2. Bundesliga

Form und Restprogramm sprechen für den VfL Bochum

Mit dem 0:0 in Nürnberg hielt der VfL Bochum um Spielmacher Robert Zulj (r.) die Franken tabellarisch auf Distanz.

Mit dem 0:0 in Nürnberg hielt der VfL Bochum um Spielmacher Robert Zulj (r.) die Franken tabellarisch auf Distanz.

Foto: Daniel Karmann / dpa

Bochum.  Der VfL Bochum ist dem Klassenerhalt sehr nahe vor dem Heimspiel gegen St. Pauli am Freitag. Trends und Fakten vor dem Saisonfinale im Juni.

Als Tabellenfünfzehnter ist der VfL Bochum in die Zeit der Geisterspiele gestartet, vor dem Nachholspiel von Hannover 96 gegen Dynamo Dresden an diesem Mittwoch ist der Revierverein Neunter. Fünf Spiele sind noch zu absolvieren. Dresden muss noch acht Mal ran.

Punktzahl, Form und Restprogramm sprechen dafür, dass Bochum dem Klassenerhalt sehr nahe ist. Ein Blick auf den Schluss-Spurt der 2. Liga im Monat Juni mit Trends und Fakten der Konkurrenten.

VfL Bochum (9. Platz/36 Punkte, Tordifferenz -1). Der Trend: Acht Punkte holte Bochum in den vier Partien seit dem Re-Start, auch vor der Pause gab es drei Spiele ohne Niederlage. Nach dem Re-Start kassierte der VfL nur ein Gegentor, beim 2:1-Erfolg gegen Kiel, auswärts gab es zwei 0:0, zuletzt in Nürnberg. Mit dem dritten Heimsieg in Folge gegen St. Pauli am Freitag (18.30 Uhr) könnte der VfL den Klassenerhalt so gut wie perfekt machen.

Das Restprogramm: St. Pauli (H), Osnabrück (A), Aue (A), Fürth (H), Hannover (A).

SV Sandhausen (10./36/-2). Der Trend: Nach einem Sinkflug im Februar mit vier Pleiten in Folge hat sich der SVS mit zwei Remis vor der Pause zurückgemeldet - und nach dem 1:3 gegen Aue zum Re-Start seinen Überlebenswillen in Liga zwei eindrucksvoll gezeigt. In der Englischen Woche gab es ein Remis gegen Regensburg und dann zwei Siege gegen Wiesbaden (1:0) und Hannover (3:1). Allerdings hat Sandhausen ein hartes Restprogramm, es geht noch gegen die Top drei.

Restprogramm: Fürth (A), Bielefeld (H), Stuttgart (A), Dresden (H), HSV (A)

Hannover 96 (11./36/-3). Der Trend: Zwei Siege vor der Pause, ein Sieg zum Re-Start und ein Remis. Hannover wähnte sich schon fast am Ziel. Jetzt gab es den 1:3-Rückschlag in Sandhausen. Doch mit einem Erfolg im Nachholspiel gegen Dresden wäre zumindest der Worst Case nach einer insgesamt verkorksten Saison verhindert – der letzte Spieltag gegen Bochum sollte kein Show-Down werden.

Restprogramm: Dresden (H), Heidenheim (H), Darmstadt (A), St. Pauli (H), Aue (A), Bochum (H)

Jahn Regensburg (12./36/-6). Der Trend: Vier Spiele – vier Remis gegen Kiel, Sandhausen, Nürnberg, Osnabrück. Drei Partien endeten 2:2. Die Unentschieden-Könige aus Bayern versäumten es, den Deckel bereits draufzumachen. Bleibt der SSV seiner Linie treu, ist der Klassenerhalt aber greifbar nahe. Ein Heimsieg gegen Konkurrent KSC am drittletzten Spieltag würde alle Zweifel beseitigen.

Restprogramm: Darmstadt (H), Heidenheim (A), Karlsruhe (H), St. Pauli (A), Aue (H)

FC St. Pauli (13./35/-2). Der Trend: Nach einem guten Lauf vor der Pause mit vier Partien ohne Niederlage und dem Derby-Sieg gegen den HSV gab es Licht und Schatten am Hamburger Kiez. Einem wichtigen, etwas glücklichen 1:0 gegen Nürnberg zum Re-Start folgte ein herbes 0:4 in Darmstadt. Danach stabilisierte sich das Team von Trainer Jos Luhukay, spielte zweimal remis gegen Heidenheim (0:0) und in Karlsruhe (1:1). Beim Duell in Bochum am Freitag könnten die Hamburger einen großen Schritt zur Rettung machen.

Restprogramm: Bochum (A), Aue (H), Hannover (A), Regensburg (H), Wiesbaden (A)

VfL Osnabrück (14./34/-3). Der Trend: Der Aufsteiger legte eine sensationelle Hinrunde hin, die er als Fünfter mit 26 Punkten abschloss. Doch es folgte der Absturz mit zehn Partien ohne Sieg und nur vier Punkten. Doch nach der Pause überzeugte Osnabrück beim Spitzenreiter Bielefeld (1:1) und feierte dann, nach einem 2:4 gegen Hannover, einen erlösenden 2:0-Sieg in Fürth. Zuletzt gab es ein 2:2 gegen Regensburg. Osnabrück muss noch gegen Stuttgart und Hamburg ran – und gegen den VfL. Es bleibt eng.

Restprogramm: Stuttgart (A), Bochum (H), HSV (A), Kiel (H), Dresden (A)

1. FC Nürnberg (15./32/-12). Der Trend: Nürnberg kommt nicht in Fahrt, es fehlt an Selbstvertrauen, zuletzt zu sehen beim dürren 0:0 gegen Bochum. So holte der Club nach der Corona-Pause nur drei Remis und verlor bei St. Pauli. Jetzt geht es zum Spitzenreiter Bielefeld, es folgt das Frankenderby gegen Fürth. Geht das schief, wird die Partie in Wiesbaden am drittletzten Spieltag für den als Aufstiegsanwärter gestarteten FCN zum Schlüsselspiel. Sonst droht sogar noch der Sturz auf einen direkten Abstiegsplatz. Restprogramm: Bielefeld (A), Fürth (H), Wiesbaden (A), Stuttgart (H), Kiel (A

16. Karlsruher SC (16./30/-11). Der Trend: Ein Sieg zum Auftakt, dann drei Remis seit der Pause. Die Hoffnung lebt beim Traditionsverein, den Abstieg zu verhindern. Allerdings steht gegen die unmittelbare Konkurrenz nur noch eine Partie an, gegen Regensburg am 32. Spieltag. Nur Unentschieden gegen die Favoriten werden Karlsruhe wohl nicht reichen. Das Restprogramm: Aue (A), Stuttgart (H), Regensburg (A), Bielefeld (H), Fürth (A)

SV Wehen Wiesbaden (17./28/-14). Der Trend: Der Überraschungs-Aufsteiger ist als krasser Außenseiter in die Saison gestartet und feierte einen Coup nach der Pause, bezwang den in jeder Hinsicht doch eigentlich übergroßen VfB Stuttgart mit 2:1. Danach hielt Wiesbaden gut mit – und verlor doch. Mit 0:1 in Heidenheim, zuletzt mit 2:3 beim HSV. Bitter war das 0:1 gegen Sandhausen in der Mitte der Englischen Woche, die Wiesbaden folglich mit null Punkten abschloss. Aufgeben aber ist ein Fremdwort: Gegen Dresden steigt am Samstag ein erstes „Endspiel“.

Restprogramm: Dresden (H), Kiel (A), Nürnberg (H), Darmstadt (A), St. Pauli (H)

Dynamo Dresden (18./24/-18). Der Trend: Die Sachsen-Profis mussten wegen Coronafällen in Quarantäne und haben den großen Nachteil, seit dem vergangenen Wochenende die Saison mit ausschließlich Englischen Wochen meistern zu müssen: Alle drei, vier Tage muss Dynamo ran. Trotz des 0:2 zum verspäteten Start gegen Stuttgart aber hat sich das Team von Trainer Markus Kauczinski längst nicht aufgegeben. Holt Dynamo sechs Punkte aus den Nachholspielen gegen Hannover, Fürth und Bielefeld, hat Dresden noch alle Chancen.

Restprogramm: Hannover (A), Wiesbaden (A), Fürth (H), HSV (H), Bielefeld (A), Kiel (A), Sandhausen (A), Osnabrück (H).

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