Wuppertaler Traum währt eine Halbzeit lang

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Gelsenkirchen. Der FC Bayern München darf tief durchatmen. Das Aushängeschild der deutschen Fußball-Branche gewann gestern Abend zum ersten Mal in der Gelsenkirchener Arena. Nicht gegen Schalke 04, aber gegen den Wuppertaler SV. ...

... 5:2 (2:2) hieß es am Ende des Achtelfinalspiels im nationalen Pokalwettbewerb. Der erste bayerische Erfolg in dem im August 2001 eingeweihten Schmuckkästchen ist perfekt.

Der Ausflug des Spitzenreiters der Regionalliga Nord ins 62 Kilometer entfernte Gelsenkirchen hat sich trotzdem gelohnt. Ein ausverkauftes Stadion, eine Zuschauer-Einnahme in Höhe von 600 000 Euro und Fernsehgelder in Höhe von etwa 250 000 Euro - zumindest die Kasse stimmte an diesem Abend, der das Pokal-Aus brachte. "Für die Zuschauer war das ein Spektakel", resümierte Wuppertals Trainer Wolfgang Jerat.

Die Begegnung, die wegen des großen Besucherandrangs mit 15-minütiger Verspätung begann, erwies sich als ein stimmungsvolles Heimspiel des Drittligisten. 50 000 feuerten Wuppertal an, 10 000 die Bayern. Und Angst vor großen Namen hatte die Elf aus dem Bergischen Land nicht. Selbstbewusst und mutig mischte das Team in den ersten Minuten mit, beschränkte sich keineswegs auf die Defensive.

Die Stars von der Isar hatten dagegen große Mühe, ihren Rhythmus zu finden. Erst nachdem Miroslav Klose die erste Torchance zur Führung verwertet hatte (14.) - vorangegangen war ein Eckball von Franck Ribery -, schien der turmhohe Favorit das Geschehen zu kontrollieren.

Es schien so. Doch die Wuppertaler gaben sich nicht geschlagen. Im Gegenteil. Sie lieferten dem Bundesliga-Spitzenreiter im ersten Durchgang einen offenen Schlagabtausch und hatten großen Anteil an der rassigen Partie. Sie trieben ihre Anhänger durch ein Wellenbad der Gefühle. 26. Minute: Tobias Damm erzielt den Ausgleich. Im Gegenzug bringt Miroslav Klose die Gäste nach einem Patzer von SV-Torhüter Christian Maly wieder in Front, ehe zwei Minuten später Mahir Saglik das 2:2 gelingt. Drei Tore in drei Minuten - der Außenseiter schlägt sich wacker. "Wuppertal hat uns das Leben schwer gemacht. Da war keine einfache Situation für uns", sagte später Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld.

In der ersten Halbzeit gaben die Wuppertaler alles. Sie kämpften, rackerten und liefen bis zum Umfallen. Ein Umstand, den die cleveren Münchner nach dem Wechsel eiskalt nutzten. 50. Minute: Flanke Franck Ribery, Kopfball Daniel van Buyten, 3:2. 53. Minute: Luca Toni staubt am Fünf-Meter-Raum ab, 4:2.

Das Spiel war gelaufen. Die Bayern brachten den nun sicheren Vorsprung im Stil einer Klasse-Mannschaft über die Zeit. Auch deshalb, weil der Regionalligist nicht mehr in der Lage war, eine ernsthafte Gegenwehr zu leisten.

Den Schlusspunkt setzte der ehemalige Schalker Hamit Altintop, der nach einem Alleingang zum 5:2 für die Münchner traf (88.). "Berlin, Berlin", sangen die Bayern-Fans, "wir fahren nach Berlin." Sie träumten schon vom Finale, während Trainer Hitzfeld unten im Medienzentrum sein Fazit zog: "Das war für die Zuschauer ein schönes Spiel."

Wuppertal - München 2:5 WUPPERTAL: Maly; Bölstler, Stuckmann, Voigt, Wiwerink (78. Monbongo); Lejan, Tim Jerat (74. Dogan), Rietpietsch, Lintjens (67. Malura); Saglik, Damm. - MÜNCHEN: Kahn; Sagnol, Lucio, van Buyten, Lahm; Sosa (72. Hamit Altintop), van Bommel, Ze Roberto (77. Kroos), Ribery (72. Schweinsteiger), Klose, Toni. - Schiedsrichter: Weiner (Giesen). - Zuschauer: 61 482 (ausverkauft). - Tore: 0:1 Klose (14.), 1:1 Damm (26.), 1:2 Klose (27.), 2:2 Saglik (29.), 2:3 van Buyten (50.), 2:4 Toni (53.), 2:5 Hamit Altintop (88.).

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