissen nun: Okay, wir können es, unabhängig vom Spiel, egal, ob Derby oder nicht, zu Hause oder auswärts. Wir sind mental in der Lage, gegen jeden Gegner so zu arbeiten, weil es uns gerade widerspiegelt.” Nicht unbedingt immer schön anzusehen, aber momentan sehr Erfolg versprechend.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik