Mit dem VfL im Trainingslager

Für den Busfahrer ist der VfL Bochum Hobby und Familie

Jürgen Zimmer (l.) fährt den Mannschaftsbus des VfL schon ein paar Tage. Hier ein Bild aus dem Februar 2008. Da gab es einen neuen Mannschaftsbus und das Stadion hieß noch anders.

Jürgen Zimmer (l.) fährt den Mannschaftsbus des VfL schon ein paar Tage. Hier ein Bild aus dem Februar 2008. Da gab es einen neuen Mannschaftsbus und das Stadion hieß noch anders.

Foto: Foto: WAZ / Karl Gatzmanga / WAZ

Weiler im Allgäu.  Seit 16 Jahren fährt Jürgen Zimmer den Bus der Profis des VfL Bochum. Für ihn ist es ein Hobby. Er ist Chef einer Trockenbaufirma aus Herne.

Jürgen Zimmer macht es sich auf der Tribüne des FV Rot-Weiß Weiler gemütlich. Er nimmt sich einen Stuhl, zündet sich eine Zigarette an und schaut den Zweitliga-Profis des VfL Bochum bei der zweiten Trainingseinheit vor Ort zu. Eine Woche ist der VfL im Allgäu im Trainingslager, trainiert auf dem Platz des württembergischen Landesligisten. Zimmer hat sie hin gefahren.

Seit 16 Jahren fährt er den Mannschaftsbus des Zweitligisten. Müssen müsste er das nicht. Es ist eher ein Hobby für ihn. Im richtigen Leben ist er Chef einer Trockenbaufirma in Herne. Er hat acht Mitarbeiter. Das Geschäft läuft so gut, dass er sich den Job als Fahrer leisten kann. Im Oktober wird 60 Jahre alt, danach denkt er so ganz langsam an den Ruhestand als Busfahrer. „Zwei, drei Jahre fahre ich aber noch.“

Zimmer ist Teil der VfL-Familie

Den Job des Busfahrers macht er vor allem, „weil es Spaß macht und ich Teil der VfL-Familie bin“. Von anderen Busfahrern anderer Zweit- oder Erstligisten hört er manchmal, dass sie an Extratischen sitzen müssen, oft außen vor sind. Fischer ist immer mit dabei, wohnt im Teamhotel.

Weil alles passt, übernimmt er auch Aufgaben, die nicht zwingend zu seinem Anforderungsprofil gehören. Wasserkisten für die Mannschaft schleppen, weitere Fahrten machen. So wie in der kommenden Woche, wenn Co-Trainer Matthias Lust von Co-Trainer David Siebers abgelöst wird und vom Flughafen in Zürich abgeholt werden muss.

In Weiler wird der Bus nicht benötigt

Dort hatte er am Samstag auch die Mannschaft eingesammelt. Die war von Düsseldorf geflogen. Zimmer hatte den Mannschaftsbus bereits am Freitag ins Allgäu gefahren. „Elf Stunden habe ich gebraucht“, sagt er und lehnt sich auf seinem Stuhl auf der Tribüne zurück.

In Weiler selber wird der Bus nicht benötigt. Das Teamhotel ist drei Minuten Fußweg vom Platz entfernt. Zimmers Dienste werden in der kommenden Woche nur für die beiden Testspiele in der Schweiz benötigt. Da hat er sich schon die besten Routen rausgesucht. „Eine wäre mit vielen Serpentinen gewesen“, sagt er. „Die nehme ich nicht. Auf der könnte den Spielern schlecht werden.“

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