Verbandstag Regionalliga West

RWO-Chef Hajo Sommers: Endlich ist der Abbruch da!

Hajo Sommers, hier in Nicht-Corona-Zeiten im Mai 2018 vor dem Niederrheinpokal-Finale. Der RWO-Präsident macht sich jetzt mit seinem Team Gedanken, wie man Zuschauer unter Corona-Vorschriften im Stadion Niederrhein unterbringen könnte.

Hajo Sommers, hier in Nicht-Corona-Zeiten im Mai 2018 vor dem Niederrheinpokal-Finale. Der RWO-Präsident macht sich jetzt mit seinem Team Gedanken, wie man Zuschauer unter Corona-Vorschriften im Stadion Niederrhein unterbringen könnte.

Foto: dpa Picture-Alliance / Revierfoto

Oberhausen.  Der Verbandstag des Westdeutschen Verbandes brachte eine klare Entscheidung. Planungssicherheit haben RWO, RWE oder Aachen dennoch nicht.

Zehn Tage vor dem regulären Ende der Saison in der Fußball-Regionalliga wird diese endlich abgebrochen. Das ist das Resultat des Außerordentlichen Verbandstages des Westdeutschen Fußball-Verbandes. Nach 96 quälend langen Minuten, die meist einem Computer-Kurs für Anfänger glichen, war es so weit. 114 von 118 Delegierte der per Stream vorgenommenen Entscheidung votierten für den Abbruch der am 15. März ausgesetzten Spielzeit. Es gab eine Nein-Stimme und drei Enthaltungen. Bereits vor Wochen hatten sich 16 Regionalligisten für den Abbruch ausgesprochen.

RWO mit seinem Präsidenten Hajo Sommers hatte dies von Beginn an der Krise erkannt und genau diese Entscheidung eingefordert: „Alles andere als ein Abbruch wäre Wahnsinn.“ Sommers bemängelte, dass den Vereinen durch diese fast dreimonatige Schwebephase viel Zeit zum Planen genommen würde.

Der Beginn der neuen Saison ist für das erste September-Wochenende vorgesehen. Die scheinbare Planungssicherheit jedoch trügt gewaltig. Gerade mit Blick auf die aktuelle Verlängerung des Verbotes für Großveranstaltungen bis Ende Oktober. Denn Verband und Vereine können nur mit dem planen, was die Infektionslage und die daraus folgenden Vorschriften für den Spielbetrieb bedeuten. Sommers wie sein Essener Kollege Marcus Uhlig sind vehement gegen Geisterspiele, da allein Zuschauer in der Regionalliga Umsätze bescheren.

Der SC Verl ist der Teilnehmer an der Relegation um den Aufstieg in die Dritte Liga. Die wird am 25. Juni, 17 Uhr, zunächst beim Nordost-Vertreter Lok Leipzig gespielt, am 30. Juni, 16 Uhr, beim SC Verl. Die versuche von Rot-Weiss Essen oder Rot-Weiß Oberhausen wegen der Corona-Krise etwa eine zweigleisige Dritte Liga oder eine Aufstiegsturnier mit Verl, RWE und RWO zu erwirken, waren bekanntlich im Vorfeld gescheitert. So beendet der SV Rödinghausen die Runde als Erster (63 Punkte/26 Spiele), hatte aber keine Lizenz für die Dritte Liga beantragt. Es folgen der SC Verl (53/22), RWE (51/24) und RWO (46/23).

Sommers zur möglichen Entwicklung mit Saisonbeginn (wann auch immer): „In unseren Verbandsstatuten steht, dass Geisterspiele kein Thema sind. Da sind sich alle Regionalligisten einig. Jetzt müssen wir uns gedulden und abwarten, was die Politik entscheidet und was das für den Sport bedeutet.

Sommers mutmaßt, ähnlich wie jetzt auch geschehen, dass die Entscheidungen über Zuschauer in den Stadien wieder von oben nach unten getragen werden. Zunächst käme die DFL, dann der DFB und dann die Verbände, die die Regionalligisten betreuen. Schalke und Dortmund etwa planen bereits, wie Zuschauern den Vorschriften entsprechend eingelassen werden könnten. Auch RWO hat sich schon vor Wochen Gedanken zu dem Thema gemacht und ein Konzept erarbeitet. Sommers: „3000 Zuschauer bekämen wir im Stadion Niederrhein hin.“

Sommers: „Klar ist auch, dass wir im September kein Derby gegen Rot-Weiss Essen vor 14.000 Zuschauern bestreiten werden. Unmöglich! Wenn wir aber bis zum Jahresende gar keine Fans reinlassen dürften, dann könnten wir die kommende Saison sowieso abblasen.“ Dies schwante dem Sportlichen Leiter Patrick Bauder (familiär bedingt medizinisch bestens informiert) bereits beim Aussetzen im März: „Das ist eine schwere Seuche, das ist keine Erkältung. Wer sagt uns, dass es wirklich im September weiter gehen kann.“

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