Interview

Patrick Fabian deutet Verbleib beim VfL Bochum an

VfL-Routinier Patrick Fabian

VfL-Routinier Patrick Fabian

Foto: firo

Bochum  Im exklusiven Gespräch hat sich Fabian unter anderem zur aktuellen Krise der Bochumer und seiner Zukunft geäußert. Teil 1 des großen Interviews.

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Er ist zu einer echten Institution beim VfL Bochum geworden: Patrick Fabian. Der 31 Jahre alte Innenverteidiger ist seit 19 Jahren als Spieler im Verein. Im Sommer läuft sein Vertrag aus.

Im Schaufenster des VfL-Fanshops am Vereinsgelände hängen unter anderem die Trikots der aktuellen Spielzeit. Die Farben zum Beispiel: blau und grau. Ein Trikot aber ist grün und unterscheidet sich nicht nur in der Farbe von den anderen beiden. Es ist mit dem Rücken zum Betrachter aufgehängt: Bochum, Nummer 19, Patrick Fabian. Zum Interview mit dieser Redaktion erscheint der Routinier mit umgedrehter Kappe und Jeanshemd.

Patrick Fabian, der VfL Bochum steckt im Jahr 2019 in der Krise. Aus zehn Spielen holte die Mannschaft nur acht Punkte. Wie konnte es dazu kommen?

Patrick Fabian: In den vergangenen Monaten spielen wir leider zu inkonstant und haben zu viele schlechte Ergebnisse erzielt. Wir können mit unserer Punkteausbeute nicht zufrieden sein und dürfen auch nichts schönreden. Wir lassen in den Spielen viel zu viel liegen, wodurch der Eindruck entstanden ist, dass die Situation an Dramatik zunimmt. Dabei spielt der Kopf auch eine Rolle. Nicht zu vergessen: Wir haben viele verletzte Spieler.

Die Hinrunde und auch der Start in die Rückrunde waren erfolgreich. Wann genau gab es den Bruch?

Fabian: Nach dem Sandhausen-Spiel. Danach haben wir dreimal in Folge verloren, blieben im Februar ohne Punkt. Zwar lief jede dieser Niederlagen anders ab, allerdings in einer Art und Weise, die wir vorher nicht an den Tag gelegt haben. Wir hatten zu wenig Power, zu wenig Emotionalität auf dem Platz. Das begleitet uns zum Teil jetzt noch.

Was genau lief in die falsche Richtung?

Fabian: Genau kann ich diese Frage nicht beantworten, es gibt viele Gründe dafür. Einige habe ich ja schon gerade benannt. Vielleicht hat sich aber auch bei dem einen oder anderen Spieler in den Kopf gefressen, dass durch die Niederlagen der Zug nach weiter oben in der Tabelle abgefahren ist. Wenn man unsere Gesamtentwicklung betrachtet, kann man zu solchen Schlüssen kommen.

Rutscht der VfL noch in den Abstiegskampf?

Fabian: Wir sollten das Thema nicht wegschieben. Wer denkt, dass wir keine Spiele mehr gewinnen müssen und trotzdem ohne Sorgen durch den Rest der Saison gehen, liegt falsch. Man darf unsere Situation zum jetzigen Zeitpunkt nicht überdramatisieren, aber wir müssen uns bewusstmachen, dass wir noch Punkte benötigen. Sonst kann es auch in die andere Richtung laufen.

Kritiker werfen der Mannschaft vor, sie sei zu alt.

Fabian: Diese Themen kommen natürlich immer auf, wenn es sportlich nicht so läuft. Das Alter hat bei unserem 3:2-Sieg in Köln überraschenderweise keine Rolle gespielt, in dem Spiel lag der Altersschnitt bei 29,6 Jahren. Man sieht: Grundsätzlich standen viele unserer Spieler schon auf dem Platz, als wir erfolgreich waren. Für mich geht es im Fußball nicht um die Unterscheidung zwischen jung oder alt, sondern um die Frage gut oder schlecht. Natürlich muss ein Verein die Mannschaft schrittweise verjüngen, aber auch davon darf man sich keine Wunderdinge erwarten. Was mir wichtig ist: Es geht bei so einer Diskussion generell auch immer um die Frage des Respekts. Denjenigen gegenüber, die beispielsweise länger als vier Jahre für einen Verein spielen, sich nie etwas haben zuschulden kommen lassen oder sich nie versteckt haben, wenn es mal kritisch wurde. Das ist ein Punkt, den man nicht außer Acht lassen sollte.

Sie persönlich sind mittlerweile 31 Jahre alt, spielen im 19. Jahr beim VfL Bochum. Im Sommer läuft Ihr Vertrag aus. Wie geht es für Sie weiter?

Fabian: Ich habe in den vergangenen Tagen viele Nachrichten bekommen, in denen mir zu meiner Vertragsverlängerung gratuliert worden ist. Die Leute musste ich dann etwas enttäuschen. Wir sind zwar in guten Gesprächen, es ist aber noch nichts entschieden. Grundsätzlich bin ich ein Typ, der Dinge mitgestalten, anschieben und auch verändern möchte – in welcher Form auch immer. Das habe ich in den Gesprächen auch immer wieder betont.

Bleiben Sie als Spieler oder in einer anderen Funktion dem VfL erhalten?

Fabian: Vielleicht wird es eine Mischung aus beidem. Natürlich muss der Verein eine gewisse Verjüngung vorantreiben. Vielleicht bin ich im nächsten Jahr weiter Spieler, habe aber eine andere Rolle. Letztlich wird es eine Frage der Definition sein, mit der beide Seiten gut fahren können.

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