Fußball

Saisonabbruch: Rot-Weiss Essen hat aber noch ein Ziel

Marcus Uhlig, 1. Vorsitzender von Rot-Weiss Essen

Marcus Uhlig, 1. Vorsitzender von Rot-Weiss Essen

Foto: Thorsten Tillmann

Essen.  Verbandstag bricht Regionalliga-Saison offiziell ab und schickt Tabellenzweiten SC Verl in die Aufstiegsrelegation. RWE hofft auf Verbandspokal.

Nun ist es offiziell: Der Außerordentliche Verbandstag des Westdeutschen Fußballverbandes (WDFV) hat am Samstag den Abbruch der Regionalliga-Saison 2019/20 beschlossen. Die Delegierten sprachen sich, laut WDFV, mit großer Mehrheit dafür aus. Außerdem wurde der Tabellenzweite SC Verl für die Teilnahme an den Spielen um den Aufstieg in die 3. Liga gemeldet - das alles war so erwartet worden.

Die beiden Spiele für Verl gegen den Nordostvertreter 1. FC Lokomotive Leipzig wurden bereits vom DFB für den 25. und 30. Juni terminiert. SV Rödinghausen hatte als Tabellenerster und Meister auf eine Lizenzierung für die 3. Liga verzichtet. Die Rot-Weissen hatten per Antrag noch versucht, den Relegationsteilnehmer sportlich über ein Endrunden-Turnier zu ermitteln, doch das war vom Verband abgelehnt worden. Danach, so heißt es, habe RWE-Chef Marcus Uhlig seinem Verler Kollegen Raimund Bertels bereits gratuliert und viel Erfolg gewünscht.

Nur in Bayern wir Saison zu Ende gespielt

In den Regionalliga Nord, Nordost und Südwest stand der Saisonabbruch schon etwas länger fest. Eine überraschende Lösung gab es im Süden: Alle Ligen des baeyrischen Fußballverbandes - also auch die Regionalliga Bayern - sollen die 2019/2020 bis zum 30. Juni 2021 beenden. Eine Spielzeit 2020/2021 würde demnach entfallen.

„Wir werden uns das alles noch einmal in Ruhe anschauen, natürlich auch die Änderungen in der Spielordnung, das gehört zur Gesamtbewertung dazu“, sagt der RWE-Vorsitzende Marcus Uhlig. Damit haben auch die Essener einen Strich unter die Regionalliga-Spielzeit 19/20 gezogen, zumal sich die RWE-Spieler ohnehin schon seit einiger Zeit im Urlaub befinden.

Der neue Essener Trainer Christian Neidhart ist mit seinem aktuellen Arbeitgeber SV Meppen noch bis zum 4. Juli in der Dritten Liga gebunden. Trainingsauftakt an der Hafenstraße ist für Mitte Juli vorgesehen. Die neue Spielzeit soll dann am 5. September starten, wobei man nie so genau weiß, wie sich die Corona-Problematik entwickelt und welche Vorgaben von der Politik kommen. Mit oder ohne Zuschauer? Auch das muss sich zeigen, was in welcher Form möglich ist.

Intensive Spielzeit steht bevor

Den Rot-Weissen steht eine intensive Spielzeit bevor. Wie viele Mannschaften in der 4. Liga West spielen werden, ist allerdings offen. Die Aufsteiger SV Straelen, FC Wegberg-Beeck, SC Wiedenbrück und RW Ahlen kommen definitiv hinzu, macht 21. Sollte Preußen Münster aus der 3. Liga absteigen, was sich andeutet, und der SC Verl den Aufstieg verpassen, wären es 23 Mannschaften, also 44 Spieltage.

„Wir freuen uns darauf, so viele Heimspiele wie möglich austragen zu können“, sagt Uhlig. Zu einer Teilung der Liga in zwei Staffeln, wie es der Norden beabsichtigt, meint der RWE-Chef lediglich: „Bloß nicht.“

Termine im Verbandspokal sind noch offen

Offen ist noch immer die Frage, wie es im Verbandspokal weitergeht, dessen Sieger sich für die lukrative Hauptrunde im DFB-Pokals qualifiziert. Die Teilnahme allein wird mit gut 100.000 Euro honoriert. Der Wettbewerb soll in jedem Fall ausgespielt werden.

Das Halbfinale am Niederrhein steht noch aus, RWE hätte dort als klassenhöchstes Team gute Chancen, den Pott zu holen, in der Vorschlussrunde wurde Rot-Weiss der Oberligist TVD Velbert (Rang 13) zugelost. Im zweiten Halbfinale stehen sich in 1. FC Kleve und 1. FC Bocholt ebenfalls zwei Oberligisten gegenüber.

Hauptrunde im DFB-Pokal im Oktober?

Am kommenden Mittwoch lädt der Fußballverband Niederrhein (FVN) zum außerordentlichen Verbandstag. „Das Halbfinale wird vielleicht im August gespielt, das Finale könnte dann Anfang oder Mitte September stattfinden“, kalkuliert Marcus Uhlig. Für die erste Hauptrunde im DFB-Pokal wäre Ende Oktober eine Option. Rot-Weiss hat jedenfalls nach wie vor die Chance, zumindest ein Ziel aus der Saison 2019/20 noch zu erreichen.

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