Der Heimstart des VfL

VfL holt nach einem wilden Spiel Punkt gegen Bielefeld

Noch nicht der Schlusspunkt: Simon Zoller macht das Tor zum 3:2.

Noch nicht der Schlusspunkt: Simon Zoller macht das Tor zum 3:2.

Foto: Udo Kreikenbohm / WAZ FotoPool

Bochum.  0:2 hinten gelegen, 3:2 geführt, am Ende ein 3:3. Das erste Heimspiel der Saison für den VfL Bochum hatte gegen Bielefeld viele Tiefen und Höhen.

Das erste Derby der Zweitligasaison zwischen dem VfL und Arminia Bielefeld war lange kein Spiel für die Archivreihe „Beste Spiele des VfL nach der Jahrtausendwende“. Dann aber machte das Team von Trainer Robin Dutt im ersten Heimspiel der Saison aus einem 0:2 zunächst noch ein 3:2. Am Ende hieß es 3:3. Fast schade, dass jetzt Pause in der Liga ist. Am nächsten Samstag steht Runde eins im DFB-Pokal an.

Für die Moral sei das Ergebnis gut, sagte Dutt dazu. „Aber wenn wir 3:2 gewonnen hätten, wäre das ein echtes Lebenszeichen gewesen. Und dann wäre vielleicht auch von außen weniger Unruhe reingebracht worden. Du bekommst halt keine zehn Spiele mehr, um ein Zwischenfazit zu ziehen.“

Das 1:3 hallt nach

Das 1:3 in Regensburg hallte noch gewaltig nach im Spiel des VfL. Deutlich war dem Team die Verunsicherung anzumerken. Es gibt Trainer, die verbieten ihren Spielern Querpässe. Sie fordern immer Pässe nach vorne oder zumindest in die Diagonale. Hätte VfL-Trainer Robin Dutt das von seinen Spielern gegen Bielefeld gefordert, hätten gerade die Innenverteidiger ein echtes Problem gehabt.

Oft spielte der VfL in der ersten Hälfte der ersten Hälfte hinten herum. Sicherheit statt bedingungslosem Angriff hieß das. Es sah so aus, als wollte sich das Team langsam ins Spiel finden. Das immerhin klappte. Die Bielefelder, die ein deutlich routinierteres Team haben, kamen nur zu wenigen Abschlüssen.

Doppel-Sechs funktioniert

Die Bochumer standen deutlich kompakter als in Regensburg. Das lag auch an Vitaly Janelt. Gegen Regensburg hatte er noch auf der linken Abwehrseite verteidigt. Gegen Bielefeld rückte er zusammen mit Spielführer Anthony Losilla vor die Abwehr. Thomas Eisfeld, den Dutt die komplette Vorbereitung mit dieser Rolle vertraut hatte, saß das komplette Spiel auf der Bank.

Davor versuchten Chung-Yong Lee, Sebastian Maier und Danny Blum die Bielefelder Defensive durch häufige Positionswechsel auseinander zu dividieren und Silvère Ganvoula zu finden. Das klappte nur bedingt. Erst gegen der ersten Hälfte wurden die Bochumer mutiger, zielstrebiger. Losilla scheiterte mit einem Kopfball, Ganvoula aus der zweiten Reihe.

Bobby-Bolzer-Innenverteidigung

Die beste Chance des Spiels bis dahin hatte aber ein Bielefelder. Mittelstürmer Fabian Klos hätte nur etwas genauer zielen müssen, Manuel Riemann im VfL-Tor wäre ohne Chance gewesen.

Ansonsten aber war Klos sehr lange sehr gut aufgehoben bei den Bochumer Innenverteidigern. Zunächst bei Saulo Decarli und Simon Lorenz. Ab Minute 26 dann bei Lorenz und Armel Bella-Kotchap. Weil Decarli verletzt raus musste, musste Dutt das vielleicht jüngste Innenverteidigerpärchen der Vereinsgeschichte aufbieten. Lorenz ist 22, Bella-Kotchap erst 17. Sie bildeten quasi in Anlehnung an das bei Kindern beliebte Maskottchen die Bobby-Bolzer-Innenverteidigung.

Eine dieser Wenn-Dann-Szenen

Am 1:0 für die Bielefelder nach 54 Minuten durch Andreas Voglsammer waren sie nicht ursächlich beteiligt. Beim 2:0 keine 100 Sekunden später durch Fabian Klos aber hatten sie einen großen Anteil. Bei einem langen Ball der Bielefelder verloren sie Bielefelds Angreifer den entscheidenden Moment aus den Augen.

Das ärgerliche am Rückstand war, dass die Bochumer selber hätten in Führung gehen können, fast müssen. Es war eine dieser Wenn-Dann-Szenen. Wenn die Bochumer kurz nach dem Wechsel in Führung geht, dann läuft das Spiel anders und Bielefeld kann sich nicht einmal beschweren. Mit Schwung kamen sie aus der Kabine, hatten dann auch die besten Chance. Zunächst scheiterte Lee mit einer Direktabnahme an Bielefelds Torwart Moreno Ortega, der den Ball gerade noch an die Latte lenkte. Den direkten Nachschuss setzt Ganvoula an den Pfosten. So hieß es wenig später 0:2.

Ein „wildes Spiel“

VfL Bochum - alle News rund um den Revier-Verein Es folgte eine Phase, in der das 0:3 hätte fallen können. Es fiel das 1:2 durch Danny Blum. Er traf erneut vom Elfmeterpunkt. Tom Weilandt war gefoult worden. Es fiel das 2:2 durch Ganvoula. Es fiel das 3:2 durch Simon Zoller und das Stadion rastete aus. Wobei das noch nicht der Schlusspunkt war. Es fiel noch das 3:3. Losilla bugsierte den Ball ins eigene Tor. Eine mehr als unglückliche Szene für einen der besten Bochumer und für Bielefelds Trainer endgültig der Punkt, an dem er die 90 Minuten als ein „wildes Spiel“ zusammenfasste.

VfL: Riemann – Osei-Tutu (68. Lorenz), Decarli (26. Bella-Kotchap), Lorenz. Soares – Janelt (65. Weilandt) – Losilla, Maier, Lee – Blum, Ganvoula

Bielefeld: Ortega – Behrendt, Hartherz, Klos, Yabo (76. Harte), Salger, Edmundsson, Prietl, Voglsammer (81. Pieper), Clauss, Soukou

Schiedsrichter: Martin Petersen

Zuschauer: 21.700

Tore: 0:1 Voglsammer (54.), 0:2 Klos (55.), 1:2 Blum (74. Foulelfmeter), 2:2 Ganvoula (80.), 3:2 Zoller (86.), 3:3 Losilla (90., Eigentor)

Leserkommentare (2) Kommentar schreiben