Bochum

Nach Abstimmung: Eklat bei der VfL-Mitgliederversammlung

VfL-Mitglieder vor der Jahrhunderthalle.

Foto: firo

VfL-Mitglieder vor der Jahrhunderthalle. Foto: firo

Bochum.  Die Mitgliederversammlung des VfL Bochum endete mit einem Knall. Nachdem für eine Ausgliederung gestimmt wurde, zündeten einige Fans Böller.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Die Profiabteilung des Fußball-Zweitligisten VfL Bochum ist ausgegliedert, doch Mitglieder, offensichtlich aus der Ultra-Szene, sorgten direkt nach der Bekanntgabe des Ergebnisses für einen Eklat.

Sie verließen umgehend und geschlossen die Jahrhunderthalle, Stühle gingen dabei zu Bruch, Tische wurden im Foyer zerstört, ein lauter Knall hallte durch das Foyer, als insgesamt drei Böller gezündet wurden. Nach Informationen dieser Redaktion erlitt ein Mitarbeiter der Jahrhunderthalle dabei ein Knalltrauma, da er zufällig in der Nähe stand. Automatisch wurde wegen des Knalls und Rauches die Warnanlage ausgelöst, zusätzlich wurde der Feuernotruf wissentlich ausgelöst: Die Besucher wurden daher zum Verlassen der Halle aufgefordert. Wilken Engelbracht, Bochums Finanzvorstand, und der Sicherheitschef behielten aber die Ruhe und gaben schnell Entwarnung. Vor der Jahrhunderthalle wurden weitere Böller gezündet – ebenfalls von der Gruppe, die schon in den Räumlichkeiten für unschöne Szenen gesorgt hatten. Dieser auffällige Teil der Ausgliederungs-Gegner zog im Anschluss weiter Richtung Stadion und Innenstadt, begleitet von der Polizei.

„Das war fast zu erwarten, bedauerlicherweise ist es auch so eingetreten“, sagte Andreas Kuchajda, Geschäftsführer der Bochumer Veranstaltungs-GmbH, die die Jahreshauptversammlung in der Jahrhunderthalle organisiert hatte, im Gespräch mit dieser Redaktion. Dass die in der Halle verbliebenen Gäste über eine automatische Ansage aufgefordert worden waren, die Räumlichkeiten zu verlassen, habe in Zusammenhang mit dem in solchen Fällen greifenden Automatismus zu tun gehabt.

Als Folge dieser unrühmlichen Vorfälle wurden Strafanzeigen erstattet, vornehmlich wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung. „Es war insgesamt eine sehr negative Reaktion“, beurteilte Kuchajda.

Zuvor hatten 2158 Mitglieder mit Ja gestimmt, dass der wirtschaftliche Geschäftsbetrieb des Vereins ausgegliedert wird, das entsprach bei 2708 abgegebenen Stimmen (1 ungültig) 80,19 Prozent. 75 Prozent waren für den historischen Schnitt erforderlich gewesen. 533 Mitglieder (19,81 Prozent) stimmten mit Nein.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Auch interessant
Leserkommentare (29) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik