FC Schalke 04

Was Schalke nach dem 1:1 gegen Köln noch lernen muss

Enttäuschte Schalke-Profis nach dem Kölner Ausgleich.

Enttäuschte Schalke-Profis nach dem Kölner Ausgleich.

Foto: firo

Gelsenkirchen.  Im Spiel gegen den Aufsteiger Köln fiel der Ausgleich in der Nachspielzeit. Den Königsblauen fehlt derzeit noch Cleverness und Abschlussstärke.

Graue Wolken hingen am Sonntagmorgen über Gelsenkirchen, als die Ersatzspieler des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 zum Auslaufen auf dem Trainingsplatz erschienen. Zwei Punkte vor dem FC Bayern hätten sie stehen, vorübergehend Tabellenführer sein können – doch nach dem 1:1 (0:0) gegen den 1. FC Köln war die Stimmung fast so trübe wie das Wetter.

Die Schalker wirkten wie Schüler, deren Klausur nicht mit einer „1“, sondern nur mit einer „3“ bewertet wurde. Zum Beispiel David Wagner. „Wir nehmen das Spiel, um weiter zu lernen“, sagte der Trainer. Er nutzte das Wort „lernen“ nicht als einziger.

Serdar trifft zum dritten Mal für Schalke

Bereits viel gelernt hat Suat Serdar. Serdar hatte Schalke in der 72. Minute mit einem Kopfballtor in Führung gebracht. Der Mittelfeldspieler, am Sonntag für die Nationalmannschaft nominiert, scheint mit einem Jahr Verspätung das Erbe von Leon Goretzka anzutreten. Er war im Sommer 2018 für 10,5 Millionen Euro vom FSV Mainz 05 gekommen, konnte dem taumelnden Team aber erst Halt geben, als Huub Stevens für Domenico Tedesco das Traineramt übernommen hatte. Er ist dominant, technisch stark, torgefährlich: Sein Kopfballtor gegen Köln war sein drittes in den vergangenen vier Spielen.

Auch Serdar sprach das Lieblingsverb aus. „Aus solchen Fehlern lernt man“, sagte er über das Ausgleichstor des Kölner Kapitäns Jonas Hector (90.+1), der im Anschluss an eine Ecke mit einem Kopfball traf.

Die Schalker sind eben noch nicht clever genug, um eine Führung bis zum Schlusspfiff zu halten. „Die Kölner“, erklärte Serdar, „haben ihre Ecken mehrfach auf den ersten Pfosten gespielt. Dafür war Daniel Caligiuri verantwortlich. Da er aber ausgewechselt war, wusste keiner so richtig, wer dahingehen soll“, erklärte Serdar. Torwart Alexander Nübel hatte schon vor der Ausführung ein schlechtes Gefühl: „Die Zuordnung stimmte nicht.“ Einer erfahrenen, eingespielten Mannschaft wäre das sicher nicht passiert.

Eigentlich hätte Schalke aber auch mindestens mit 2:0 führen müssen, als die Kölner ihre Ecken ausführten. Doch die Chancenauswertung der Schalker muss besser werden – Lerneffekt Nummer zwei. Lange hatte Schalke in der Sommerpause nach einem neuen Stürmer gefahndet, letztlich aber am bewährten Personal festgehalten. Doch Mark Uth und Guido Burgstaller warten noch auf ihr erstes Saisontor. Uth werden schlechtere Leistungen noch verziehen, er war lange verletzt. Für Burgstaller gilt das nicht. Gegen Köln traf er in der Nachspielzeit beim Stand von 1:0 den Pfosten – im Gegenzug fiel der Ausgleich.

Keine Kritik an Schalke-Stürmer Burgstaller

Das verärgerte Trainer Wagner: „Wir hatten sehr viele Möglichkeiten, um das Resultat höher zu schrauben. Es wäre gut, wenn du deine Chancen nutzt. Dann kannst du das Spiel gewinnen.“ Als Kritik an Burgstaller wollte das Sportvorstand Jochen Schneider nicht werten: „Was Guido für uns leistet, ist phänomenal. Ich würde mich immer vor ihn stellen. Ich hätte ihm von Herzen gegönnt, das Ding reinzumachen.“ Burgstaller gab sich selbstkritisch: „Wir müssen den Sack einfach früher zumachen.“

Trainer Wagner war aber nicht nur verärgert. „Man hat gesehen, dass man eine sehr gute zweite Halbzeit spielen kann, auch wenn man eine schlechte erste gespielt hat“, sagte er. In der ersten Halbzeit hatte Schalke große Probleme mit der kompakten Kölner Spielweise – eine, die Wagners Team künftig häufiger erleben wird. Denn drei der sieben bisherigen Gegner stehen in der Spitzengruppe. Viele Gegner aus der unteren Tabellenhälfte kommen noch.

Der FC steht auch noch unten – auf dem vorletzten Platz. Trainer Achim Beierlorzer sagte aber: „Das war ein wichtiger, hochverdienter Punkt, weil wir das Spiel mit einem sehr guten Miteinander gestaltet haben.“ Und Stürmer Simon Terodde sagte: „Wir können jetzt richtig gut arbeiten in der Länderspielpause.“ Auch über Köln lag Sonntag ein grauer Himmel. Doch die Stimmung war etwas sonniger.

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