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Transfergerüchte und Kritik: Um Özil wird es nicht ruhig

Ex-Nationalspieler Mesut Özil steht wieder einmal in der Kritik.

Ex-Nationalspieler Mesut Özil steht wieder einmal in der Kritik.

Foto: dpa

Essen/London.  Verlorenes Finale, Hochzeit, Transfergerüchte. Für Mesut Özil waren die vergangenen Wochen turbulent. Nun steht er wieder auf dem Platz.

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Für eine Marketingreise in die USA passt der Name der Stadt wie die Faust aufs Auge: Commerce City. In den Rocky Mountains testete der FC Arsenal in der Nacht zu Dienstag deutscher Zeit gegen den lokalen MLS-Klub Colorado Rapids. Mit dabei beim 3:0-Erfolg: Mesut Özil, der sogar die Kapitänsbinde der Gunners trug. „Die Vorbereitung mit einem Sieg beginnen“, schrieb der ehemalige Nationalspieler anschließend bei Instagram. Dazu ein Emoji mit Sonnenbrille und einen Daumen nach oben.

Özil wird froh sein, dass es nun wieder auf dem Platz los geht. Sechs Wochen Pause ohne Spiel und doch wurde es nie ruhig um ihn. Ende Mai bestritt der 30-Jährige das Europa League Finale mit den Gunners, unterlag dort deutlich mit 1:4 gegen den FC Chelsea. Özil enttäuschte vor allem offensiv, wurde nach 77 Minuten, nur 40 Ballaktionen und 25 Prozent gewonnener Zweikämpfe ausgewechselt. „Zu ihm fällt uns nichts mehr ein“, schrieb das Boulevard-Blatt „Sun“. „Dass er für einen 19-Jährigen ausgewechselt wurde, der seit Februar nur ein Spiel im A-Team gemacht hat, sagt alles“, meinte der „Telegraph“. Und der ehemalige Arsenal-Spieler Cesc Fabregas sagte: „Özil trägt es nicht in sich, ein Anführer zu sein.“

Kein Transfer in die Türkei

Ein paar Tage später heiratete der gebürtige Gelsenkirchener die Schauspielerin Amine Gülse. Eigentlich nicht weiter erwähnenswert – wäre der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan nicht Özils Trauzeuge gewesen. Zuletzt war Özil mit dem türkischen Spitzenklub Fenerbahce Istanbul in Verbindung gebracht worden. „Wir ergreifen bei Mesut Özil keine Initiative“, hieß es in einer offiziellen Mitteilung des Vereins. „Unter den derzeitigen wirtschaftlichen Umständen ist ein solcher Schritt auf beiden Seiten nicht machbar.“

Ob der FC Arsenal seinen Mittelfeldspieler überhaupt verkaufen würde, ist völlig unklar. Seit dieser Saison haben Klub und Spieler den gleichen Ausrüster. Bei einem Spot, in dem das Trikot für die Saison 2019/2020 vorgestellt worden war, ist Özil in der Hauptrolle zu sehen. Ex-Arsenal-Profi Paul Mariner ist sich hingegen sicher. „Für mich darf er keine Rolle mehr spielen“, sagte er. „Er ist nur noch ein Schatten seiner selbst. Er macht ein paar Tore, gibt vielleicht ein paar Assist, aber bitte... Für das Geld, das er bekommt, tut das einfach nur weh. Ich denke, der Verein sollte ein Teil seines Gehalts übernehmen und ihn loswerden.“ Özils Vertrag im Norden Londons läuft 2021 aus, pro Jahr verdient er 17,3 Millionen Euro. Marc Overmars, Sportdirektor bei Ajax Amsterdam, meint, dass sein Spieler Hakim Ziyech der richtige Mann für Arsenal als Ersatz für Özil sei. „Ich denke, Hakim ist besser als Mesut Özil. Ich würde sagen: Verkauft ihn und ihr bekommt Hakim für die Hälfte.“

Schalke und RWE könnten wieder von Özil-Verkauf profitieren

Wenig Leistung, viel Gehalt, eine angeblich schlechte Einstellung. Dieses Image haftet Özil nicht nur in Deutschland sondern auch in England an. Ein Blick in die Statistik zeigt jedoch, dass Özil teils viel zu kritisch gesehen wird. Er erzielte in der abgelaufenen Premier-League-Saison in 20 Spielen fünf Tore und gab zwei Vorlagen. Der ehemalige Schalker brachte 88,6 Prozent seiner Pässe beim Mitspieler an – so viele wie kein anderer offensiver Mittelfeldspieler in der Liga. Mit zwei Key-Pässen pro Partie, also Zuspiele, die zu Torabschlüssen führen, gehört Özil ebenfalls zu den gefährlichsten Spielern der englischen Elite-Klasse. Zwei von drei seiner Dribblings sind erfolgreich.

Sollte der FC Arsenal Özil wirklich verkaufen, profitieren wieder mal Rot-Weiss Essen und der FC Schalke 04. Die beiden Vereine erhalten dann eine Entschädigung, weil sie den Weltmeister von 2014 ausgebildet haben. Fünf Prozent der Transfersumme fließen dann in den Topf für den Solidaritätsmechanismus. Ein Schlüssel regelt, wie hoch die Entschädigung ausfällt.

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