VfL Bochum

6:3 gegen Wiemelhausen: VfL-Bochum-Trainer Dutt ist sauer

Sebasian Maier im Duell gegen Wiemelhausens starken Torwart Thorben Schmidt.

Sebasian Maier im Duell gegen Wiemelhausens starken Torwart Thorben Schmidt.

Foto: Svenja Hanusch / FUNKE Foto Services

Bochum.  Der VfL Bochum hat noch viel Arbeit vor sich. Beim 6:3 gegen Westfalenligist Concordia Wiemelhausen zeigte der VfL eine schwache Leistung.

Robin Dutt versprüht oft gute Laune und Optimismus. Insofern merkt man schnell, wenn der Trainer des VfL Bochum angefressen ist. Und das war er nach dem abendlichen Testspiel gegen Concordia Wiemelhausen. Nach dem 6:3 gegen den Sechstligisten auf der voll besetzten Sportanlage von RW Stiepel machte Dutt kein Geheimnis aus seiner Enttäuschung: „Die Mannschaft hat sehr unpräzise gespielt, müde, mit wenig Tempo. Sie hat zu viele Chancen liegen gelassen und zu viele zugelassen.“

Viel mehr kann man eigentlich nicht falsch machen.

Wiemelhausens Torwart zeigt gute Paraden

Auch wenn Dutt die zahlreichen, laufintensiven Einheiten zuletzt berücksichtigte, konnte er nicht zufrieden sein. „Offenbar ist es nicht herauszukriegen, dass wir in der Vorbereitung immer ein, zwei solcher Spiele dabei haben. Mich ärgern die drei Gegentore genauso wie die zehn vergebenen Chancen.“ Diesmal, so Dutt, durfte Wiemelhausens Torwart Thorben Schmidt, der einige gute Paraden zeigte, der Held sein.

Nicht zum Zug kamen beim VfL neben Tim Hoogland und Stefano Celozzi Torwart Manuel Riemann, Patrick Fabian, Tom Weilandt, der am Mittwoch gegen Grumme spielen soll, Vitaly Janelt (noch geschont), Moritz Römling und Chung-Yong Lee (noch im Aufbautraining). Zudem musste kurzfristig Stelios Kokovas passen (Kreislaufprobleme), so dass Danilo Soares als einziger VfL-Profi durchspielte.

Viele Startelf-Spieler haben einen Stammplatz-Anspruch

Dabei setzte Dutt in der ersten Halbzeit gegen den Stamm von Concordia aus der Vorsaison auf eine Elf, in der viele Profis den Anspruch auf einen Stammplatz haben, der ihnen im Grundsatz sicherlich auch zugedacht ist. Vor über 1000 Zuschauern - selten hat der feine Ortsteil Stiepel wohl so ein Parkplatzproblem erlebt wie am Dienstagabend - begannen im Tor Neuzugang Patrick Drewes und in der Innenverteidigung Armel Bella-Kotchap und Maxim Leitsch, der sein Comeback feierte nach neun Monaten Verletzungspause. Sie wurden flankiert von den Außen Danilo Soares und Jordi Osei-Tutu. Innenverteidiger Saulo Decarli probierte Dutt in der ersten Halbzeit als Sechser, „in der Vorbereitung testet man Spieler auch mal auf anderen Positionen“, sagte der Trainer hinterher. Anthony Losilla sowie die Offensiven Sebastian Maier, Danny Blum, Milos Pantovic und Simon Zoller ganz vorne sollten für Druck sorgen.

Nur am Anfang drückt der VfL auf Concordias Tor

Zehn Minuten gelang dies, doch allein Zoller vergab freistehend zwei Hundertprozentige, weitere Abschlüsse kamen zu spät oder gerieten zu harmlos (Maier). Das Problem des fehlenden Torjägers im Kader, so scheint es, wird immer dringlicher. Osei-Tutu immerhin überzeugte im Zusammenspiel mit dem besten Bochumer Pantovic auf der rechten Seite - und zwar eher als Rechtsaußen denn als Rechtsverteidiger: feine Technik, gute Dribblings, hohes Tempo. Defensiv allerdings vernachlässigte die Leihgabe von Arsenal London seine Aufgabe.

Nach dem 1:1 ist Wiemelhausen sogar überlegen

Nach rund zehn Minuten nahm die Partie den aus VfL-Sicht gewünschten Verlauf in Zahlen, als Pantovic eine Vorlage des ansonsten blassen Blum verwandelte. Dann nahm sich Wiemelhausens Torjäger Xhino Kadiu ein Herz, erzielte mit einem strammen Schuss das 1:1 - und fortan war die spiel- und einsatzfreudige Concordia sogar überlegen für rund eine Viertelstunde. Erst am Ende des ersten Durchgangs blitzte wieder das Zweitliga-Format des VfL auf: Decarli vollstreckte nach guter Kombination über Osei-Tutu und Pantovic, der dann nach Doppelpass mit Osei-Tutu das 3:1 erzielte. Maier gelang noch vor dem Halbzeitpfiff das 4:1.

Zur Pause wechselt der VfL nur drei Spieler aus

Nur drei Wechsel gab es beim VfL direkt nach der Pause, dagegen brachte Wiemelhausen eine fast komplett neue Elf mit zahlreichen Neuzugängen. Beim VfL lief im zweiten Durchgang immer weniger zusammen, weitere Wechsel sorgten für immer weniger Struktur und Fluss auf dem Platz, die Ordnung ging völlig verloren. Von Görkem Saglam und Thomas Eisfeld kam wenig bis nichts, Ulrich Bapoh agierte in seinem 15-Minuten-Einsatz bis auf seinen Kopfball-Abstauber zum 6:2 überaus unglücklich, um nur drei Beispiele zu nennen - und die Defensive wackelte bedenklich.

Folgerichtig durfte Concordia trotz des zwischenzeitlichen 2:5 von Simon Lorenz nach einer Pantovic-Ecke über zwei weitere Treffer von Neuzugang Tim Wasserloos und Tom Franke jubeln - und sich als gefühlter Sieger feiern lassen.

Weiter geht es am Mittwoch gegen Eintracht Grumme

Für den VfL geht der Testspielreigen am Mittwoch gleich weiter: Auf der Riemker Platzanlage an der Feenstraße spielt Bochum gegen Kreisligist Eintracht Grumme. Anpfiff ist um 18 Uhr. Trainer Dutt will so aufstellen, dass alle Spieler über die zwei Partien gesehen in etwa die gleichen Spielanteile erhalten.

VfL Bochum: Drewes (46. Grave) - Osei-Tutu (60. Baumgartner), Bella-Kotchap (46. Tesche), Leitsch (60. Lorenz), Soares - Decarli (73. Gyamfi), Losilla (73. Wellers) - Pantovic (73. Bapoh), Maier (60. Saglam), Blum (46. Eisfeld) - Zoller (60. Ekincier)

Wiemelhausen - 1. Halbzeit: T. Schmidt - Ch. Schmidt, Strohmann, Costanzino, Scherff, Simsek, Gumpert, Kadiu, Neumann, Sundermann, Iwanowski (27. Leone). Zu Beginn und im Verlauf der 2. Halbzeit spielten ferner: Fuginski - Nkam, Kern, Hupka, Haarmann, Yeboah, Franke, Wasserloos, Ortmann, Friedberg, Benai, Schwindt

Tore: 1:0 Pantovic (10., Vorarbeit Blum), 1:1 Kadiu (13.), 2:1 Decarli (32., Pantovic), 3:1 Pantovic (37., Osei-Tutu), 4:1 Maier (41.), 4:2 Wasserloos (63.), 5:2 Lorenz (65., Pantovic), 6:2 Bapoh (75., Wellers), 6:3 Franke (87.)

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