Schalke

Schalke in Bottrop: Torejagd auch als Charaktertest

Drei Stück waren’s beim ersten Spiel in Oberhausen: Ahmed Kutucu freut sich mit Steven Skrzybski.

Drei Stück waren’s beim ersten Spiel in Oberhausen: Ahmed Kutucu freut sich mit Steven Skrzybski.

Foto: firo Sportphoto/Ralf Ibing / firo Sportphoto

Gelsenkirchen.  Schalke tritt am Freitag bei der Stadtauswahl Bottrop an. Viele Tore sind nicht alles, aber sie können zeigen, wie gierig die Mannschaft ist.

Hätte man vor einem Jahr nur mal genau hingeschaut, aber wer macht das schon nach einem Testspiel? Mehr schlecht als recht quälte sich Schalke 04 da vor der Haustür zu einem mühevollen 1:0-Sieg beim Oberligisten Schwarz-Weiß Essen – trotzdem gab es herzlichen Beifall für Burgstaller & Co. und auch Trainer Domenico Tedesco schwante noch nichts Böses. Erst nachdem seine Mannschaft acht Tage später bei Erzgebirge Aue mit 0:1 verlor, räusperte sich der Trainer das erste Mal mit ein wenig Kritik, aber so richtig interessiert hatte das damals noch keinen. Es war ja nur ein Vorbereitungsspiel.

In den vergangenen Jahren waren oft Tore garantiert

Niemand will die Aussagekraft von Testspielen überhöhen, aber manchmal kann man in solchen Vergleichen zwischen Klein und Groß schon erkennen, wie es um den Charakter einer Mannschaft bestellt ist. Nach einer harten Trainingswoche ist Durchbeißen angesagt, um den Klassenunterschied mit Toren auszudrücken. „Es ist immer hart, in das erste Testspiel des Jahres reinzukommen“, hatte Ahmed Kutucu schon nach dem 3:1 zuletzt in Oberhausen mit dem Verweis auf die „anstrengende“ Trainingswoche gesagt. Insofern darf man schon gespannt sein, wie sich Schalke nun an diesem Freitag (18 Uhr, Jahnstadion) gegen die Stadtauswahl von Bottrop aus der Affäre zieht. Die Torejagd ist auch ein Charaktertest – viele Tore können zeigen, wie gierig die Mannschaft ist.

Wenn Schalke in den vergangenen Jahren hier in der Umgebung zum Testspiel gegen Amateurvereine angetreten ist, waren viele Tore oft garantiert. Im Juli 2016 gab’s ein 13:0 beim Westfalenligisten DSC Wanne-Eickel, ein Jahr später ein 9:1 bei der SpVg. Erkenschwick (ebenfalls Westfalenliga). Es folgte im Juli 2018 das knauserige 1:0 beim Oberligisten Schwarz-Weiß Essen: Schalke tat damals als Deutscher Vizemeister nicht mehr als nötig, und das war vielleicht schon ein Fingerzeig, wie die Mannschaft die Saison anging.

Jetzt ist für Überheblichkeit kein Platz mehr: „Attackieren“ ist das, was der neue Trainer David Wagner in dieser Saison von der Mannschaft erwartet. Beim ersten Testspiel am vergangenen Sonntag beim Regionalligisten Rot-Weiß Oberhausen (3:1) hatte ihm vieles gefallen. Er hatte aber auch einige Dinge gesehen, „an denen wir arbeiten können“.

Raman hofft auf sein erstes Schalke-Tor

Torschusstraining stand am Donnerstagvormittag nicht auf dem Programm. An diesem Freitag beim Spiel gegen die Auswahl von Bottrop will aber vor allem der von Fortuna Düsseldorf geholte Neuzugang Benito Raman sein erstes Tor für Schalke schießen, nachdem er sich bei seiner Premiere in Oberhausen so einen kuriosen Lapsus leistete – Wagner kommentierte trocken: „Den kann man machen...“

Neben Raman soll von den Neuzugängen auch der frühere Dresdener Torwart Markus Schubert zum Einsatz kommen, während die Partie für den am Fuß verletzten Ex-Stuttgarter Ozan Kabak noch zu früh kommt. Ob der vom FC Everton ausgeliehene Jonjoe Kenny schon dabei ist, entscheidet sich kurzfristig: Spätestens beim Spiel am Sonntag in Wattenscheid ist mit dem Debüt des Engländers zu rechnen.

Schalke macht seine Tour de Ruhr und will mit vielen Toren Zeichen setzen, dass es in dieser Saison wieder besser läuft. Und nicht so wie vor einem Jahr bei Schwarz-Weiß Essen.

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