2. Bundesliga

VfL Bochum: Trainer Reis stärkt Torjäger Ganvoula den Rücken

Schenkt seinem Torjäger Silvere Ganvoula weiterhin das volle Vertrauen: Bochums Trainer Thomas Reis.

Schenkt seinem Torjäger Silvere Ganvoula weiterhin das volle Vertrauen: Bochums Trainer Thomas Reis.

Foto: firo Sportphoto/Ralf Ibing / firo Sportphoto

Bochum.  Drei Spiele, kein Tor. Eine ungewöhnliche Quote für Bochums Torjäger Silvere Ganvoula. Doch Trainer Thomas Reis glaubt an seinen Stoßstürmer.

Simon Zoller ist der Torschütze des Jahres beim VfL Bochum. Beide Treffer gehen auf das Konto des defensiv- und formstarken Außenstürmers. Zoller traf nach dem 0:2 gegen Bielefeld zum 1:0 gegen den Hamburger SV (Endstand 1:3) und zum immens wichtigen 1:0-Sieg in Wehen Wiesbaden. Silvere Ganvoula, der Zehn-Tore-Mann, ging leer aus. Vielleicht, so die Hoffnung des VfL Bochum, platzt beim Stoßstürmer gegen den VfB Stuttgart am Montagabend im Vonovia-Ruhrstadion (20.30 Uhr) der Knoten.

Trainer Thomas Reis jedenfalls setzt auf den 23-Jährigen, der in allen drei Partien, vor allem aber gegen Hamburg und in Wiesbaden keinesfalls enttäuscht hat. Ganvoula präsentierte sich defensiv stark verbessert, behauptete die Bälle, bereitete beide Zoller-Treffer vor. Allerdings vergab er vor allem beim jüngsten Auswärtsspiel auch eine ganze Reihe hochkarätiger Chancen: Statt überlegt abzuschließen, hämmerte er den Ball allzu oft mit aller Gewalt auf den Kasten. Als ob er, so schien es, ein Tor erzwingen wollte.

Thomas Reis: „Wenn er weiter so besessen arbeitet, wird er seine Treffer machen“

„Im Endeffekt ist es mir egal, wer die Tore erzielt“, sagt Trainer Thomas Reis. „Silvere bindet Gegenspieler, er bereitet Chancen und Tore vor. Wenn er weiter so besessen arbeitet, wird er seine Treffer machen. Wichtig ist, dass er weiter daran glaubt. Wir geben ihm diesen Glauben.“

Auffällig ist allerdings, dass Ganvoulas Trefferquote deutlich nachgelassen hat. In den ersten zehn Saisonspielen erzielte er acht Tore, in seinen neun Einsätzen danach nur noch zwei, beim 1:3 in Fürth und zuletzt beim 2:3 gegen Jahn Regensburg kurz vor Weihnachten. Dennoch ist der wuchtige Stürmer weiterhin ein enorm wichtiger Spieler für den VfL. Zweimal nur hat er wegen Sperren pausiert, ansonsten ging er stets über die volle Distanz. Auch gegen Stuttgart wird Ganvoula wieder angreifen.

Nur zwei Spieler von der Wiesbaden-Elf müssen um den Startelf-Einsatz bangen

Überhaupt müssen nach dem Erfolgserlebnis gegen Wiesbaden, von dem sich die Verantwortlichen um Sport-Geschäftsführer Sebastian Schindzielorz auch „Rückenwind“ für das schwere Spiel gegen den unter dem neuen Trainer Pellegrino Matarazzo noch unbesiegten VfB erhoffen (zwei Heimsiege, ein Auswärts-Remis in St. Pauli), wohl nur zwei Spieler der Wiesbaden-Startelf um ihren Einsatz von Beginn an bangen. Zum einen Vitaly Janelt, der wegen seiner Gelben Karte und an diesem Tag schwachen Leistung früh gegen Robert Tesche ausgetauscht worden war. Zum anderen Robert Zulj, der zwar offensiv belebend agierte, defensiv und im Tempowechsel aber noch Schwächen zeigte.

Sechs Innenverteidiger kämpfen um vier Plätze im Kader

Stand jetzt hat Trainer Reis jedenfalls die freie Auswahl, auch Chung-Yong Lee trainierte am Freitag wieder mit. Damit stehen dem Coach unter anderem sechs Innenverteidiger zur Verfügung. Maxim Leitsch und Saulo Decarli werden auf jeden Fall spielen, Patrick Fabian zählt auf jeden Fall mindestens zum Kader – bei einer Dreierkette, einer denkbaren taktischen Variante, könnte er auch spielen. „Patti ist mir und für die Truppe unheimlich wichtig“, betont Reis. Um den vierten Platz im Kader kämpfen Simon Lorenz sowie die beiden zuletzt unberücksichtigten Vasileios Lampropoulos und Armel Bella-Kotchap.

Lampropoulos und Bella-Kotchap müssen sich wohl weiter gedulden

Winter-Neuzugang Lampropoulos dränge in den Kader, sagte Reis zwar, „er ist sehr kontaktfreudig und gut angekommen in der Mannschaft. Ich hätte auch kein Problem damit, ihn mitzunehmen.“ Gleichwohl merkte er an: „Die Abläufe müssen passen. Man sieht die Fortschritte, aber die anderen machen es auch sehr, sehr gut zurzeit.“ Armel Bella-Kotchap sei ein großes Talent, das noch Fehler mache, dies sei ganz normal. Sollte der 18-Jährige weiterhin außen vor bleiben bei den Profis, könnte er demnächst Spielpraxis sammeln in der U19.

Auch Danny Blum bleibt vorerst nur die Joker-Rolle

Reis ist jedenfalls froh über den Konkurrenzkampf, den er aktuell auf allen Positionen sieht. Etwa zwischen Tom Weilandt und Danny Blum auf der offensiven Außenbahn. „Danny ist heiß, er trainiert gut, und er ist ein wichtiger Spieler für uns. Jetzt ist er ein bisschen hinten dran, aber er wird irgendwann auch wieder von Anfang an spielen. Wir sprechen klare Worte. Wichtig ist, dass er es auf dem Platz zeigt.“ Zunächst also, gegen den VfB, wohl nur als Offensiv-Joker wie in den vergangenen beiden Partien.

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