Rot-Weiß Oberhausen

RWO-Trainer Terranova: „Wir werden alle lernen“

Trainer Mike Terranova (l.) und Co Dirk Langerbein hatten schnell Gesprächsthemen.

Trainer Mike Terranova (l.) und Co Dirk Langerbein hatten schnell Gesprächsthemen.

Foto: Micha Korb / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  RWO-Trainer Terranova bewahrt nach den beiden Platzverweisen beim turbulenten 3:1 gegen Haltern die Ruhe, übt aber auch Kritik an seinem Kapitän.

Das war ein teuer erkaufter Sieg der Fußballer von Rot-Weiß Oberhausen über den TuS Haltern. Ob er sich zur Tragödie des berühmten Pyrrhussieges auswächst – also zu einer dauerhaften Schwächung führt? Fehlen werden Kapitän Jannik Löhden vermutlich ein paar Wochen und mit Cihan Özkara der bislang erfolgreichste Torschütze am kommenden Montag in Dortmund. Die Platzverweise werden noch beschäftigen.

Schon auf dem Platz begann am Mittwochabend die „Abrechnung“, denn Terranova nahm Löhden gleich beim Abgang ins Gebet: „Als der vom Strafraum aus Richtung Rudel rannte, wusste ich Bescheid“, meinte „Terra“ nachher: „Das war sein schnellster 30-Meter-Sprint der jüngeren Vergangenheit.“ Der Kapitän fühlte sich offenbar als Schutzschild und Rächer zugleich und baute sich Brust an Brust und nicht schubsend vor einem TuS-Akteur auf, was Schiedsrichter nicht gern sehen, auch wenn es keine Tätlichkeit ist. Egal: Das gehört sich nicht, das ist fahrlässig, das ist dumm und schadet der Mannschaft!

Viel Hektik auf und vor der Halterner Bank

Bei Özkara war’s ähnlich: Gelb für Ballwegschlagen nach dem Abseitspfiff (tat er übrigens zwei Mal) ist schon überflüssig, und die Armbewegung kurz vor Schluss, die einige als Handspiel sahen, andere als Andeutung eines Ellenbogenchecks, fällt in die gleiche Kategorie. Dass der Linienrichter das laufende Spiel (mit einer Chance für Haltern) unterbrach, um den Platzverweis zu fordern, spricht nicht gerade für dessen innere Verfassung.

Vielleicht hatte der Aufenthalt vor der Halterner Bank Wirkung hinterlassen. Der war nämlich alles andere als vergnügungssteuerpflichtig. Ein Trainer als Irrwisch, gegen den Jürgen Klopp wie ein Hort der Kontemplation wirkt, eine ständig lamentierende, aufspringende Reihe von Funktionsträgern und Auswechselspielern. Für solche Fälle ist doch die Regeländerung Richtung Trainern gedacht gewesen? Man muss als Schiedsrichter natürlich auch mal darauf hinweisen. Das hat Schiri Maibaum, der eigentlich für umsichtige und faire Spielleitung bekannt ist, am Mittwoch versäumt.

Sportlich wieder im Zwei-Punkte-Schnitt

Widmen wir uns dem Fußball und der Tabelle. Letztere ist erfreulicher, denn RWO hat jetzt 18 Punkte aus neun Spielen und führt mit diesem Zwei-Punkte-Schnitt das Verfolgerfeld hinter dem Spitzentrio an. So weit, so gut.

Das Spiel allerdings gehörte zu den schlechteren der letzten Spielzeiten. Und da tröstet vielleicht, dass auch der Trainer erkannt hat, was andere Kenner gleichfalls sehen und sagen: Es fehlt an Mut, an Selbstvertrauen, an einer gewissen Wurschtigkeit auch, was man nicht verwechseln sollte mit Überheblichkeit oder Arroganz. Aber lieber wird der Ball zum vierten Male zurückgespielt als auch nur der Ansatz eines Dribblings gewagt. Mit dem könnte man nämlich auch so backsteinerne Abwehrverbünde wie den des Aufsteigers ins Bröckeln bringen.

Vielleicht besser für die Entwicklung als ein 5:0

Terranova sucht das Positive: „So ein Spiel kann für die Entwicklung der Mannschaft besser sein als ein billiges 5:0. Wir werden alle lernen.“ Vor Dortmund am Montag übrigens ist ihm nicht bange: „In der Innenverteidigung wird Nico Klaß übernehmen, im Angriff haben wir mit Philipp Gödde in der Hinterhand und mit Tarik Kurt Alternativen.“

Die Bank ist gut besetzt, und das war eine Komponente im „Geheimnis“ der letzten Saison.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben