RWE-Kolumne

Zwischen Trainer und RWE-Fans braut sich was zusammen

Foto: Michael Gohl

 Foto: Michael Gohl

Auch bei RWE-Urgestein „Happo“ wollten sich nach dem Pokalsieg keine Glücksgefühle einstellen. Nur der mögliche Geldsegen tröstet.

Fußball ist Ergebnissport. Der Pokal und seine Gesetze. Wer die Partie der Rot und Weißen aus Essen gegen den Oberligisten TuRu Düsseldorf unter diesen Gesichtspunkten bewertet, dem kann nur zugestimmt werden. RWE steht im Halbfinale des Niederrhein-Pokalwettbewerbes. Ziel erreicht. Gratulation! Gut für den Verein, gut für die Finanzen.

Gut für Essen? Naja, lass ich mal offen. Das Weiterkommen beruhigt, Glücksgefühle wollen sich trotzdem nicht einstellen. Das lag zum einen an der Art und Weise, wie das erste Pflichtspiel in diesem Jahr absolviert wurde – eben, wie eine Pflichtaufgabe. Nicht mehr, nicht weniger. Für Keeper Marcel Lenz trifft das eher nicht zu, er wird sich sicher immer wieder gerne an die Begegnung erinnern. Zu Recht. Drei Elfmeter hält man nicht alle Tage.

Die Reaktionen der Anhänger nicht ignorieren

Ein anderer Grund für die eher gedämpfte Grundstimmung ist das Verhältnis von Trainer Argirios Giannikis zu den Fans. Mag sein, dass die Verantwortlichen professionell mit dem Thema umgehen (wollen), die Reaktionen der Anhänger werden auf Dauer nicht ignoriert werden können. Das Verhältnis ist massiv abgekühlt, was nur wenig bis gar nichts mit den eisigen Temperaturen im Paul-Janes-Stadion zu tun hat. Auch ohne Glaskugel ist abzusehen, was sich da zusammenbraut. Es wird nur Verlierer geben.

So wie in der Personalfrage Andreas Winkler auch. Gut, dass die Akte geschlossen wurde. Mehr als ein Indiz: Marcus Uhlig hat die Regentschaft an der Hafenstraße übernommen. Aussitzen scheint nicht sein Ding zu sein. Dessen Statements lassen erahnen, welche Probleme er vorrangig angehen will. Dazu gehört eine intakte, gut funktionierende Jugendarbeit. Nichts lieber als das. Sowohl die U19 wie auch die U17 befinden sich auf dem Weg zurück in die höchsten Ligen, was allerdings (noch) nicht mit dem neuen Vorstandsvorsitzenden in Verbindung gebracht werden kann. Wieviel Geld die Trennung mit dem ehemaligen Jugendleiter kostet, darüber wird wie gewohnt der Mantel des Schweigens gestülpt. Fest steht nur, RWE muss mal wieder zahlen.

Der Pokalwettbewerb bietet für RWE augenscheinlich die einzig kurzfristige Möglichkeit, ein paar Euros zusätzlich zu verdienen. Holt man die Trophäe, winken immerhin über 100 000 dieser derzeit noch stabilen Währung. Für solche Beträge werden Leute wie Aubameyang oder Mehmet Özil nur ein müdes Lächeln übrig haben, verdienen sie doch das Vielfache dieser Summe innerhalb einer Woche. Ich wiederhole, innerhalb einer Woche!

Was soll’s, ich bin nicht neidisch drauf, auch nicht auf einen Goldenen Range Rover. Mir reichen morgens zum Frühstück zwei Scheiben Golden Toast, oder wenn ich beim Spazieren nicht in den Haufen trete, den ein Golden Retriever hat fallen lassen.

Zeit bis zum 16. Februar intern nutzen

Ein Leichtes, RWE-Fans zufriedenzustellen. Denn: haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß. Andy Brehme hat vollkommen Recht. Nicht nur an den Börsen, auch im Zusammenhang mit dem (Profi)- Fußball regelt vieles der Markt, wer auch immer dahinterstecken mag. Wie wär’s mit der Verpflichtung einiger Spieler aus Saudi Arabien?! Die kosten kein Geld, bringen sogar noch welches mit. Das lindert den Schmerz, wenn sie nix taugen. Soll ja schon Spieler gegeben haben, die reichlich absahnten und zusätzlich nichts leisteten. Das nächste Pflichtspiel von Rot-Weiss Essen ist für den 16. Februar terminiert. Zeit, die hoffentlich genutzt wird, intern nachzubessern, spielerisch wie personell. Hauptsache man weiß, woran man ist. Schlingerkurse sind out. Bei allen Differenzen - bleibt menschlich.

der Happo

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