Schalke 04

Schalke-Boss Tönnies gibt Manager Heidel Rückendeckung

Clemens Tönnies (l.) und Christian Heidel konnten nach dem Sieg des FC Schalke 04 gegen den VfL Wolfsburg erstmal durchatmen.

Clemens Tönnies (l.) und Christian Heidel konnten nach dem Sieg des FC Schalke 04 gegen den VfL Wolfsburg erstmal durchatmen.

Foto: dpa pa

Gelsenkirchen.  Schalke-Aufsichtsratschef Tönnies spricht Heidel und Tedesco Vertrauen aus. Der Klub sei „nach den letzten beiden Siegen auf dem richtigen Weg“.

Was ein einziger Sieg bewirken kann, das zeigt sich gerade bei Schalke 04. Trainer und Mannschaft bereiten sich intensiv, dabei aber auch unverkrampft auf das Auswärtsspiel am Freitagabend (20.30 Uhr/live in unserem Ticker und im Eurosport Player) bei Hertha BSC vor. Der Ball steht wieder im Fokus, nicht die Psyche. Die Spieler haben sich selbst den größten Druck genommen: Mit dem 2:1 gegen den VfL Wolfsburg zum Start der Rückrunde ist die Angst vor einer Niederlagenserie wie zu Saisonbeginn verflogen, stattdessen ließ sich die Hoffnung auf eine Klettertour in der Tabelle aufrechterhalten.

Schalke-Trainer Tedesco vor Berlin: "Druck dürfen wir nicht kennen" Das war ganz wichtig. Denn wenn Schalke 04 seine Ziele zu verpassen droht, ist traditionell Alarm. Schon vor dem ersten Bundesligaspiel des Jahres 2019 berichtete die Bild-Zeitung, Sportvorstand Christian Heidel stünde auf der Kippe, eine Verlängerung seines bis Juni 2020 datierten Vertrags sei fast ausgeschlossen.

Freundschaftliches Verhältnis zu Heidel

Schalkes Aufsichtsrats-Vorsitzender Clemens Tönnies stellt nun klar, dass er weiterhin sowohl zum Vorstand als auch zu Trainer Domenico Tedesco hält. „Wir feierten im Sommer die Vizemeisterschaft, stehen im Achtelfinale der Champions League, sind im DFB-Pokal dabei. Christian Heidel und Domenico Tedesco arbeiten mit hoher Energie daran, unsere sportliche Situation in der Bundesliga zu verbessern. Mit Platz zwölf sind wir nicht zufrieden, sehen uns nach den letzten beiden Siegen jedoch auf dem richtigen Weg“, sagte der 62-Jährige dieser Redaktion und bekräftigte die Unterstützung für die sportlich Verantwortlichen: „Beide haben unser uneingeschränktes Vertrauen. Und mein persönliches freundschaftliches Verhältnis zu Christian Heidel ist völlig intakt. Anderslautende Spekulationen gehen vollkommen an der Realität vorbei.“

Mit dieser deutlichen Rücken­deckung dürfen sich Heidel und Tedesco sicherer fühlen. Der Sportchef sucht vor dem Ende der Transferperiode zum Monatsende noch Verstärkungen. Am Donnerstag fehlte er bei der Pressekonferenz vor dem Spiel in Berlin – ein Indiz dafür, dass sich Heidel bei der Fahndung auf der Zielgeraden befinden könnte. Tedesco stellte aber klar, bevor es schnelle Transfers gebe, müssten es gute Transfers sein.

Neue Hierarchie nach Naldo-Weggang

Der Trainer muss auch ohne Neuzugänge berücksichtigen, dass in der Mannschaft derzeit eine neue Hierarchie entsteht. Einige Spieler müssen mehr Verantwortung übernehmen als früher. Denn nach dem Abgang von Vizekapitän Naldo zur AS Monaco, der Verbannung von Kapitän Ralf Fährmann auf die Ersatzbank und dem verletzungsbedingten Fehlen von Mannschaftsrats-Mitglied Guido Burgstaller müssen die Führungsaufgaben neu verteilt werden.

Dass es nun zur Verschiebung der Machtverhältnisse innerhalb des Teams kommt, liegt vor allem an den Erkenntnissen der Hinrunden-Analyse. „Ich habe schon nach dem Spiel in Stuttgart gesagt, dass wir konsequent sein und lernen müssen“, erklärte Tedesco. „Gewisse Entscheidungen fallen nicht einfach. Sie sind ekelig, enorm energieaufreibend. Wir müssen die Entscheidungen aber so treffen, wie sie für Schalke am besten sind.” Natürlich meinte er damit vor allem den Torwartwechsel von Routinier Ralf Fährmann zu Talent Alexander Nübel. Der Wechsel von Naldo, betonte Tedes­co, sei „nicht meine Entscheidung“ gewesen.

Tedesco-Lob für Fährmann

Jetzt müssen Spieler wie der neue Vizekapitän Benjamin Stambouli oder die Mannschaftsrats-Mitglieder Daniel Caligiuri und Bastian Oczipka ran. Tedesco: „Es ändert sich natürlich die Gruppendynamik. Da gibt es Chancen für andere, sich hochzuarbeiten. Wir haben viele junge Leute, die sich auch in der Hierarchie entwickeln.“

Und Ralf Fährmann ist schließlich auch noch da, nur vorerst eben nicht mehr auf dem Rasen. Wie wirkte er auf den Trainer in den ersten Tagen nach dem Schock? „Sehr stabil“, berichtete Tedesco. „Er geht mit der Sache höchst professionell um, das ist echt top.“

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