Schalke

Sammer rechnet mit Schalke ab: "Das ist wie Kinderfußball"

Eurosport-Experte Matthias Sammer.

Eurosport-Experte Matthias Sammer.

Foto: dpa

Nürnberg.  Als TV-Experte sah Sammer den Auftritt der Schalker in Nürnberg - sein Urteil fällt hart aus. Auch gegenüber den Fans hätte er anders reagiert.

Ex-Europameister Matthias Sammer rechnete als Experte des TV-Senders Eurosport nach dem Schalker 1:1 (0:0) in Nürnberg mit den Königsblauen ab. "Das ist wie Kinderfußball", fällte Sammer ein vernichtendes Urteil über die stümperhaften Aktionen der Königsblauen, die sich kaum etwas zutrauten und nur selten einigermaßen durchdachte Angriffe einfädeln konnten. "Es hat wenig mit Fußball zu tun: Kein Aufbauspiel, kaum Positionsspiel", meinte Sammer, der den S04-Spielern immerhin attestierte: "Sie fighten und kämpfen zumindest." Was die Spielqualität angeht, sieht es nach Sammers Auffassung äußerst mau aus. "Entweder, es wird nicht eingefordert oder sie können es nicht besser."

Sammer: "Spielerisch einfach zu wenig"

Sammer, der als Berater von Schalkes Liga-Rivale Borussia Dortmund fungiert und früher DFB-Sportmanager war, stuft die Saison des Malocherklubs als "schwierig" ein. Sammer: "Es fehlt die Überzeugung und Leichtigkeit." Sein Tipp: "Die sollen zusehen, dass sie nichts mit der Relegation zu tun haben oder weiter runterkommen." Der ehemalige "Feuerkopf" weiter: "Es ist zäh und schwer. Aber ich bin trotzdem der Meinung, dass es nicht an der Mentalität liegt oder desolat ist. Es ist spielerisch einfach zu wenig."

Sammer hätte als Spieler vor den Fans anders reagiert

Dass die Schalker Profis sich nach dem schwachen Auftritt in Nürnberg trotz der Gesänge "außer Nübel könnt ihr alle gehen" vor den S04-Fanblock stellten, um sich die Schelte der erzürnten Anhänger abzuholen, wertet Matthias Sammer als "scheinheilig". Seine Begründung: "Als Spieler hätte ich gesagt, die können mich mal. Dann muss man noch hingehen und sich verabschieden?" Sammer hätte zu seiner Profizeit anders reagiert. "Wenn die das singen, dann gehe ich mich nicht bedanken. Das ist an Scheinheiligkeit nicht zu überbieten. Wenn ich das gehört hätte, hätte ich gesagt, die können mich mal."

Dem widerspricht Schalkes Vizekapitän Benjamin Stambouli allerdings entschieden: "Wir können nicht einfach in die Kabine gehen. Wir haben eine Verantwortung gegenüber unseren Fans."

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