Schalke

Zwischen Stolz und Ärger - Schalke zieht positive Bilanz

Schalke-Trainer David Wagner

Schalke-Trainer David Wagner

Foto: firo

Gelsenkirchen.  19 Punkte nach elf Spielen: Schalke zieht ein positives Zwischenfazit in der Länderspielpause. Doch das 3:3 gegen Fortuna Düsseldorf schmerzt.

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Der Bundesliga-Samstag endete für Trainer David Wagner vom FC Schalke 04 mit einem Derbysieg. Mitten in der Nacht stand er im ZDF-Sportstudio vor der Torwand neben Borussia Dortmunds Maskottchen Emma. Wagner gewann dieses ungleiche Torwand-Duell gegen die Plüsch-Biene mit 1:0 – und doch war dieser Erfolg nur ein schwacher Trost für den vorangegangenen spektakulären Nachmittag mit enttäuschendem Ausgang. Schalke führte dreimal gegen Fortuna Düsseldorf – am Ende hieß es aber 3:3 (1:0). Ein Ergebnis, das sich wie ein kleiner Rückschritt anfühlt. „Das tut weh“, sagte Torwart und Kapitän Alexander Nübel.

Punktgleich mit Borussia Dortmund

Schalke bewegt sich in der dritten Länderspielpause der Hinrunde zwischen vollster Zufriedenheit über eine bisher gelungene Saison und doch leichtem Ärger über die verschenkten Punkte. 19 Punkte aus elf Spielen sind eine gute Bilanz. Schalke ist punktgleich mit Borussia Dortmund und hat nur zwei Zähler weniger als Bayern München. Durchaus möglich, dass Schalke sogar um einen Europapokalplatz mitspielen kann. Wer hätte das vor Saisonbeginn prognostiziert?

Und doch: Das Spiel gegen Düsseldorf und das Revierderby vor zwei Wochen gegen den BVB (0:0) hätte Schalke gewinnen müssen. Das sind vier Punkte, die fehlen.

Dass es deshalb auch Kritik gibt, veranlasste nach dem Düsseldorf-Spiel zwei Verantwortliche, deutliche Worte zu wählen, die so gar nicht zur „Glückauf, wir haben uns alle lieb“-Stimmung der ersten viereinhalb Saison-Monate passten. Da war zum Beispiel Sportvorstand Jochen Schneider, der auf die verkorkste Abstiegskampf-Vorsaison hinwies und deutlich sagte: „Wir wissen doch, wo wir vor fünf, sechs Monaten standen. Wo nehmen wir die Arroganz her zu sagen, wir schießen Fortuna Düsseldorf aus dem Stadion? Das ist mir einen Tick zu negativ.“

Und auch Trainer David Wagner ist mit einem Thema leicht zu verärgern. Es geht um die Anzahl der Stürmertore in dieser Saison. Die Angreifer Guido Burgstaller, Mark Uth und Benito Raman warten noch auf ein Tor in der Bundesliga, lediglich Rabbi Matondo und Ahmet Kutucu haben je einmal getroffen – aber sie sind eher Joker als Stammkräfte.

Kritik lässt Wagner aber nicht zu. „Das ist doch aberwitzig“, sagte Wagner wütend im Sportstudio, bevor er Emma gegenübertrat, und ergänzte: „Diese Diskussion ist keine, die ich führe. Ich bin mit den Jungs, die ich habe, total zufrieden.“ Immerhin traf Wagner, einst selbst Stürmer, an der Torwand.

Nächstes Schalke-Spiel am 23. November in Bremen

Wagners Aufgaben für die Länderspielpause sind vielfältig. Das betrifft nicht nur die Stürmer. Im Spiel gegen Düsseldorf brachten Daniel Caligiuri (33.), Ozan Kabak (67.) und Suat Serdar (79.) Schalke dreimal in Führung. Doch Rouwen Hennings raubte den Hausherren mit einem Dreierpack (62./Handelfmeter, 73., 85.) die Hoffnungen auf einen Sieg. Bis zum Revierderby stand Schalkes Abwehr sicher – nun gab es in den vergangenen drei Pflichtspielen sieben Gegentore. Ohne die verletzten Benjamin Stambouli, Salif Sané und Matija Nastasic wackelt die Deckung.

Etwas, das auch Wagner bedenklich stimmt: „Wir verteidigen das zweite und dritte Gegentor ganz schlecht.“ Auch Torwart Nübel fand zwei der drei Hennings-Tore vermeidbar, wollte das aber nicht als Kritik an der Abwehr verstanden wissen: „Die ganze Mannschaft muss verteidigen.“ Wenn Schalke nach der Länderspielpause in Bremen antritt (Samstag, 23. November, 15.30 Uhr/Sky), wird wohl nur Nastasic zurückkehren. „Ich hoffe das. Dann haben wir eine Option mehr“, sagte Nübel.

Wagner bleiben zwölf Tage, um die Lücken zu schließen. Schneider bezweifelt nicht, dass dies gelingt: „Ich bin ganz zufrieden mit der Mannschaft – damit, welche Kultur wir im Trainingszentrum haben, welcher Spirit drin ist.“ Beim Sportvorstand überwiegt nach elf Spieltagen der Stolz – nicht der Ärger über das 3:3.

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