Niederrheinpokal

„Streichholz ins Pulverfass“: RWO-Schmähgesänge provozieren RWE-Fans

Patrick Bauder steht bei den RWO-Fans.

Foto: Micha Korb / FUNKE Foto Services

Patrick Bauder steht bei den RWO-Fans. Foto: Micha Korb / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Nach dem Finale im Niederrheinpokal kam es zu Tumulten. Die Fans von Rot-Weiß Oberhausen wurden zu Schmähgesängen gegen RWE animiert.

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Die Partie zwischen Rot-Weiß Oberhausen gegen Rot-Weiss Essen war gerade beendet, da musste auch schon die Polizei auf dem Spielfeld Präsenz zeigen. Fans der Gastgeber stürmten nach Schlusspfiff den Rasen, feierten den 2:1 (1:0)-Sieg ihrer Mannschaft im Finale um den Niederrheinpokal. Bei den Anhängern aus Essen machte sich derweil Frust breit. Böller flogen aus dem Block, die Polizei musste Pfefferspray einsetzen.

Auch die Oberhausener trugen in dieser Situation wenig zur Deeskalation bei. Zunächst bekam RWO-Kapitän Patrick Bauder im Laufe der Siegesfeier das Mikrofon in die Hand gedrückt. „Und irgendwann einmal gewinnen wir den Niederrheinpokal“, brüllte der 28-Jährige. Anschließend wurde die rhetorische Frage „Heute ist doch der Tag, an dem Rot-Weiss Essen starb, oder?“ Bauder versicherte im Gespräch mit dieser Redaktion glaubhaft, dass diese Provokation nicht von ihm ausging. „Ich habe definitiv nichts Abfälliges gegen die RWE-Fans gesagt. Das wäre gegenüber dem Gegner respektlos“, sagte der Mittelfeldspieler.

Wer letztendlich diesen Satz sagte, ließ sich in der unübersichtlichen Situation zunächst nicht feststellen. Die Ansage war für Oberhausens Fans auf jeden Fall das Startsignal, Schmähgesänge gegen den Rivalen aus der Regionalliga West anzustimmen. Auf der Melodie von Juliane Werdings „Am Tag, als Conny Kramer starb“ besangen sie den Tod des Traditionsklubs von der Hafenstraße. Die Provokationen stachelten die Essener noch mal an. Es dauerte eine Weile bis die Ordnungskräfte alles unter Kontrolle hatten.

RWE-Präsident Uhlig: "Eine unübersichtliche Situation auf beiden Seiten"

RWE-Präsident Marcus Uhlig sprach hinterher von „unübersichtlichen Situationen auf beiden Seiten“, die er nicht abschließend bewerten wollte. Kritik am Gastgeber schwang in seinen Aussagen aber mit durch. „Ich weiß nicht, ob das in einer so emotionalen Situation noch sein muss“, betonte der 47-Jährige. „Ich habe gedacht, da wirft einer ein Streichholz ins Pulverfass.“

Die Provokation erinnerte übrigens an die vom langjährigen Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack. Der stimmte nach einem Sieg mit Bayer Leverkusen mal Schmähgesänge gegen den rheinischen Rivalen an und brüllte „Scheiß FC Köln“ ins Megafon. Der feine Unterschied: Bei Ballacks verbaler Entgleisung waren keine Fans des verschmähten Klubs im Stadion. Er brüllte sie damals nach einem Sieg über Schalke 04 heraus.

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