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Schalke: Nübel will Tönnies-Thema nicht zu hoch hängen

Griffig: Alexander Nübel ist mit Schalke auf Kurs.

Griffig: Alexander Nübel ist mit Schalke auf Kurs.

Foto: Foto: firo

Gelsenkirchen.  Schalkes Alex Nübel blickt gerne über den Tellerrand. Ob es Samstag Reaktionen auf die abgelaufene Tönnies-Sperre gibt, weiß aber auch er nicht.

Als Mannschaftskapitän des FC Schalke 04 ist Alexander Nübel nicht nur sportlich wichtig, sondern sein Wort hat allgemein viel Gewicht. Das Thema Clemens Tönnies, der seine dreimonatige Sperre als Aufsichtsratsvorsitzender nach seinem verbalen Fehltritt abgebrummt hat, beschäftigt auch Nübel. „Er hat seine Strafe, die er vom Verein bekommen hat, jetzt abgesessen. Ganz so hoch würde ich das Thema nicht aufhängen. Das ist Sache vom Vorstand. Wenn er wieder da ist, nehmen wir ihn so wieder auf. Er hat ja nichts gegen uns gesagt“, bilanziert Nübel.

Schalke trifft am Samstag auf Fortuna Düsseldorf

Wie die Schalker Anhänger am Samstag im Bundesliga-Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf (15.30 Uhr/Sky) reagieren werden, ist ungewiss. „Wenn ich das wüsste...“, sagt Nübel und stellt fest: „In die Köpfe der Menschen reinzugucken, ist schwierig. Ich weiß nicht, wann Clemens Tönnies wieder zurückkommt und wie die Leute darauf reagieren.“ Ob es wie beim Erstrunden-DFB-Pokalspiel in Drochtersen/Assel (5:0) zu Protesten kommt, ist für Nübel ebenfalls ungewiss: „Proteste gibt es an jedem Spieltag. Egal, ob es um Fußball geht oder um andere Dinge. Ob da jetzt etwas kommt wie damals oder nicht, kann ich auch nicht sagen.“

Umso mehr Gedanken macht sich der Schalker Schlussmann, bei dem es in Sachen Zukunftsentscheidung weiterhin „keinen neuen Stand“ gibt, über die sportlichen Aspekte. Beim 3:2-Sieg in Augsburg verletzte sich ausgerechnet Salif Sané so schwer am Knie, dass er operiert werden musste und jetzt drei bis vier Monate ausfällt. „Das ist sehr hart für uns“, stellt Nübel fest, „Salif war ein Pfeiler bei uns in der Mannschaft und er war auch in Topform. Aber leider passieren solche Dinge im Fußball, das gehört dazu.“

Da auch Matija Nastasic (Achillessehnenreizung) und Benjamin Stambouli (Bruch des Fußwurzelknochens) nicht zur Verfügung stehen, wird es in der Verteidigung allmählich eng. Die Trainings-Auszeit vom letzten gelernten Innenverteidiger Ozan Kabak war am Mittwoch immerhin undramatisch. Hier handelte es sich laut Vereinsangaben um die übliche Belastungssteuerung, so dass gegen Düsseldorf erneut mit dem Duo Kabak/Weston McKennie im Abwehrzentrum zu rechnen ist.

Im Frühjahr wurde Schalke von der Fortuna gedemütigt

„Ozan hat erst zwei Spiele gemacht. Wir sprechen viel, das ist ganz, ganz wichtig. Aber das mache ich grundsätzlich mit meinen Vorderleuten. Umso mehr Kommandos ich gebe, desto einfacher ist es für die Innenverteidiger“, verdeutlicht Nübel und fügt hinzu: „Und wir trainieren viel. Für Weston war es in Augsburg das erste Mal, dass er in der Viererkette gespielt hat. Das ist auch eine Umstellung, aber wir werden das jetzt trainieren. Ich glaube, dann sieht es am Wochenende auch wieder anders aus.“

An das letzte Duell mit den Landeshauptstädtern denkt Alexander Nübel nicht besonders gerne zurück. Schalke wurde im Frühjahr 2019 zuhause 0:4 gedemütigt und gnadenlos ausgepfiffen. Der Tiefpunkt. „Klar tat es weh im letzten Jahr“, blickt der Keeper zurück, „aber jetzt ist es ein neues Jahr. Wir freuen uns auf das Heimspiel.“

Gute Laune hat Nübel aktuell auch, weil er zusammen mit Kai Havertz (Leverkusen), Marco Reus (BVB), Oliver Fink (Düsseldorf) und Yann Sommer (Mönchengladbach) als NRW-Fußballer des Jahres nominiert wurde. „Ich freue mich darüber, zumal Nordrhein-Westfalen eine Riesen-Sportmetropole ist.“ Einen Konkurrenten kann Nübel am Samstag mit einer Top-Leistung direkt in die Schranken weisen: Düsseldorfs Oliver Fink.

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