VfL-Gegner

Investoren-Posse bei Bochums Gegner Regensburg ist beendet

Achim Beierlorzer, Trainer von Jahn Regensburg, jubelte nach dem 3:2 Sieg gegen Greuther Fürth am 13. Spieltag.

Foto: Armin Weigel

Achim Beierlorzer, Trainer von Jahn Regensburg, jubelte nach dem 3:2 Sieg gegen Greuther Fürth am 13. Spieltag. Foto: Armin Weigel

Bochum.  Kapitalgeber vom SSV Jahn Regensburg und der Bürgermeister saßen zeitweise sogar in Untersuchungshaft. Aufsteiger setzt vor allem auf Leihspieler.

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Mit zwei Siegen gegen Kaiserslautern und Fürth – direkte Konkurrenten im Abstiegskampf – hat sich der SSV Jahn Regensburg Luft verschafft. „Von meinen Spielern ist Ballast abgefallen. Die Pause nutzen wir, um durchzuschnaufen“, sagte Trainer Achim Beierlorzer.

Die Oberpfälzer, bis jetzt einzige Mannschaft ohne Remis in den ersten drei Klassen, haben sich nach einem tristen Oktober etwas befreien können. Zuvor hatte es drei Schlappen ohne eigenen Treffer gesetzt. Das gipfelte im Pokal-Aus gegen Heidenheim.

Durchmarsch aus der Bayernliga

Der SSV Jahn kommt per Durchmarsch aus der Bayernliga. Dass es zwei Stufen höher eng wird mit dem Klassenerhalt, war den Verantwortlichen nach eigenen Aussagen bewusst. So rangiert der Jahn in der Tabelle nach Spieler-Marktwert mit großem Abstand auf dem letzten Rang. Dennoch verzichtete man auf namhafte Zugänge. Im Kern spielt das Team aus der Drittliga-Vorsaison. „Das ist unser Weg“, betonte der Trainer. Immerhin: Zweitligatauglich das 2015 eröffnete neue Stadion, das 15 224 Zuschauer fasst.

Der Kader wurde nach dem ungeahnten Aufstieg, durch den man letztlich auch Trainer Heiko Herrlich ohne Entschädigung an Leverkusen verlor, denn Herrlich hatte für die 2. Liga keinen Kontrakt, nur ergänzt. Dabei setzt der Aufsteiger vor allem auf Leihspieler, wie den Innenverteidiger Ager Sörensen (Salzburg) oder dessen Nebenmann Benedikt Gimber (Hoffenheim). Rechtsaußen Sebastian Stolze kam zeitlich befristet aus Wolfsburg. Geschuldet ist dies auch der engen Finanzsituation, die im Vereinsumfeld von einem mehr als einjährigen Possenspiel begleitet wurde.

2009 Ausgliederung in eine Kapitalgesellschaft

2009 bereits hatten die Mitglieder eine Ausgliederung in eine Kapitalgesellschaft beschlossen. Der Bauunternehmer und Sponsor Volker Tretzel hielt nach etlichen Finanzspritzen 90 Prozent der Anteile, verstrickte sich jedoch in einen Skandal um Parteispenden und Grundstücksvergaben. Das brachte zwischenzeitlich Regensburgs Oberbürgermeister Joachim Wolbergs und Tretzel selbst in Untersuchungshaft. Am Ende verfügte das Gericht eine Kontaktsperre zwischen Verein und Investor.

Darauf wurde der eher dubiose Sportinvestor Philipp Schober, der sich schon beim MSV Duisburg und in Würzburg wenig Freunde gemacht hatte, Mehrheitsaktionär, was die Jahn-Anhänger in höchste Aufregung versetzte. Erst kürzlich, Ende September, konnten die Ostbayern dem Spuk um Investoren und Sponsoren ein Ende bereiten, halten nun den großen Kapitalanteil wieder selbst. „Wir werden uns die Aktien an den Jahn-Christbaum hängen“, meinte Präsident Hans Rothammer nach dieser unglaublichen Farce.

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