RWE-Analyse

Trainer Giannikis sieht RWE-Elf auf einem guten Weg

Emotionen war auch im Spiel: Oberhausens Rafael Garcia (l.) wehrt sich gegen Kevin Grund und Kai Pröger.

Foto: Michael Gohl

Emotionen war auch im Spiel: Oberhausens Rafael Garcia (l.) wehrt sich gegen Kevin Grund und Kai Pröger. Foto: Michael Gohl

Essen.  Die Rot-Weiss-Essen-Fans gehen nach dem 1:1 im Derby zufrieden nach Hause, hatten sie doch eine erstaunliche Leistungssteigerung gesehen.

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RW Essen - RWO 1:1 (1:0)

RWE: Heller, Zeiger, Meier, Becker, Grund, Malura, Brauer, Baier, Bednarski (72. Jansen), Pröger, Platzek (84. Unzola).

Tore: 1:0 Platzek (13.), 1:1 Scheelen (89.).

Zuschauer: 8217

Die Essener Fans an der Hafenstraße fühlten sich nach langer Zeit mal wieder prächtig unterhalten. 89 Minuten lang. Sie jauchzten und jubelten und hatten schon zur Halbzeit neuen Glanz in den Augen. Bis der Oberhausener Alexander Scheelen mit dem Mute der Verzweiflung die Kugel nach einer zu kurz abgewehrten Ecke per Drop-Kick Richtung Tor jagte, wo sie RWE-Keeper Robin Heller mit den Fingerspitzen nur noch unter die Latte lenken konnte. RWE 1, RWO 1, kurz danach war Abpfiff.

Selten ist ein Unentschieden mehr gefeiert worden, selten fühlte es sich unglücklicher an. „Der Ausgleich zu diesem Zeitpunkt war vielleicht glücklich, aber er war nicht unverdient”, philosophierte RWO-Trainer Mike Terranova hinterher fast schon in Wegmannscher Manier. Na ja.

RWE erdrückte zu Beginn den Revierrivalen

Noch mal davongekommen, sinnierten da schon eher die RWE-Fans unter den dann doch „nur“ 8217 Zuschauern. Denn die Gastgeber legten los, als wollten sie die Nachbarn auffressen. Und das alles bei höchster Disziplin: Die Abwehrketten waren wie an der Schnur aufgezogen, jeder hielt seine Position und wurde gleich von draußen, von Trainer Argirios Giannikis, korrigiert, auch wenn es sich nur um Zentimeter handelte. Da arbeitet anscheinend einer mit dem Zirkel. Die Essener pressten unglaublich aggressiv und bei Ballbesitz ging sofort die Post, äh, der Pröger, ab. Gefühlt hat sich die Zeit im Umschaltspiel im Vergleich zu den nervigen Vorwochen glatt halbiert.

Und der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: Pröger in den Lauf des nach Sperre zurück gekehrten Dennis Malura, der mit raumgreifenden Schritten bis zur Grundlinie durchging, und in der Mitte musste Marcel Platzek nur noch die Stirn hinhalten – ein 1:0 mit Genussfaktor (13.). Hatte man so auf Video zigmal gesehen, grummelte Terranova dazu.

Am Ende fehlte der „Killer-Instinkt“

Und im Gegensatz zu früheren Heimspielen setzte bei RWE nun nicht das ängstliche Besitzstand-Denken ein, nein, das Giannikis-Team wollte mehr. Ex-RWE-Spieler Tim Hermes klärte nach Baier-Flanke in höchster Not erneut vor Platzek (20.). Aber: „Bei Ballbesitz hat die Sauberkeit von Aachen gefehlt, wir haben ihn zu schnell wieder verloren, da lässt man Körner”, bemängelte der RWE-Coach in der Analyse. Auch wenn RWO in der Offensive so gut wie gar nicht stattfand, sollten sich die Auswirkungen nach dem Wechsel zeigen.

„Am Ende haben Kraft und Kondition gefehlt. Dennoch haben wir nun in drei Spielen keine richtige Chance für den Gegner zugelassen, wir arbeiten defensiv-taktisch stabil, aber wir haben den Killerinstinkt nicht gehabt, das 2:0 zu machen”, ließ Giannikis schon am Ende ein wenig Enttäuschung durchblicken. Kevin Grund hatte sie gehabt, unmittelbar vor dem Oberhausener Ausgleich, als der eingewechselte David Jansen ablegte, die „Legende” im Team aber an der Fußabwehr Udegbes scheiterte. Kevin Grund ist in der Rolle des „Killers” bekanntlich fehlbesetzt.

Dennoch, so Giannikis, ziehe man wieder viel aus dieser Partie, die Mannschaft sei in einem „guten Prozess”, dem der nächste Step folgen müsse. „Jeder auf dem Feld hat sich gut gefühlt und gewusst, was er machen musste”, meinte Timo Brauer. Die Fans hatten es gespürt und spendeten deswegen nach Spielschluss trotz des Last-Minute-Frustes Applaus.

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