VfL Bochum

VfL: Mehr Positives als Negatives nach dem ersten Heimspiel

Demonstration der Stärke: Simon Zollers spezieller Jubel nach dem zwischenzeitlichen 3:2 gegen Bielefeld.

Demonstration der Stärke: Simon Zollers spezieller Jubel nach dem zwischenzeitlichen 3:2 gegen Bielefeld.

Foto: firo Sportphoto/Ralf Ibing / firo Sportphoto

Bochum.  Das erste Liga-Heimspiel hatte für den VfL Bochum viel zu bieten. Das Positive überwog. Auf die Leistung gegen Bielefeld lässt sich aufbauen.

Viele Möglichkeiten hatte Uwe Neuhaus nicht. Der Trainer des DSC Arminia Bielefeld hätte zu seinem Trainerkollegen Robin Dutt vom VfL Bochum eine Brauseflasche herüberwerfen können. Das aber wäre dann doch zu viel gewesen. Neuhaus entschied sich für einen Notizzettel. Mit dem Wurf reagierte er auf Dutts Aussage, dass da am zweiten Spieltag die beiden „Geheimfavoriten“ um den Aufstieg gegeneinander gespielt hatten. „Ich weiß, Du willst das nicht hören“, sagte Dutt und warf den Zettel zurück. „Aber dadurch wird unsere Leistung dann auch besser bewertet.“

Als vor der Saison die Trainer der Zweitligisten nach ihren Aufstiegsfavoriten gefragt worden waren, hatte es genau zwei Trainer gegeben, die nicht die üblichen Verdächtigen nannten. Hamburg, Stuttgart, Hannover und Nürnberg sind zu den „Big four“ geworden, den großen vier. Mindestens zwei von ihnen nannte jeder Trainer. Jeweils einmal tauchte Bochum und Bielefeld auf.

Die trennten sich im einzigen NRW-Derby der 2. Bundesliga mit 3:3. Es war ein Spiel, das erst nach dem Wechsel Fahrt aufnahm, dann aber zu einem wurde, das hohen Unterhaltungswert hatte. Neuhaus beschrieb es als „wildes Spiel“, Dutt konnte und wollte da nicht widersprechen. Einig waren sich die Trainer auch darin, dass es für beide auch eine Niederlage oder eben auch ein Sieg hätte werden können. Weil das so war, versuchten sich beide über den einen Punkt zu freuen und das Positive zu sehen.

Dutt tat sich da leichter. Eben auch, weil sein Team mit einer Nicht-Leistung beim 1:3 gegen den SSV Jahn Regensburg gestartet war und einen Zwei-Tore-Rückstand aufholte. Zudem gab es drei eigene Tore. Besonders die Offensivkraft des VfL war nach der Vorbereitung und dem Start in Frage gestellt worden.

Gegen Bielefeld dauerte es zwar, bis die Auftaktniederlage abgeschüttelt war. Dann aber kam eine Reaktion und die war umso bemerkenswerter, als es da eben schon 2:0 für Bielefeld stand und 3:0 hätte heißen können.

Ein von Danny Blum verwandelter Foulelfmeter brachte den VfL zurück ins Spiel. Herausgeholt hatte ihn Tom Weilandt. Ihn hatte Dutt als ersten weiteren Angreifer gebracht und Vitaly Janelt, einen von zwei defensiven Mittelfeldspielern vom Platz genommen. Kurz danach kam auch Simon Zoller für Jordi Osei-Tutu. Aus der Vierer-Kette wurde eine Dreier-Kette. Mehr Offensive ging an diesem Tag nicht mehr. Früh hatte Abwehrchef Saulo Decarli runtergemusst. Er hatte erneut Hüftprobleme.

Zoller der Kraftprotz

Zoller machte in der Nachbetrachtung keinen Hehl daraus, dass er gerne von Beginn an gespielt hätte. Mit seiner Vorarbeit zum 2:2 durch Silvère Ganvoula und seinem Tor zum 3:2 lieferte er jedoch einen mehr als ordentlichen Nachweis seiner Fähigkeiten, zumal in 25 Minuten Spielzeit.

Emotional feierte er sein Tor mit den Fans. Vor der Ost-Tribüne ließ er den Bizeps des linken Armes anschwellen. Zoller der Kraftprotz. In der Mixed-Zone war er dann schon wieder: Zoller der Kopfmensch. Das Spiel in Regensburg sei schlecht gewesen. „Aber wir haben das aufgearbeitet“, sagte er. „Intern sind wir alle klar. Wir sprechen alles an und können die Dinge richtig einordnen.“

In die gleiche Richtung äußerte sich Torwart Manuel Riemann. Es sei nach dem Regensburg-Spiel nicht alles schlecht gewesen. Nach dem 3:3 gegen Bielefeld sei nun nicht gleich alle super. „Wir müssen schon acht, neun, zehn Spiele abwarten, damit wir alles richtig einordnen können.“

Das sieht auch Dutt so. Dass der Fußball auf diesem Niveau zum Tagesgeschäft geworden ist, findet er bedenklich. „Aber das ist wohl nicht mehr zu ändern. Man bekommt von Außen nicht mehr die Zeit. Schon nach einem Spiel wird alles in Frage gestellt. Aber genau deshalb versuchen wir, Ruhe zu bewahren und unseren Weg zu gehen.“

Junge Spieler einbauen

Dazu gehört auch, junge Spieler einzubauen. Osei-Tutu zum Beispiel. Ihm versuchte Dutt gegen Bielefeld fast durchgehend zu helfen. Er holte ihn zu sich oder gab lautstark Anweisungen. Der junge Engländer zeigte sich im Vergleich zum Auftakt stark verbessert.

Ordentlich verkaufte sich auch Armel Bella-Kotchap. Der mit erst 17 Jahren jüngste Spieler im Kader rückte früh für Decarli in die Innenverteidigung und absolvierte sein fünftes Zweitliga-Spiel.

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