FC Schalke 04

Breitenreiter wäre an Nübels Stelle auf Schalke geblieben

André Breitenreiter kennt Alexander Nübel sehr gut. Gemeinsam sind der Trainer und der Torwart 2015 vom SC Paderborn 07 zum FC Schalke 04 gekommen.

André Breitenreiter kennt Alexander Nübel sehr gut. Gemeinsam sind der Trainer und der Torwart 2015 vom SC Paderborn 07 zum FC Schalke 04 gekommen.

Foto: Swen Pförtner / dpa

Gelsenkirchen.  Zur Saison 2015/16 sind Trainer André Breitenreiter und Torwart Alexander Nübel gemeinsam vom SC Paderborn 07 zum FC Schalke 04 gekommen.

Jeder Fußball-Experte hat momentan eine Meinung dazu, ob es Sinn ergibt, dass Alexander Nübel nach dieser Saison vom Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 zum Rekordmeister FC Bayern München wechseln und den Zweikampf mit Nationaltorwart Manuel Neuer aufnehmen wird. Nun hat sich auch André Breitenreiter geäußert, also jemand, der Alex Nübel sehr gut kennt: Der ehemalige Trainer der Königsblauen hatte den Torwart zur Saison 2015/16 vom SC Paderborn 07 mitgebracht.

Wie war das denn damals? „Ich habe Alex mit zu Schalke 04 genommen, weil ich von seiner sportlichen und menschlichen Qualität absolut überzeugt war. In Zusammenarbeit mit Ralf Fährmann sollte Alex den nächsten Schritt in seiner persönlichen Entwicklung machen“, erzählt André Breitenreiter im Interview mit Sport1. „Ich erinnere mich, dass sich damals einige Personen auf Schalke die Frage stellten, was wir mit dem zweiten Torwart aus Paderborn wollen. Keiner hatte ihn auf dem Zettel. Aber Alex hat sich in dieser Zeit zum U-21-Torwart entwickelt, später zur Nummer eins und schließlich auch noch zum Kapitän. Das war eine enorm schnelle Entwicklung, die so nicht vorhersehbar war. Aber ich habe gesehen, dass Alex sehr großes Potenzial besitzt, ein absoluter Top-Keeper zu werden, der eine große Karriere vor sich haben kann.“

André Breitenreiter ist am 27. Januar 2019 in Hannover rausgeflogen

Doch Alexander Nübel hätte diese Entwicklung zunächst noch auf Schalke vorantreiben können – als gesetzter Keeper und eben nicht im Schatten Manuel Neuers. Oder? „Das kann man aus verschiedenen Perspektiven sehen. Die Bayern haben eine sehr clevere und intelligente Entscheidung getroffen, weil Alex zu den besten deutschen jungen Torhütern zählt und im Sommer ablösefrei ist“, meint André Breitenreiter, der seit seinem Rausschmiss am 27. Januar 2019 bei Hannover 96 nach der 1:5-Niederlage gegen Borussia Dortmund ohne Trainer-Job ist.

„Ich könnte mir vorstellen, dass er sich vor seiner Entscheidungsfindung auch an den damaligen Wechsel von Paderborn zu Schalke zurückerinnert hat, den auch nicht alle verstanden und für einen zu großen Schritt gehalten haben“, sagt der Fußball-Lehrer. Aber Alex Nübel habe sich auf Schalke herausragend entwickelt und etabliert, und „vielleicht kann er auch in der Zusammenarbeit mit Manuel Neuer den nächsten Schritt gehen“, meint der 46-Jährige.

André Breitenreiter: „Die Bayern benötigen zwei klasse Keeper“

Allerdings macht André Breitenreiter kein Geheimnis daraus, dass er sich anders entschieden hätte als Alexander Nübel. „An seiner Stelle wäre ich auf Schalke geblieben“, sagt der 144-malige Bundesliga-Spieler (28 Tore). „Schalke ist ein großer Klub mit fantastischen Fans, bei dem er als Nummer eins hätte weiter reifen können. Er ist in einem Alter, in dem er spielen muss. Wir werden sehen, wie oft er tatsächlich spielt. Manuel Neuer ist in den vergangenen Jahren hin und wieder mal verletzt ausgefallen, so dass Sven Ulreich zu vielen Einsätzen gekommen ist. Das wird Alex sicher in seine Entscheidung mit einbezogen haben.“

Nichtsdestotrotz ist es alles andere als ein Geheimnis, dass Hansi Flick, den der FC Bayern München bis 2023 als Trainer an sich gebunden hat, ein großer Befürworter Manuel Neuers ist, dessen Vertrag (zurzeit bis 2021) voraussichtlich ja verlängert wird. Die Parteien pokern bekanntlich um die neue Laufzeit (bis 2023, 2024 oder 2025). Ein Nachteil für Alexander Nübel? „Gar nicht“, antwortet André Breitenreiter. „Alex spielt schon auf einem hohen Niveau. Ihm war sicher klar, dass Manuel Neuer seinen Vertrag verlängern wird. Die Bayern möchten in allen Wettbewerben konkurrieren, und dafür benötigen sie zwei klasse Keeper. Zu verlässlichen Einsätzen wäre Alex sicher auf Schalke gekommen, aber auch in München wird er Gelegenheiten bekommen zu spielen.“ (AHa)

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