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RWO setzt im Endspurt auf die Unterstützung der Fans

Volle Tribüne, beste Stimmung. Durch die neue Emscher-Tribüne ist es im Stadion deutlich lebhafter geworden. So etwas bringt Punkte.

Volle Tribüne, beste Stimmung. Durch die neue Emscher-Tribüne ist es im Stadion deutlich lebhafter geworden. So etwas bringt Punkte.

Foto: Micha Korb

Oberhausen.   In der Aufstiegssaison 2007/08 war RWO Stadtgespräch. Das könnte in den nächsten Wochen wieder geschehen. Die Mannschaft sieht die Chance.

In der Aufstiegssaison hatte Gerd Kehrberg einen Plan. Damals, 2007/08, wollte der Geschäftsführer und Werbe-Fachmann Rot-Weiß Oberhausen zum Stadtgespräch machen. „Talk of the town“, nannte er das in Werbersprache. Aber es gelang, das letzte Heimspiel war ausverkauft, die Aufstiegs-Sause in Liga zwei sollte steigen. Tat sie erst eine Woche später, war aber trotzdem der Beginn einer Freundschaft der Bürger dieser Stadt mit ihrem ersten Fußballverein. Gleiches wollen die Rot-Weißen in dieser Spielzeit noch hinkriegen: Euphorie, Aufstieg, Publikumsnähe und Kontinuität.

Das RWO-Ziel wird klar formuliert: Viktoria überholen

„Daran arbeiten wir und wir sind auf einem guten Weg“, sagt der sportliche Leiter Jörn Nowak. Im Winter sei die Situation noch verhaltener gewesen, jetzt bekennen sich die Rot-Weißen zu dem Ziel, in den letzten verbleibenden Spielen Viktoria Köln zu überholen und den Aufstieg noch zu schaffen.

Dazu steht RWO mangels leerer Kassen kein Geschäftsführer und keine Werbeagentur mehr zur Verfügung, die eine geschickte Kampagne steuerte. Nein, diesmal setzen die Oberhausener um den Vorstand mit Hajo Sommers, Thorsten Binder und Herbert Jöring nebst aller Mitarbeiter darauf, dass sich aus der Begeisterung des Publikums eine Welle bildet, die die Mannschaft nach oben trägt. Euphorie hausgemacht. „Wir arbeiten am Limit, wir brauchen die Bürger dieser Stadt, um uns in den letzten Spielen nach vorne zu peitschen. Wir haben Euphorie im Team, jeder will es schaffen“ sagt Nowak. Es waren mal elf Punkte Rückstand auf die Viktoria, jetzt sind es noch drei.

Sieg gegen den WSV war beste Werbung für RWO

Wie Begeisterung funktionieren kann, zeigte die Partie gegen den Wuppertaler SV. Nach kurzer Schockstarre wegen des Ausgleichs zum 1:1 trieben die Anhänger die Mannschaft in der Schlussviertelstunde mit sensationeller Unterstützung nach vorn und zum Siegtreffer in der letzten Minute der Nachspielzeit. „Und das war nicht das erste Mal, gegen Düsseldorf und Wattenscheid fielen auch späte Tore, als wir auf unsere neue Tribüne gespielt haben“, sagt Nowak. „Da wächst was zusammen.“

Solch eine Euphorie erhofft er sich für die letzten Heimspiele gegen 1. FC Köln II, Essen und Verl. Er ist sicher, dass der Zuschauerzuspruch deutlich steigen wird.

Durch die langsame, aber stetige Zunahme der Besucher wird klar, dass angekommen ist, dass die Mannschaft authentisch ist wie sie es damals mit Mike Terranova und Dimi Pappas ebenso war. Dafür steht auch der Trainer Terranova,m der seine Spieler eingeschworen hat. Damals fruchtete das. Im vorletzten Heimspiel der Saison 2007/8 gewann RWO an einem Freitagabend 2:0 gegen Eintracht Braunschweig, vor stolzen 8100 Zuschauern.

Zum letzten Heimspiel dieser Saison pilgerten Fans durch die ganze Stadt, die Partie gegen Erfurt war allein mit Oberhausener Zuschauern komplett ausverkauft. Eine ähnliche Begeisterungswelle wird sich womöglich nicht wiederholen lassen, zu sehr haben sich die Zeiten geändert. Aber dass RWO eine Truppe zusammen geschmiedet hat, die mit Herz und Leidenschaft, wiederholte sich gerade in diesen Tagen und Wochen. Und die, egal wie diese Spielzeit endet, im großen Kern beisammen bleibt. Das sicherte Nowak zu.

Am besten auf RWO-Masseur Andi Münker hören

Wenn man auf Andi Münker hört, wird das in der 3. Liga geschehen. Der RWO-Masseur ist eine Art wandelndes Orakel, lag zu oft schon mit seinen Prognosen richtig. Nach dem Spiel bei Viktoria Köln ging er zu dem ehemaligen Rot-Weißen Tobias Willers und sagte dem: „Wir kriegen euch noch.“ Willers, mit Viktoria damals bei stabilen neun Punkten Vorsprung, lachte nur.

Das Lachen dürfte Willers mittlerweile vergangen sein.

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