Schalke

Noch kein Sportdirektor auf Schalke: Besser als der falsche

Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider verzichtet zunächst auf die Verpflichtung eines Sportdirektors.

Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider verzichtet zunächst auf die Verpflichtung eines Sportdirektors.

Foto: Rolf Vennenbernd / dpa

Gelsenkirchen  Das sportliche Kompetenzteam von Schalke 04 ist noch nicht komplett. Die schwierige Suche darf nicht zu Hektik führen. Ein Kommentar.

Schalke 04 hat eine Saison des Grauens hinter sich. Damit die nächste nicht wieder so wird, muss alles hinterfragt und neu geordnet werden. Die erste wichtige Entscheidung, die im Zuge des Sportvorstand-Wechsels von Christian Heidel zu Jochen Schneider fiel, war eine strukturelle: Drei Köpfe sollten künftig für den sportlichen Bereich zuständig sein. Ein Sportvorstand: eben Jochen Schneider. Ein Kaderplaner: Diesen Job übernimmt Michael Reschke. Und ein Sportdirektor: Der wurde lange gesucht und ist bisher nicht gefunden worden.

Nachdem es mit mehreren Kandidaten nicht zu einer Einigung kam, hat Schalke diese Personalie auf der Prioritätenliste zurückgesetzt. Der Verein lässt sich Zeit damit, es könnte sein, dass während der Saisonvorbereitung noch kein Sportdirektor präsentiert wird.

Die Frage, was ein Sportdirektor auf Schalke überhaupt zu tun hat, beantwortete Jochen Schneider vor wenigen Wochen im Interview mit dieser Zeitung. „Es wird nicht der klassische Sportdirektor sein“, erklärte er. „Wir wollen jemanden dazuholen, der ganz eng an der Mannschaft dran ist. Er soll erster Ansprechpartner für Trainer David Wagner sein.“

Schalke sucht einen wie Kehl

Gut denkbar, dass sich der eine oder andere fähige Mann mit dieser Stellenbeschreibung nicht anfreunden kann. Vielleicht ist Sportdirektor auch einfach der falsche Begriff, wenn darüber noch ein Sportvorstand das Sagen hat. Schalke sucht also vielmehr einen Teammanager, einen wie Sebastian Kehl bei Borussia Dortmund. Und wird einen Neuen möglicherweise auch so nennen müssen, damit die Machtverhältnisse geklärt sind.

Natürlich steht Schalke schlecht da, wenn das sportliche Kompetenzteam immer noch nicht komplett ist. Wenn sich jedoch noch keiner als idealer Partner für Schneider und Reschke erwiesen hat, dann ist es allemal sinnvoller, dies zuzugeben, als hektisch irgendeinen zu holen, der nicht perfekt passt.

Und auch diese bittere Erfahrung muss Schalke gerade machen: Nach der vergangenen Saison gibt es Klubs, die aktuell deutlich attraktiver sind. Für potenzielle neue Spieler. Aber auch für potenzielle neue Funktionäre.

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