RWO - Wuppertaler SV

RWO: Der perfekte Schuss von Alex Scheelen trifft ins Glück

Oberhausen.   1:0 geführt, das 1:1 per Elfer kassiert. RWO rannte danach für das Siegtor an. Und Mike Terranova brachte den Sechser Alex Scheelen. Warum ihn?

Für jeden im Stadion war es ein unfassbarer Moment.

Die 93. Minute, 1:1 im Spiel Rot-Weiß Oberhausen gegen Wuppertal. Seit der 78. Minute weiß jeder: Viktoria Köln hat kurz zuvor 1:2 gegen die U 21 des 1. FC Köln verloren. RWO hat die große Chance, Boden auf den Spitzenreiter gutzumachen.

Nach dem 1:0 von Raphael Steinmetz (61.); nach brillanter Vorarbeit des eingewechselten Cihan Özkara hämmert Steinmetz aus zwölf Metern trocken rechts unten ein, hoffen alle RWO-Anhänger im Stadion auf ein gute Ende. Das Meisterschaftsrennen soll aus offen bleiben.

Nicht gut gespielt, Bauder und Odenthal fehlten

RWO hatte bis dahin nicht gut gespielt, im Mittelfeld fehlte die ordnende Hand für die gefährlichen Pässe durch die zwei Viererketten der clever verteidigenden Bergischen. Das Fehlen von Patrick Bauder und Maik Odenthal machte sich erstmals substanziell bemerkbar. Das sieht Mike Terranova, wechselt den schwachen Dario Schumacher zur Pause und bringt für ihn den agilen Cihan Özkara. Der fungiert nun neben Steinmetz als zweiter Zehner und bringt Biss mit starkem Pressing. Das wird belohnt durch den Treffer von Steinmetz.

Doch dann der Moment der Starre. Yassin Ben Balla und Mike Jordan nehmen Kevin Hagemann im Strafraum in die Zange, attackieren zwar nicht, aber Hagemann wittert die Chance zum denkbaren Foul und Schiedsrichter Niklas Dardenne pfeift prompt den Strafstoß. Gaetano Manno verwandelt sicher zum Ausgleich (74.). Es ist folgerichtig, dass Terranova Tarik Kurt für den wirkungslosen Francis Ubabuike bringt. Aber im ersten Moment weiß niemand, warum Alex Scheelen für Raphael Steinmetz kommt. Um das Remis zu sichern?

Warum ausgerechnet Alex Scheelen?

Das wäre selbstredend Quatsch und der Fußballlehrer sagt nachher auch: „Wir haben alles reingeschmissen.“

Wer nachhaltig ins Grübeln gerät, nicht an der überstandenen Krebserkrankung von Scheelen oder seinem jetzigem Heimdebüt hängen, sondern bei Fußball bleibt, dem taucht ein Scheelen im Gedächtnis auf, der oft dort stand, wo ihn niemand auf der Rechnung hatte. Das war bei einem Pokal-Halbfinale gegen den MSV schon einmal der Fall oder bei einem Kopfball-Tor in Wegberg-Beeck, wo es nur darauf ankam, 1:0 zu gewinnen.

Alex Scheelen hatte niemand auf der Rechnung, der stand einfach nur am langen Pfosten und drin war das Ding.

Göddes Vorbereitung war brillant

Nach dem Strafstoß biss sich RWO die Zähne an den Wuppertalern aus und muste froh sein, dass die starken Kevin Hagemann und Semir Saric oder Gaetano Manno final nicht mehr die Kraft hatten, um das Spiel für den WSV zu kippen.

Und dann kam die 93. Minute. Philipp Gödde sieht die Wuppertaler Defensive vor sich, täuscht den Zug nach rechts Richtung Strafraum an und passt dann links auf Scheelen. Der ist zehn Meter vor dem langen Pfosten frei, die WSV-Abwehr rückt hektisch auf seine Seite. Scheelen wartet den Sekundenbruchteil, dass die Ordnung verloren geht und schiebt den Ball dann mit rechts und per Innenrist gegen die Laufrichtung aller ins nun lange Eck. Es ist der perfekte Schuss.

Dieser Jubel, diese Intensität des Moments wird noch lange jedem Gänsehaut bereiten, der das erleben durfte.

Was dieses Tor und dieser Sieg in Scheelen selbst und der Mannschaft auslösen wird, lässt das Beste hoffen.

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