Schiedsrichter

Schiri-Debatte: Aytekin hält nichts von Treffen mit Trainern

Greift durch: Deniz Aytekin gilt unter den Bundesliga-Profis als einer der besten deutschen Schiedsrichter.

Greift durch: Deniz Aytekin gilt unter den Bundesliga-Profis als einer der besten deutschen Schiedsrichter.

Foto: dpa

Essen.  Die Bundesliga debattiert über das härtere Durchgreifen der Schiedsrichter. Deniz Aytekin hält nichts von einem Treffen - aus mehreren Gründen.

Spitzen-Schiedsrichter Deniz Aytekin hält nichts von einem eigens anberaumten Treffen mit den Trainern der Fußball-Bundesliga, um die hitzige Debatte über das härtere Durchgreifen der Unparteiischen seit dem Rückrundenstart zu entschärfen. „Früher gab es runde Tische, man hat sich in entspannter Atmosphäre getroffen und vieles besprochen“, sagte der 41-Jährige dem kicker: „Um am Ende festzustellen, dass am Spieltag die Emotionen einen dann doch eingeholt haben und das Besprochene vergessen wurde.“

Ohnehin sieht Aytekin das Verhältnis mit den Trainern nicht „so vertrackt, wie es vielleicht öffentlich und medial gerade rüberkommt“. Das Gegenteil ist nach Ansicht des Fifa-Referees der Fall. „Wenn ich zehn Jahre zurückblicke, hat sich vieles sehr, sehr positiv verändert. Beide Seiten sind deutlich offener und respektvoller geworden“, äußerte Aytekin: „Der Austausch läuft permanent und gut, deshalb finde ich nicht, dass wir künstliche Gesprächsrunden benötigen.“ Eine solche Runde hatte Trainer Marco Rose von Borussia Mönchengladbach ins Gespräch gebracht.

Aytekin verteidigt konsequenteres Auftreten

Wie viele seiner Kollegen verteidigte auch Aytekin das konsequentere Auftreten der Unparteiischen. „Natürlich trägt kein Bundesligatrainer oder Spieler die Verantwortung für Gewalt im Amateurfußball“, sagte der gebürtige Nürnberger: „Aber es ist doch ein erstrebenswertes Ziel, gerade in der Bundesliga einen vorbildlich fairen und respektvollen Umgang miteinander vorzuleben. Das wird dann auch einen Effekt auf die Basis haben.“

Über die strengere Regelauslegung zum Beispiel beim Wegschlagen des Balles sagte Aytekin: „Früher hätte ich da zu einem Spieler vielleicht erst mal gesagt: Lass das sein! Heute gebe ich direkt Gelb, ganz klar.“ Er betonte: „Wir sind keine Roboter, die alle das haargenau gleiche Produkt abliefern. Gerade in der Kommunikation mit Spielern oder Trainern kommet es auf die Interpretation im Gesamtkontext an.“ (dpa/sid)

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