VfL Bochum

VfL Bochum: Die Innenverteidigung bleibt ein Thema

Elf Spiele bildete Saulo Decarli (l.) zusammen mit Simon Lorenz (M.) die Innenverteidigung des VfL. Neun Punkte holte das Team da. Gegen Holstein Kiel, aus dem Spiel ist die Szene, gab es keinen Punkt.

Elf Spiele bildete Saulo Decarli (l.) zusammen mit Simon Lorenz (M.) die Innenverteidigung des VfL. Neun Punkte holte das Team da. Gegen Holstein Kiel, aus dem Spiel ist die Szene, gab es keinen Punkt.

Foto: Frank Molter / dpa

Bochum.  Das 1:3 gegen den HSV hat die Lage beim VfL weiter verschlechtert. Vor dem Spiel gegen Wiesbaden ist auch die Innenverteidigung wieder ein Thema.

Kontaktscheu ist der Mann gerade nicht. Ihn als distanzlos zu beschreiben, träfe es aber nicht. Er ist halt Fan des VfL Bochum. Das hat er Thomas Reis, dem Trainer des Zweitligisten, gerade gesagt. Beim Training war er auch, der Fan. Das alleine zeigt, dass der Verein ihn bewegt. „Am Sonntag fahre ich auch nach Wiesbaden“, sagt er noch. Aber eigentlich, und die Frage wiederholt er jetzt, will er wissen, warum Armel Bella-Kotchap nicht spielt oder gespielt hat. Der sei jung und gut und wäre zu einer vernünftigen Spieleröffnung in der Lage. Die Innenverteidigung bleibt ein Thema beim VfL Bochum.

Thomas Reis hört sich das an. Äußerlich scheinbar gelassen. Er scheint es aber gerade wirklich zu sein. Dass Fans gerne Erklärungen für in ihren Augen „komische“ Aufstellungen und schlechte Ergebnisse haben wollen, kennt er. Erst recht, wenn das Team auf dem Platz in der Tabelle steht, der die Teilnahme an zwei weiteren Spiele nach Abschluss der normalen Punkterunde bedeutet.

Stand jetzt ginge es gegen Unterhaching

Stand jetzt würde der VfL Bochum als 16. der 2. Bundesliga gegen die Spvgg. Unterhaching, den aktuell Dritten der 3. Liga, diese Zusatzspiele bestreiten. In Unterhaching würden sie sich vielleicht auf diesen Gegner freuen, oder zumindest auf die Möglichkeit, die 2. Liga noch zu erreichen. Beim VfL würden sie am liebsten jetzt schon einen Strich unter die Saison machen. Geht aber nicht.

20 Spiele sind gespielt, 14 Spiele stehen noch aus. Das erste von, ja man muss es wohl so sagen wie es Torwart Manuel Riemann vor Wochen schon gesagt hat, von 14 Endspielen. Natürlich hoffen sie beim VfL alle darauf, dass das Team mindestens noch einmal so viele Punkte holt wie in der Hinrunde. Da waren es 20 und mit dann 40 Punkten wäre der Abstieg kein Thema. Derzeit aber bleibt Thomas Reis kaum mehr übrig, darauf zu verweisen, dass das Team in der Hinrunde und nach den Spielen gegen Jahn Regensburg, Arminia Bielefeld und den Hamburger SV nur genau einen Punkt mehr hatte als es jetzt nach diesen Spielen hat.

Vier Partner für Saulo Decarli

In der Hinrunde gab es immerhin gegen Bielefeld ein 3:3. Danach folgte das Spiel gegen Wiesbaden. Das endete nach einem 0:3 zur Pause noch 3:3. Kurz danach war Robin Dutt kein Trainer mehr. Beim 1:2 in Stuttgart betreute Heiko Butscher das Team. Danach kam Reis.

Der hat durchaus versucht Konstanz ins Team und auch in die Innenverteidigung zu bringen. Denn das ist der Vorwurf des Fans. „Da wird so viel gewechselt, da können sich ja keine Automatismen einstellen.“ Das mit den vielen Wechseln ist aber eher eine gefühlte Wahrheit. Oder anders: Sie stimmt erst in den Spielen im neuen Jahr. Beim 2:3 gegen Armina Bielefeld bildeten Saulo Decarli und Patrick Fabian die Innenverteidigung. Beim 1:3 gegen den Hamburger SV waren es Decarli und Maxim Leitsch.

Elf Spiele hieß es: Decarli und Lorenz

Richtig ist, dass Decarli damit den vierten Partner hatte. Richtig ist auch, dass der Schweizer die Erwartungen bislang nicht erfüllt hat und dass die Innenverteidigung zu den Schwachstellen im Team gehört. Auch wenn Dutt und Butscher und Reis und mit ihnen alle Trainer dieser Welt immer wieder betont haben oder noch betonen, dass Verteidigung Aufgabe des gesamtem Teams sei. Und das unabhängig davon, wer auf dem Platz steht.

Das war beim VfL lange Zeit aber durchaus erwartbar. Auch und besonders in der Innenverteidigung. Vor den Spielen der Rückrunde gegen Bielefeld und Hamburg gab es nur Wechsel, wenn ein Spieler verletzt fehlte. Elf Spiele machte Decarli so mit Simon Lorenz an seiner Seite. Das Duo holte neun Punkte, macht 0,8 Punkte im Schnitt. Vier Spiele machte Decarli zusammen mit Bella-Kotchap, da gab es fünf Punkte, macht 1,25 Punkte im Schnitt. Je eins absolvierte Decarli mit Fabian und Leitsch, da gab es keine Punkte. Einmal gab es eine Dreierkette mit Decarli, Bella-Kotchap und Lorenz aber auch keine Punkte. Zwei Spiele fehlte Decarli verletzt. Da bildeten Lorenz und Bella-Kotchap die Innenverteidigung. Da gab es einen Sieg und ein Unentschieden: das sind vier Punkte aus zwei Spielen, also zwei im Schnitt.

Alle Innenverteidiger sind fit

Würde Reis diesen Wert allein zur Entscheidungsfindung heranziehen, wäre die Entscheidung klar und der Fan zufrieden. „So aber funktioniert das nicht“, sagt Reis das auch genauso dem Fan. „Ich schaue mir die ganze Woche das Training an und entscheide dann, welche elf Spieler für den nächsten Gegner die elf besten sind.“ Dass mit dem Griechen Vasileios Lampropoulos zum Ende der Wechselperiode noch ein Innenverteidiger dazu gekommen ist, macht zumindest mal die Variationsmöglichkeiten noch größer. Derzeit sind alle Innenverteidiger fit.

Leserkommentare (8) Kommentar schreiben