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Robbie Kruse will gegen Ex-Klub Düsseldorf wieder angreifen

Einmal in Fahrt, ist Bochums Stürmer Robbie Kruse wie hier beim 2:0-Sieg gegen Ingolstadt kaum zu bremsen. 

Foto: Udo Kreikenbohm

Einmal in Fahrt, ist Bochums Stürmer Robbie Kruse wie hier beim 2:0-Sieg gegen Ingolstadt kaum zu bremsen.  Foto: Udo Kreikenbohm

Bochum.  Der VfL Bochum hat ihn schmerzlich vermisst in Paderborn. Gegen Fortuna Düsseldorf am Montag (20.30 Uhr) will Robbie Kruse wieder stürmen.

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Düsseldorf und Robbie Kruse, das ist eine besondere Beziehung. Bei der Fortuna hat der Australier seine ersten Fußballer-Jahre im Ausland verbracht, nachdem er Melbourne verlassen hatte im Sommer 2011. Bis heute wohnt der 29-Jährige mit seiner Ehefrau in der Landeshauptstadt.

Und am Montagabend, 20.30 Uhr, trifft er seinen Ex-Klub wieder. Als Spieler des VfL Bochum.

Wahlheimat, etliche schöne Erinnerungen an die Fortuna-Zeit, so Kruse - alles Nebensache. Am Montag, das betont der flinke Flügelstürmer im Gespräch mit der WAZ immer wieder, steht ein Spiel an, das „very important“ ist, sehr wichtig. Es ist eines von noch sieben „wichtigen“ Zweitliga-Partien bis zur Winterpause. So viele wie möglich müsse man jetzt gewinnen, sagt Kruse, „und am Montag müssen wir damit anfangen.“

Der dribbelstarke Angreifer ist optimistisch, dabei zu sein. Das Pokalspiel in Paderborn hat er wegen einer Reizung im Knie verpasst, eine Reaktion des Körpers auf die hohe Belastung bisher: mit 15 Pflichtspielen für Bochum und Australien, mit mehreren 24-Stunden-Flugreisen für die Länderspiele. Aktuell steht daher nur Lauftraining an. „Ich hoffe, am Samstag wieder mit der Mannschaft trainieren und ihr am Montag helfen zu können“, sagt Kruse.

Stöger ist sein kongenialer Partner

Auch das wäre: sehr wichtig. Kevin Stöger, der den für Kruses Spiel entscheidenden Pass in die Tiefe beherrscht, hat seinen wichtigsten Abnehmer vermisst in Paderborn, und in Kiel „habe ich Kevin vermisst“, sagt Kruse. Stöger war beim 0:3 gesperrt. Stöger und Kruse, das ist das Duo, das für die lichten Momente sorgt zurzeit. Kruse: „Kevin versteht sehr gut, wie ich spiele.“

Während der Australier - als bisher einziger Neuzugang - sportlich voll eingeschlagen ist beim VfL, läuft es ringsherum alles andere als rund. Kruse spricht von „schwierigen Wochen“ für den Verein, für die Fans - und nimmt sich, auch mit Blick auf die Trennung von Trainer Ismail Atalan, selbst in die Pflicht. „Wir Spieler sind für die Ergebnisse verantwortlich, wir müssen uns nur auf unsere Leistung konzentrieren und es besser machen.“

Verletzungen warfen ihn oft zurück

Und zwar umgehend. Gegen den Spitzenreiter, gegen Düsseldorf, wo der lauf- und spielfreudige Kruse seine Deutschland-Tournee begann. Wer weiß, wo er jetzt spielen würde, wenn er nicht immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen worden wäre. Ein Muskelbündelriss kostete ihn die Rückrunde 2011/12 bei der Fortuna, die trotzdem aufstieg. Im folgenden Bundesliga-Jahr startete Kruse durch: 30 Einsätze, 4 Tore, 9 Torvorlagen. Bayer Leverkusen holte ihn - doch Kruse zog sich einen Kreuzbandriss zu im Januar 2014. Später folgten noch eine langwierige Bänderverletzung und, als er für ein halbes Jahr an Stuttgart ausgeliehen war, ein Muskelfaserriss. Letztlich wagte Kruse den Sprung nach China im vergangenen Winter, sah sich nach der Fünfmonate-Liaison bei Liaoning FC aber wieder um - und kehrte in seine sportliche Profiheimat zurück.

Die WM ist sein Traumziel

Bochum erhielt den Zuschlag. Nach dem Konföderationen-Cup, wo er bis Ende Juni für Australien spielte. Und nach den beiden Spielen für Bochum gegen Düsseldorf am Montag und in Kaiserslautern am Freitag geht es für den 59-maligen Nationalspieler (5 Tore) ja mit zwei nicht minder wichtigen Länderspielen weiter. Nach dem knappen Erfolg gegen Syrien mit einem Kruse-Treffer im Hinspiel stehen gegen Honduras am 10. und 15. November die entscheidenden Playoff-Spiele für die WM 2018 in Russland an. Die letzte WM hat Kruse verletzt verpasst. Für Australien bei der WM zu spielen, sagt er, „das wäre ein Traum für mich“.

INFO: SAM UND SOARES NUR MIT DOSIERTEM PROGRAMM
10 der elf Zweitliga-Spiele hat Robbie Kruse von Beginn an bestritten für den VfL. Nur zum Auftakt gegen St. Pauli war der Australier, erst ein paar Tage zuvor verpflichtet, noch nicht dabei. Mit 3 Toren und 4 Vorlagen führt er die Scorerliste an.


Mehr als 21 000 Karten sind für das Spiel am Montag gegen Düsseldorf verkauft – davon rund 5000 an die Gästefans.

Nur ein dosiertes, individuelles Trainingsprogramm absolvierten gestern Sidney Sam und Danilo Soares. Der Langzeitverletzte Timo Perthel hofft, in der Wintervorbereitung wieder einsteigen zu können.

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