VfL-Transferbilanz

Transfers mit Licht und Schatten beim VfL Bochum

Ein Gewinn: Chung-Yong Lee im Dribbling gegen die Heidenheimer Marc Schnatterer und Sebastian Griesbeck.

Ein Gewinn: Chung-Yong Lee im Dribbling gegen die Heidenheimer Marc Schnatterer und Sebastian Griesbeck.

Foto: Udo Kreikenbohm

Bochum  Sebastian Schindzielorz plant die kommende Saison für den VfL Bochum. Aber wie sind seine bisherigen Transfers zu bewerten? Eine Bilanz.

Im Februar 2018 war die Schaffenszeit von Christian Hochstätter beim VfL Bochum beendet, Sebastian Schindzielorz, bis dahin die rechte Hand des Sportlichen Leiters, übernahm. Weil die Mannschaft noch einige Zeit gegen den Abstieg spielte, konnte Schindzielorz damals erst recht spät die kommende Saison planen. Auch wenn sich der VfL jetzt erst in sicheren Gefilden aufhält, konnte man mit den Planungen in diesem Jahr doch deutlich eher beginnen. Sechs Spieler hat „Sesi“, wie er schon als Spieler genannt wurde, bislang verpflichtet. Aber wie sind sie zu bewerten?

Bester Fußballer unter diesen Sechs dürfte Chung-Yong Lee sein. Trotz eines Durchhängers nach dem Asien-Cup ist der Südkoreaner für die Spielkultur der Mannschaft ein Gewinn, und seine Laufleistung ist ähnlich hoch wie die von Anthony Losilla. Schindzielorz hat Lee noch nach Schließung der Transferliste bekommen, weil der Offensiv-Spieler vertragslos war. Ein guter Transfer.

Simon Zoller wurde im Winter geholt, als abzusehen war, dass es einigen Angreifern im Kader entweder an Qualität oder an Engagement fehlt. Zoller ist vielleicht am stärksten in der Rolle von Robbie Kruse, kann aber auch zentral spielen. Er startete durchwachsen, wurde aber mit zunehmender Wettkampfpraxis besser und vor allem agiler. Er hatte ja auch ein Jahr lang kaum gespielt. Mit ihm sollte man rechnen.

Dominik Baumgartner ist ebenfalls ein „Winterkind“. Der lange Defensiv-Spieler aus Österreich hatte als Innenverteidiger einige Schwierigkeiten bei der sportlichen Eingewöhnung, wurde zuletzt aber als Aushilfs-Außenverteidiger gelobt. Sein Leistungsvermögen ist dessen ungeachtet momentan immer noch schwer einzuschätzen.

Das gilt auch für Milos Pantovic. Zweimal schon, zu Saisonbeginn und nach seiner langen Verletzungspause, startete der 22-Jährige mit viel Elan und Schwung und machte richtig Dampf auf der rechten Seite, konnte aber dieses Niveau nicht lange halten. Zuletzt in Darmstadt hat er kaum noch einen Zweikampf gewinnen können. Ob Pantovic, was auch für Baumgartner gilt, künftig mehr sein kann als nur eine Alternative, erscheint zweifelhaft.

Stögers Nachfolger fehlt noch die Spielpraxis

Fast noch weniger lässt sich bisher über Sebastian Maier sagen. Als Nachfolger von Kevin Stöger geholt, stehen zwar zehn Einsätze in Maiers Bilanz, erinnern kann man sich aber daran kaum. Ist vielleicht auch besser so, denn sein 45-Minuten-Auftritt in Ingolstadt im Februar hat keine Freude bereitet. Sicher auch deshalb nicht, weil dem 25-Jährigen nach einer Leistenoperation erkennbar die Spielpraxis, das Selbstvertrauen und die Bindung zur Mannschaft fehlte. Er ist weiterhin verletzt.

Fehlt noch Silvère Ganvoula. Seine Athletik sollte eine vor allem spielende Offensive ergänzen. Aber das hat nicht wirklich geklappt. Dieses auf Leihbasis zustande gekommene Missverständnis dürfte in ein paar Wochen beendet sein.

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