Kommentar

Guter Fußball allein darf Schalke nicht zufriedenstellen

Enttäuschung am Ende: Schalkes Torwart Alexander Nübel (links) und Verteidiger Salif Sané in Hoffenheim.

Enttäuschung am Ende: Schalkes Torwart Alexander Nübel (links) und Verteidiger Salif Sané in Hoffenheim.

Foto: foto: Sebastian El-Saqqa / firo Sportphoto

Essen.  In Hoffenheim verschenkten die Schalker den Sieg und verloren mit 0:2. Der BVB wird es ihnen im Derby schwerer machen. Ein Kommentar.

Natürlich hat Schalke 04 in Hoffenheim spielerisch ganz gut ausgesehen. Der Gegner wurde lange Zeit in dessen Hälfte gedrängt, rund 70 Minuten lang beherrschten die Gäste das Spiel. So sehr, dass Hoffenheims Trainer Alfred Schreuder lobte, Schalke sei der „bisher beste Gegner“ seines Teams gewesen. Der Haken an der Sache: Ohne Ertrag ist all das Lob nur nett, nicht wertvoll.

Es ist erstaunlich, wie viele Schalke-Fans in den Sozialen Netzwerken von der fußballerischen Verbesserung im Vergleich zur vergangenen Saison schwärmten und sich damit schon zufrieden gaben. Natürlich ist Geduld wichtig, natürlich ist die Handschrift von Trainer David Wagner zu erkennen, natürlich muss man die Fortschritte würdigen und anerkennen. Aber man darf das ruhig auch mal dusselig nennen, was das Team in den letzten 20 Minuten in Hoffenheim anstellte.

Nicht die Tabellenspitze war wichtig, sondern ein Sieg

In Leipzig haben die Schalker gezeigt, wozu sie bereits in der Lage sind. Niemand hat erwartet, dass es nicht auch Rückschläge geben würde. Aber über eine dermaßen selbstverschuldete Niederlage sollten zumindest mal alle Spieler verärgert sein. „Mund abwischen – eigentlich haben wir ein gutes Spiel gemacht“ – sollten diese Worte von Kapitän Alexander Nübel auf eine gewisse Selbstzufriedenheit hindeuten, wäre das fatal.

Es war nicht wichtig für Schalke, die Tabellenspitze zu übernehmen. Es war wichtig, drei Punkte zu holen, die bereits auf dem Präsentierteller lagen. Was allerdings durchaus schwierig sein kann ohne Stürmer, die auch mal das Tor treffen.

Individuell ist Borussia Dortmund stärker besetzt

Natürlich würde nach einem Sieg im Derby gegen Borussia Dortmund kein Mensch mehr über die unnötige Niederlage in Hoffenheim reden. Aber ganz sicher wird es der nächste Gegner den Schalkern nicht so leicht machen. Der BVB peilt jetzt die Spitze an, zumal die Bayern schwächeln. Individuell ist Dortmund stärker besetzt. Schalke kann nur als Team gewinnen. Und auch nur mit höchster Konzentration über 90 Minuten, nicht über 70.

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