VfL Bochum

Fehlende Bereitschaft: VfL lässt Basis-Tugend vermissen

Auch Danny Blum vom VfL Bochum (Mitte) ärgerte sich maßlos über das späte 3:3 gegen den KSC.

Auch Danny Blum vom VfL Bochum (Mitte) ärgerte sich maßlos über das späte 3:3 gegen den KSC.

Foto: Udo Kreikenbohm / WAZ FotoPool

Bochum.  Nicht nur die Flut an Gegentoren sorgt für teils scharfe Kritik beim VfL Bochum, intern wie extern. Vermisst wird der Einsatz. Von Anfang an.

Seit fünf Partien, seit Thomas Reis Trainer ist beim VfL Bochum, hat der Zweitligist nicht mehr verloren. Doch zum Feiern war nach dem 3:3 gegen Karlsruhe niemand zumute, der ein Trikot des VfL trug oder auch nur einen Schal, auf den Tribünen sitzend oder stehend. Es gab Pfiffe von den Rängen, es gab Kritik unter den Spielern und vom Trainer.

Thomas Reis fehlte die „absolute Bereitschaft“ gerade in der verschlafenen Anfangsphase und in der indisponierten Schlussphase, noch dazu über 75 Minuten lang in Überzahl. Abwehrchef Saulo Decarli schimpfte in ähnlicher Wortwahl: „Wenn wir nicht bereit sind, über 95 Minuten alles zu geben, dann werden wir weiter bestraft.“ Selbst Kapitän Anthony Losilla, oft genug der schützende Mann der Mannschaft, gab einigen, namentlich natürlich nicht genannten Kollegen einen Rüffel mit auf den Weg in den trainingsfreien Montag. „Wir haben heute zu wenig gemacht, um die drei Punkte zu holen.“

In Kiel schon wieder mächtig unter Druck

So steckt der VfL als Tabellensechzehnter mit neun Punkten im Keller fest und steht am Freitag (18.30 Uhr) beim zuletzt in Stuttgart siegreichen KSV Holstein Kiel wieder mächtig unter Druck.

Wahnsinn: 13:13 Tore in fünf Heimspielen

Vor allem, weil es dem VfL nicht gelingt, die von Thomas Reis erhoffte Stabilität in der Defensive auf den Rasen zu bringen. Fünf Heimspiele, davon jetzt drei unter Thomas Reis, fünf Remis, 13:13 Tore – neutrale Beobachter reiben sich verwundert die Augen. Dreimal 3:3 gegen Bielefeld, Wiesbaden und Karlsruhe, zweimal 2:2 gegen Dresden und Darmstadt. Dreimal kassierte der VfL dabei kurz vor Schluss oder sogar in der Nachspielzeit den Ausgleich, zweimal war es genau umgekehrt. Konstant, schrieb treffend der Reviersport, ist nur die Inkonstanz.

Drei Heimspiel-Doppelpacks bis zur Winterpause

Dabei wäre Heimstärke, die sich nun mal nur in Siegen messen lässt und nicht in spektakulär anmutenden Torfestivals, eminent wichtig, um sich ein kleines Polster im Abstiegskampf zu erarbeiten bis zum Jahreswechsel. Denn bis zur Weihnachtspause stehen jetzt noch drei Heimspiel-Doppelpacks an, wenn man das Pokalspiel gegen Bayern München in einer Woche mitzählt: Gegen Bayern und Nürnberg (29. Oktober/4. November), gegen Osnabrück und Aue (22./30. November), gegen Hannover und Regensburg (13./22. Dezember). Auswärts geht es nur noch nach Kiel, St. Pauli und Fürth.

Denkbar, dass Trainer Reis am Freitag in Kiel auf Chung-Yong Lee zurückgreift, der das Spiel beruhigen kann mit seiner Antizipation, seiner Erfahrung, seiner Ballsicherheit. Gegen den KSC hatte der Coach auf den Südkoreaner nach dessen längerer Verletzungspause noch komplett verzichtet.

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