RWE-Trainer

RWE-Trainer Titz spricht über Erkrankung seines Sohnes

Der neue RWE-Cheftrainer Christian Titz.

Der neue RWE-Cheftrainer Christian Titz.

Foto: Michael Gohl

Essen  Christian Titz, neuer Trainer von Rot-Weiss Essen, gab ein sehr persönliches Interview, in dem er auch über die Krankheit seines Sohnes spricht.

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Am vergangenen Mittwoch ist Christian Tietz offiziell als neuer Trainer des Regionalligisten Rot-Weiss Essen vorgestellt worden. Er hat in Essen große Ziele. Titz machte schon auf der Pressekonferenz keinen Hehl daraus, dass er mit RWE oben mitspielen will.

Wenige Tage später gab er der Bild-Zeitung ein Interview und betonte nochmals, warum er bei Rot-Weiss Essen einen Vertrag bis zum 30. Juni 2021 unterschrieb, obwohl er zuletzt Trainer in der 1. und 2. Bundesliga war. "Ich wollte wieder ein Projekt starten, in dem ich mich wiederfinde – egal in welcher Liga. Das trifft auf Essen zu: Die Infrastruktur stimmt, hier wird solide gewirtschaftet und die Fan-Basis ist stark. Dazu kommt das gemeinsame Ziel, dass der Verein in den nächsten Jahren hochwill", sagt Titz.

Mit bis zu neun Zugängen plant der gebürtige Mannheimer noch. Dabei hat RWE bereits vor der Titz-Verpflichtung schon fünf neue Spieler geholt. Die, die folgen sollen, dürfen vor allem eins nicht: Angst vor der Hafenstraße haben. "Sie müssen lernen, unter Umständen auch mal ausgepfiffen zu werden. In Hamburg haben wir U23-Spieler vor über 50.000 Zuschauern reingeworfen. Was die Heißblütigkeit der Fans angeht, sind RWE und der HSV nicht weit voneinander entfernt. Das ist ein Lernprozess", erklärt Titz im Bild-Interview.

Angst im Fußball ist sowieso fehl am Platz. Das weiß Titz nur zu genau. Er weiß auch, wie hart das Leben außerhalb des Fußballs sein kann. Sein Sohn Luca (14) leidet an einer Rheuma-Erkrankung. Mit dieser geht der neue RWE-Trainer offen um und engagiert sich sogar für Kinder, die an Rheuma erkrankt sind.

"RheumaKinder"-Engagement

Die RWE-Fans haben bereits ein T-Shirt mit der Aufschrift "We love Big Titz" kreiert. Hinter diesem Slogan steckt aber viel mehr, als ein lockerer Spruch, wie Titz erklärt: "Eine ähnliche Aktion gab's schon in Hamburg, damals aber mit meinem Gesicht drauf. Hintergrund ist, dass mein Sohn Luca an Kinder-Rheuma erkrankt ist. In diesem Zusammenhang sind wir auf den Verein „RheumaKinder“ gestoßen. Die T-Shirts waren eine Benefiz-Aktion: Von jedem verkauften ging ein Euro an „RheumaKinder“. Das wäre in Essen ebenfalls denkbar.“


Laut Titz ist es durchaus möglich, dass der Verein "RheumaKinder" auch eine Außenstelle in Essen errichtet. Titz engagiert sich sehr gerne für dieses Projekt. „Rheuma, gerade bei Kindern, ist eine heimtückische Krankheit. Bei meinem Sohn wurden Ermüdungsbrüche diagnostiziert, die es gar nicht gab. Morgens ging's ihm schlecht, nachmittags wieder besser. Die Schmerzen sind riesig, deshalb fehlt in der Schule oft die Konzentration. Wir haben über zwei Jahre gebraucht, bis die Diagnose stand. Vor einem Dreivierteljahr brach die Krankheit erneut aus. Aktuell schlägt die Therapie wieder an. Rheuma ist nicht heilbar. Aber man kann damit leben, wenn frühzeitig reagiert wird."


Rot-Weiss Essen hat einen Fußballlehrer verpflichtet, der nicht nur Herz und Leidenschaft an der Seitenlinie zeigt.

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