VfL Bochum

Neururer wünscht sich gegen Dresden 30.000 Zuschauer im VfL-Stadion

„Wenn du das siehst, fühlst du dich doch gleich heimisch.“ Peter Neururer war von der Unterstützung der rund 1000 VfL-Anhänger in Berlin angetan.

„Wenn du das siehst, fühlst du dich doch gleich heimisch.“ Peter Neururer war von der Unterstützung der rund 1000 VfL-Anhänger in Berlin angetan.

Foto: dpa

Bochum.  Mit dem Auswärtssieg gegen Union Berlin hat die Mannschaft des VfL Bochum vorgelegt, jetzt können die Fans nachziehen. Wenn es nach Peter Neururer geht, dürfte das Stadion zum ersten Heimspiel gegen Dynamo Dresden gerne wieder so gut gefüllt sein wie zum Ende der vergangenen Saison.

„Boaa“, schnaufte Danny Latza gestern, auf die sonntägliche Rückfahrt aus Berlin angesprochen – und diese Reaktion verwunderte keineswegs. Nach dem 2:1-Auswärtssieg bei „Eisern Union“ saßen der Neuzugang und seine Mannschaftskollegen sechseinhalb Stunden im Bus, kamen erst nach Mitternacht in Bochum an. Wahrlich nicht die beste Regeneration nach einem kräfteraubenden Spiel bei rund 30 Grad. „Kurz nach Berlin“, so der defensive Mittelfeldspieler, „gab’s einen Stau.“

Genug Zeit also für ihn, um über sein Traumtor zum 1:0 nachzudenken? Latza lächelt und zuckt mit den Schultern. „So etwas kann man sich nicht vornehmen“, meinte Latza dazu nur. Er hatte eine sehr anständige Leistung geboten – doch im Traumtor- und späten Elfmeterjubel war untergegangen, dass dem direkten Freistoßtor der Berliner zum 1:1 ein unnötiges Foul von Latza vorausging. Der gebürtige Gelsenkirchener und Ex-Schalker, der sich „vom ersten Tag an wohl fühlt“ in Bochum, war froh, dass er und seine Teamkollegen nach „holpriger Anfangsphase“ noch gut gestaffelt und kompakt stehen konnten.

Latza will beim VfL mit seiner Laufbereitschaft punkten

Und Latza steht ja, wenn man den ersten Pflichtspielauftritt als Maßstab nehmen darf, für das, was sein Trainer Peter Neururer von jedem Einzelnen im Kader fordert. „Ich erwarte Motivation und Leidenschaft“, unterstrich der Fußballlehrer gestern nochmals die Grundvoraussetzungen. Latza beherzigte diese Maßgabe, gewiss nicht als Einziger: Der Mittelfeldspieler rückte Union-Stratege Thorsten Mattuschka teilweise minutenlang nicht mehr vom Leib, hing wie eine Klette an ihm. Latza sagt: „Ich kann der Mannschaft mit Laufbereitschaft und Zweikampfverhalten helfen.“

Für Peter Neururer stellt sich nach dem zufriedenstellenden Start nun vor allem die Frage, „wie das Publikum reagiert“ beim Heimspiel gegen Dynamo Dresden am kommenden Montag. Als Vorbild für den angestrebten Schulterschluss zwischen Fans und Mannschaft greift Neururer immer wieder auf die Endphase der vergangenen Saison zurück. Gegen St. Pauli und Köln war das Stadion so gut wie ausverkauft, die Fans peitschten ihre Mannschaft trotz der bis dahin völlig verkorksten Saison nach vorne. „Wir schaffen es nur gemeinsam. In der größten Not hat jeder zum Verein gestanden. Wir haben es gemeinschaftlich geschafft und haben jetzt Perspektive.“ Und was Neururer dann sagt, klingt beinahe herausfordernd, im positiven Sinne: „In Dresden kamen zum ersten Spiel 30.000 Zuschauer. Warum geht das nicht auch hier?“

Hochstätter warnt vor zu viel Zufriedenheit

Die Reaktionen der Verantwortlichen auf diesen ersten, für die Stimmung und das Selbstvertrauen so wichtigen Saisonsieg, klingen vernünftig, vorsichtig optimistisch: In Euphorie möchte niemand verfallen. „Wir müssen weiterhin konstant und konzentriert arbeiten“, forderte Sportvorstand Christian Hochstätter, nachdem er die Mannschaft zunächst für den „verdienten Sieg“ und die „super Rückwärtsbewegung“ gelobt hatte: „Das war nur ein einziges Spiel. Wer sich jetzt zurücklehnt, wird sich noch umsehen. Und da möchte ich nicht dabei sein. Wir sollten jetzt unsere gute Ausgangsposition nutzen.“

Hochstätter, der gestern ein Weilchen beim Training der Reservisten vorbei schaute (alle anderen liefen aus), beobachtet in puncto Stürmersuche zwar weiterhin den Markt. „Wir haben aber keinen Druck“, so Hochstätter – schließlich habe man in Berlin mit Richard Sukuta-Pasu als einziger Spitze gespielt. Ob das auch gegen Dresden eine Option ist, bleibt abzuwarten. Spielt der VfL mit zwei Spitzen, wird’s dahinter ziemlich dünn.

Keine Verletzung bei Patrick Fabian

Entwarnung gab’s gestern Nachmittag bei Patrick Fabian: Der Innenverteidiger hatte Schmerzen im Knie verspürt, eine MRT-Untersuchung hat aber keinen Befund ergeben. Bandapparat und Meniskus sind also nicht beschädigt.

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