VfL Bochum

Bochums Kapitän Anthony Losilla: „Das tut einfach weh“

Wirkt fassungslos: Bochums Kapitän Anthony Losilla nach dem 2:2 gegen Darmstadt.

Wirkt fassungslos: Bochums Kapitän Anthony Losilla nach dem 2:2 gegen Darmstadt.

Foto: dpa

Bochum.  Wieder geführt, wieder nicht gewonnen: Der VfL Bochum hat auch im achten Anlauf den ersten Saisonsieg verpasst. Bochum ist vorerst Sechzehnter, rutscht aber wieder auf Rang 17 ab, wenn Kiel am Sonntag in Fürth punktet. Die Stimmen zum Spiel.

Silvere Ganvoula, der beide Treffer erzielt hatte beim 2:2 gegen Darmstadt 98, schritt stinksauer neben Ulrich Bapoh in die Kabine, schimpfte lautstark auf französisch. Und die Spieler, die sich nach dem erneuten Rückschlag den Medien stellten, wähnten sich in einer Wiederholungsschleife. „Wir haben zweimal geführt und wieder nicht gewonnen, da fehlen mir auch die Worte“, sagte Milos Pantovic, und Kapitän Anthony Losilla sagte wie schon eine Woche zuvor, nach dem späten 1:1 in Sandhausen: „Das tut einfach weh.“ Die Stimmen zum Spiel.

Thomas Reis, Trainer VfL Bochum: „Täglich grüßt das Murmeltier. Wir sind gut ins Spiel reingekommen, wir gehen mit 1:0 in Führung, haben in der ersten Halbzeit ein Plus, führen auch mit 2:1. Es war sehr schade, dass Danilo Soares dann raus musste, weil er schon gestern leicht gekränkelt hatte. Dadurch mussten wir auch im Zentrum etwas tun, wir wollten kompakt bleiben, aber die Abstände waren dann zu groß. In der zweiten Halbzeit haben wir zu oft auf den Ball gewartet, statt aktiv entgegen zu gehen, wir haben zu wenig den Körper reingestellt, um auch mal ein Foulspiel zu provozieren. Der Druck wird dann größer. Phasenweise ist unser Spiel gut, aber es reicht immer noch nicht. Das 2:2 tut ein bisschen weh, klar ist das eine Enttäuschung. Wir werden uns heute ärgern, dann geht es weiter. Ich kann auch sagen, wir haben jetzt drei Spiele nicht verloren. Aber wir wissen, dass ein Unentschieden zu wenig ist. Wir werden hart arbeiten, um unser großes Ziel zu erreichen.“

(zu Riemann-Raus-Rufen einzelner Fans): „Wir sind ein Team, nach dem Spiel wird immer ein Schuldiger gesucht. Aber da jetzt einzelne Spieler herauszunehmen und an den Pranger zu stellen, das gibt es mit mir nicht.“

Dimitrios Grammozis, Trainer SV Darmstadt: „Es war ein brutal intensives Spiel. Wir haben in der ersten Halbzeit Zeit gebraucht, um ins Spiel zu kommen. Wir wussten, dass Bochum aggressiv, gallig zur Sache geht. Wir haben viele Zweikämpfe verloren, dem Gegner Möglichkeiten gegeben, Kleinigkeiten waren ausschlaggebend. Dann kam der Elfmeter, der Ball ging an die Hand, aber das ist richtig schwer für die Abwehrspieler zu verteidigen. Das ist brutal. In der Halbzeit haben wir zwei, drei Sachen angesprochen, dann haben meine Jungs das Gesicht gezeigt, was ich mir von Anfang an gewünscht hätte. Da waren wir viel griffiger. Es war ein sehr emotionales Spiel von beiden Seiten, heute sind wir mit dem Punkt zufrieden.“

Milos Pantovic: „Wir haben das Siegen nicht verlernt, aber wir schaffen es momentan nicht, die Führung über die Zeit zu bringen. Wir haben in den Spielen davor zuhause immer Rückstände aufgeholt, das fliegt uns momentan um die Ohren. Unser Plan war nach der Pause, weiter kompakt zu stehen, aber wir haben Darmstadt zu viel den Ball überlassen, das darf uns nicht passieren. Wir haben zweimal geführt und wieder nicht gewonnen, da fehlen mir auch die Worte. Wir dürfen jetzt nicht so viel reden, sondern müssen einfach mal machen. So wird es schwer.“

Anthony Losilla: „Ich habe das Gefühl, jede Woche das Gleiche sagen zu müssen. Wir sind gut im Spiel, aber irgendwann merkt man, dass wir nicht mehr sicher sind. Wir versuchen, die Führung zu verteidigen, aber nach vorne ging nichts mehr. Wir müssen alles reinhauen, um die drei Punkte kämpfen. Wir haben schon alles gegeben, aber wir müssen cleverer sein. Das tut einfach weh. Wir sind jetzt an einem Punkt angekommen, an dem es auch eine Kopfsache wird. Wir führen 2:1, ungefähr 25 Minuten vor Schluss aber fangen wir an zu zittern, es kommt Unsicherheit auf. Jeder muss selbstkritisch sein, muss aber auch positiv denken weiterhin.“

Simon Lorenz: „In der zweiten Halbzeit sind wir zu passiv geworden, und zwar im Spiel mit und gegen den Ball. Darmstadt hat die Kontrolle übernommen. Trotzdem hatte man nicht das Gefühl, dass der Ausgleich in der Luft lag. Aber wenn man nur 2:1 führt, reicht eine Situation, eine Unaufmerksamkeit.“

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