Einzelkritik

Schalke: Schubert patzt - bekommt aber nicht die einzige 5,5

Kann es nicht fassen: Schalke-Torwart Markus Schubert musste in Dortmund viermal hinter sich greifen.

Kann es nicht fassen: Schalke-Torwart Markus Schubert musste in Dortmund viermal hinter sich greifen.

Foto: afp

Dortmund.  Demütigung im Derby: Schalke verlor bei Borussia Dortmund mit 0:4 - und das in der Höhe verdient. In unserer Einzelkritik gibt es oft die Note 5.

Neun Woche Pause, alte Probleme: Beim FC Schalke 04 ging im Revierderby zum Neustart der Fußball-Bundesliga fast alles schief: Die Königsblauen gingen bei Borussia Dortmund unter und unterlagen mit 0:4 (0:2) - und das auch in der Höhe verdient. Hier sind unsere Noten.

Markus Schubert: Das war ein bitterer Abend für den U21-Nationaltorwart. Dem 0:2 von Raphael Guerreiro (45.) ging ein vermeidbarer Fehlpass des Torhüters voraus, den die Dortmunder schnell ausnutzten. Der Schuss von Thorgan Hazard zum 0:3 (48.) kam zwar feste, aber zentral auf sein Tor. Note: 5,5

Jean-Clair Todibo (bis 46.): Er verhinderte mit einer tollen Grätsche in der 14. Minute ein Gegentor, als er die scharfe Hereingabe von Achraf Hakimi soeben noch erwischte. Gut im Zweikampf, wurde aber auch zweimal überlaufen - auch vor dem 0:2, als Guerreiro einen Pass von Julian Brandt erlief. Das lag aber auch daran, dass er weite Teile der ersten Hälfte angeschlagen absolvierte. Deshalb musste er schon zur Pause raus. Note: 4,5

Salif Sané: Nach sechs Monaten Verletzungspause feierte er sein Comeback im Abwehrzentrum - er sollte mit seiner körperlichen Präsenz helfen, BVB-Torjäger Erling Haaland zu stoppen. In der 28. Minute klappte das nicht, da kam er Zentimeter zu spät und Haaland traf für den BVB. Er konnte seinem Team keine Stabilität verleihen. Note: 5

Matija Nastasic: Er hatte die beste Passquote der Schalker und klärte auch mal für geschlagene Mitspieler - er wirkte etwas stabiler als Salif Sané. Allerdings schaffte auch er es nicht, vor dem 0:1 (28.) die Passfolgen der Dortmunder zu unterbrechen. Vor dem 0:4 gestattete er Passgeber Haaland zu viel Platz (63.). Note: 5

Jonjoe Kenny (bis 87.): In der 11. Minute stand er im Mittelpunkt, da ihm der Ball im eigenen Strafraum gegen den Oberarm gesprungen war - Schiedsrichter Aytekin urteilte nach Absprache mit dem Video-Assistenten: kein Elfmeter. Vor dem 0:4 (63.) hob er die Abseitsposition auf, weshalb Guerreiro frei vor dem Tor auftauchte. Note: 5

Bastian Oczipka: Er hatte es auf der linken Abwehrseite sehr schwer gegen den schnellen Hakimi. Denn meist kam nicht nur Hakimi auf ihn zu, sondern in der ersten Hälfte auch der Dortmunder Lukasz Piszczek, der nur selten gut von Amine Harit abgedeckt wurde. Deshalb geht das 0:1, das über seine Seite entstand, auch nicht voll auf seine Kappe. Vorn konnte er nur wenig Akzente setzen. Note: 5

Daniel Caligiuri (bis 76.): Der Kapitän hatte die einzigen Schalker Chancen in der ersten Hälfte - zunächst schoss er den Ball bei einem Freistoß in die Mauer (7.), dann scheiterte er an BVB-Torwart Roman Bürki (26.). Allerdings verlor er vor dem 0:3 nach der Pause den Ball am BVB-Strafraum, der folgende Konter war die Entscheidung in diesem ungleichen Derby (48.). Note: 5

Weston McKennie: Begann mit einigen unnötigen Fehlpässen im Spielaufbau, als Schalke noch nicht haushoch unterlegen war. Er verlieh im defensiven Mittelfeld Schalke zu keiner Zeit eine Stabilität wie der aktuell verletzte Omar Mascarell. Erst als das Spiel längst entschieden war, gewann er einige Zweikämpfe. Note: 5

Suat Serdar (bis 74.): Das war nicht sein Spiel. Der Nationalspieler, der nach einer Verletzung ins Team zurückkehrte, konnte keine Akzente setzen - und wenn er den Ball unbedrängt hatte, unterliefen ihm zu einfache Ballverluste. Note: 5

Amine Harit: Vor der Corona-Pause saß er nur noch auf der Bank - im Derby spielte er, allerdings zunächst nicht im Zentrum, sondern auf der linken Seite. Diese Rolle gefällt ihm aber nicht. In der Offensive trat er nur einmal in Erscheinung, als er einen Freistoß an der Strafraumgrenze herausholte (6.). Sein Defensivverhalten war hingegen schwach - vor dem 0:1 ließ er sich von Piszczek düpieren, der dann in Ruhe den Angriff aufbauen konnte. Nach der Pause rückte er im 4-4-2-System auf die Spielmacher-Position - seine Leistung blieb aber mangelhaft. Note: 5,5

Benito Raman (bis 46.): Unauffällig von der 1. bis zur 45. Minute. Ballkontakte: nur 13. Danach musste er früh raus. Note: 5,5

Rabbi Matondo (ab 46.):. Er kam für Raman, um im 4-4-2-System für neuen Schwung zu sorgen und den 0:2-Pausenrückstand zu drehen. Doch früh fiel das 0:3, und das Spiel war gelaufen. Deshalb blieb er bis zur 86. Minute unauffällig, bis er an der halben BVB-Abwehr vorbeispazierte, dann aber Achraf Hakimi foulte und die Gelbe Karte sah. Note: 5

Guido Burgstaller (ab 46.): Er brachte Schalkes Spiel eine kämpferische Note, und immerhin schoss er auch einmal aufs Tor (58.). Einer, der sich wehrte. Note: 4,5

Alessandro Schöpf (ab 74.): Kam für Serdar. Ohne Note

Juan Miranda (ab 76.): Kam für Caligiuri. Ohne Note

Timo Becker (ab 87.): Kam für Kenny. Ohne Note

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