VfL Bochum

Die Krise des VfL Bochum ist hausgemacht

Frust nach dem Ende: Bochums Kapitän Anthony Losilla (l.) nach dem 2:2 gegen Darmstadt.

Frust nach dem Ende: Bochums Kapitän Anthony Losilla (l.) nach dem 2:2 gegen Darmstadt.

Foto: Roland Weihrauch / dpa

Bochum.  Die Luft wird immer dünner für den VfL Bochum, die Erfahrungen der Vorjahres-Absteiger machen kaum Mut. In Heidenheim soll es endlich klappen.

Milos Pantovic stellte sich den Medien nach diesem enttäuschenden 2:2 gegen Darmstadt. Er musste dort also: reden. Genau das aber will er eigentlich gar nicht mehr. „Wir dürfen nicht so viel reden, wir müssen einfach mal machen. Sonst wird es schwer.“

Acht Spiele, fünf Punkte, kein Sieg, vorletzter Platz. Die Luft wird immer dünner für den VfL Bochum. Jetzt muss schon eine kleine Serie her, um sich aus dem Keller zu befreien; keine Nicht-Verlieren-Serie, sondern eine Sieges-Serie, wohl gemerkt. Denn mit Darmstadt 98 ist nur noch ein Team in direkter Reichweite (7 Punkte). Jenes Darmstadt, das beim VfL am Samstag ein verdientes 2:2 holte. Rechnet man die Punktzahl nach acht Spieltagen auf die Saison hoch, ginge der VfL mit rund 21 Zählern ins Ziel. Das wäre der sichere Abstieg.

Die meisten Fehlstarter der beiden Vorjahre sind abgestiegen

Wirft man einen Blick auf die Fehlstarter der beiden Vorjahre, macht das wenig Mut. In der vergangenen Saison waren Duisburg und Ingolstadt nach acht Partien ganz unten mit zwei und fünf Punkten. Beide stiegen ab. Vor allem Ingolstadt erinnert fatal an den VfL: Eigentlich doch spielstark besetzt, eigentlich mit hohen Ambitionen gestartet, ging der Klub aus Bayern das Thema Klassenerhalt viel zu spät energisch an.

In der Saison 2017/18 rangierten Kaiserslautern (2 Punkte) und Fürth (4) nach acht Partien auf den letzten beiden Plätzen. In der Saison, als zwei Drittel der Liga inklusive der VfL Bochum bis kurz vor Schluss gegen den Absturz kämpften, konnte sich Fürth immerhin noch auf Rang 15 retten. Braunschweig erwischte es.

Verstörender allerdings wirkt nicht das Beispiel anderer Klubs in der Vorzeit, sondern die Gegenwart des VfL: Die Krise ist hausgemacht, sie hat viel mit fehlender Gier über die komplette Spielzeit zu tun, was kein gutes Licht auf die Zusammenstellung des Kaders wirft. Denn genau jene Gier hatten die Verantwortlichen in der vergangenen Saison zu oft vermisst. Und wollten das mit dem viel zitierten Umbruch ändern.

Mit einem schweren Auftaktprogramm jedenfalls ist die Krise nicht mehr zu erklären. In Hamburg und in Stuttgart hat niemand Punkte einkalkuliert, die Niederlagen fielen gemäßigt aus, verdient waren sie allerdings dennoch. Hinzu kam das klägliche 1:3 in Regensburg, bei einem potenziellen Abstiegskandidaten. Dazu die Remis gegen die ebenfalls um den Klassenerhalt kämpfenden SV Wehen Wiesbaden, Dynamo Dresden (zuletzt 1:4 in Aue), SV Sandhausen, Darmstadt 98. Einzig das 3:3 gegen Bielefeld mag man in der Rückschau nicht nur in der Punktezahl, sondern auch gefühlt als Teilerfolg durchgehen lassen.

Am Sonntag geht es nach Heidenheim, auswärts hat der VfL in diesem Jahr 2019 noch gar nicht gewonnen und in der gesamten Vorsaison auch nur zweimal (in Duisburg und in Köln). Der seit Jahren konstant auftretende FCH indes hat sein kleines Tief mit Niederlagen gegen Dresden und Sandhausen überwunden, hat seit vier Partien nicht verloren, dabei zweimal gewonnen. 3:0 gegen Kiel, 1:0 gegen Darmstadt.

Schnatterer trifft wieder für VfL-Gegner Heidenheim

Zuletzt holte Heidenheim dank des ersten Saisontreffers von Marc Schnatterer ein 1:1 in Karlsruhe und hat Rang drei wieder im Blick. Und der VfL hat von den bisher fünf Zweitliga-Spielen in Heidenheim nur eines gewonnen: am letzten Spieltag 2015/16, als es um nichts wirklich Entscheidendes mehr ging (4:2). Zuletzt, vor fast genau einem Jahr, gab es ein 2:3 nach einer 2:1-Pausenführung. Den Heidenheimer Siegtreffer erzielte damals ein gewisser Marc Schnatterer.

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